Drei Monate nach der Katastrophe auf einem Geislinger Feld: Daniel Forster spricht über den Traktorbrand und welche Folgen er für das Unternehmen hat.
„Man schaut ja immer nach hinten. Man muss schauen, was die Maschine macht. Und schlagartig kamen Flammen raus“, erinnert sich Daniel Forster an die Ereignisse des 13. Augusts.
Der Geschäftsführer des Baggerbetriebs und landwirtschaftlichen Lohnunternehmens aus Renquishausen saß alleine auf einem Traktor mit Ballenpresse, der auf einem Feld nahe Geislingen Feuer fing.
„Ich musste die Feuerwehr rufen“
„Ich wollte probieren, den Traktor zu retten, aber dann hat da alles gebrannt. Ich musste die Feuerwehr rufen“, rekonstruiert er die Ereignisse. Rund 35 Feuerwehrleute aus der Gesamtstadt Geislingen rückten aus, 13 Einsatzkräfte aus Balingen folgten.
Auch das DRK war mit einer Einsatzgruppe aus acht Kräften vertreten. Ein Polizeihubschrauber kontrollierte die Fläche mit einer Wärmebildkamera aus der Ferne.
Das schnelle Eingreifen der Hilfsorganisationen sowie die Bereitschaft eines benachbarten Landwirts, ein Wasserfass zur Verfügung zu stellen, sorgten dafür, dass das Feuer nicht auf angrenzende Flächen überging. Etwa 250 Quadratmeter fielen den Flammen zum Opfer. Die Polizei ging bereits im August nicht von einer Straftat aus.
Als Übeltäter vermutet wird ein Stein
Seit 2001 war es für den Unternehmer das erste Mal, dass er in eine derartige Katastrophe involviert war. Und der Übeltäter? „Die Gutachter sind noch am Forschen, aber es war vermutlich ein Stein.“
Laut aktueller Schätzungen belaufen sich die Schäden auf rund 600 000 Euro. „Der Maschinenausfall ist die größte Auswirkung und mögliche Neubeschaffungen gibt es wenige.“
Außerdem sei der Vorfall nach mehreren Monaten noch immer nicht mit der Versicherung abgewickelt. Forster hofft darauf, dass die entstandenen Schäden entsprechend monetär ausgeglichen werden, auch wenn die Versicherung nur den aktuellen Zeitwert der landwirtschaftlichen Maschinen abdeckt.
Ein neuer Oberboden musste rauf auf das Feld
Folgende Auswirkungen stellt der Unternehmer fest: „Es kostet enorme Arbeit und Zeit, bis das alles geregelt ist.“ Die 250 Quadratmeter Feldfläche, die in Mitleidenschaft gezogen wurde, konnte natürlich auch nicht ohne weiteres wieder bestellt werden.
Das Feld wurde abgegraben und mit einem neuen Oberboden versehen. Das alte, verbrannte und mit Löschmittel durchtränkte Material musste auf einer Deponie entsorgt werden.
Kunden und Mitbewerber zeigen Verständnis
Auf Schritt und Tritt wurde das Unternehmen dabei von einem Mitarbeiter des Landratsamtes begleitet, der überprüfte, ob auch alle Vorschriften eingehalten werden.„Es gab Verständnis seitens der Kunden und ich bekam auch Hilfe von Mitbewerbern“, zeigt sich Forster dankbar.
Das sei in der Branche jedoch nicht selbstverständlich. „Mehr Miteinander wäre toll, aber bis was passiert, ist es ein richtiges Gegeneinander und eine Missgunst. Einfach ist es nicht. Es wird immer komplizierter und verrückter. Die Zeit wird immer knapper. Keiner hat mehr Geduld. Die Landwirtschaft ist am meisten betroffen davon. Es gibt immer weniger Unternehmer und keiner kann mehr warten.“
Das Unternehmen und seine Produkte
Die Jürgen Forster GmbH & Co. KG
ist in den Bereichen Erdbau, Außenanlagen, Abbruch, Transporte und Lohnunternehmen tätig. Gegründet im Jahr 2001 durch Jürgen Forster, kam im Jahr 2020 die Umfirmierung zur GmbH & Co. KG. Mit diesem Schritt traten auch die Söhne Daniel und Christian Forster in die Unternehmensführung ein. Heute ist im Betrieb ein engagiertes Team von rund 15 Mitarbeitenden beschäftigt. „Wir setzen auf Wiederverwertung statt Entsorgung, was nicht nur Abfälle reduziert, sondern auch Ressourcen schont“, lautet ein Teil der Unternehmensphilosophie.