Mit 27 Spielern hat der VfB seine erste Trainingseinheit der Saison absolviert. Enzo Millot fehlte auf dem Platz – aus „persönlichen Gründen“. Das lässt Raum für Spekulationen.
Der Himmel über Bad Cannstatt zeigte sich in Weiß und Blau, als die 27 Fußballprofis des VfB Stuttgart, 24 Feldspieler und drei Torhüter, erwartungsfroh den Rasenplatz 1 des Clubgeländes zum Trainingsauftakt betraten. „Es geht wieder los – und wir haben alle Lust auf die kommende Saison“, sagte der Cheftrainer Sebastian Hoeneß, der nach sechseinhalb Wochen Pause bei der ersten Einheit der Saison 2025/26 wie seine Profis selbst wieder die Kickstiefel anhatte.
„Natürlich kann man auch im Urlaub nie komplett abschalten, denn auch ich habe in Gesprächen meinen Teil dazu beigetragen, um Spieler vom VfB zu überzeugen“, sagte Hoeneß: „Aber unterm Strich habe ich mich doch sehr gut erholt. Am Anfang habe ich nach dem Pokalsieg noch ein wenig in Erinnerungen geschwelgt. Dazu ich konnte mich auch der Familie widmen.“
Die Akkus waren also wieder voll beim Aufgalopp vor 1000 Fans, die beim Trainingsauftakt dabei waren. Es hätten deutlich mehr sein können – doch aus organisatorischen Gründen (das Schlienzstadion stand wegen Umbauarbeiten nicht zur Verfügung) hatte der VfB die Zahl der Besucher limitieren müssen.
Die Fans vor Ort sahen aus nächster Nähe auch die bisher drei Neuzugänge, den Rechtsverteidiger Lorenz Assignon, den rechten Flügelstürmer Lazar Jovanovic sowie den zentralen Mittelfeldspieler Noah Darvich. Während die ersten beiden im Kreise der Teamkollegen bereits mit Ball mitmischten, drehte Darvich noch individuell seine Laufrunden. Schließlich soll der Youngster vom FC Barcelona langsam an die neuen Aufgaben herangeführt werden.
Diese beinhalten wie in der Vorsaison für den VfB erneut einen Tanz auf drei Hochzeiten: Nur dass es in dieser Spielzeit neben Liga und Pokal eben die Europa League und nicht die Champions League ist. „Wir werden in allen drei Wettbewerben Erfolg und Spaß haben“, sagte der Vorstandschef Alexander Wehrle bei seiner Ansprache an die Fans: „Wir haben auch auswärts sensationelle Tage erlebt. Egal, wo es nun künftig hingeht, werden wir wieder eine tolle Unterstützung bekommen.“
Das sieht auch Fabian Wohlgemuth so, der Hauptverantwortliche für die Zusammenstellung des neuen Kaders. „Das Fundament ist bereits gelegt – natürlich wird sich bis zum Ende der Transferperiode noch etwas tun“, sagte der VfB-Sportvorstand, während sich die Spieler auf dem Platz nach den Leistungstests vom Montag und Dienstag mit den ersten Passübungen der Saison beschäftigten.
Mit Alexander Nübel, Maximilian Mittelstädt, Deniz Undav und Ermedin Demirovic fehlten vier A-Nationalspieler, die am Samstag (15 Uhr) zum Testspiel beim SV Fellbach erstmals zum Kreis der Mannschaft stoßen werden. Die Rückkehr von Nick Woltemade ist zudem für den 28. Juli geplant. Das gab Sebastian Hoeneß beim Trainingsauftakt die Gelegenheit, einigen Youngstern aus dem eigenen Stall die Chance auf ein Training mit der Bundesliga-Mannschaft zu geben. Neben Efe Korkut waren dies Mirza Catovic, Salvatore Mule, Lauri Penna, Cristopher Olivier sowie der Torwart Nils Richter.
Nicht dabei waren derweil der Rechtsverteidiger Leonidas Stergiou, der nach seiner Verletzung am Syndesmoseband noch in der Schweiz an seiner Rückkehr arbeitet, sowie der angeschlagene Jacob Bruun Larsen, der individuell trainierte.
Ebenfalls beim Trainingsauftakt nicht anwesend war der Mittelfeldspieler Enzo Millot. „Er fehlt aus persönlichen Gründen“, erklärte der Sportchef Wohlgemuth vielsagend. Schließlich könnte die Abwesenheit im Fall des abwanderungswilligen Franzosen auch bedeuten, dass sich Millot bereits aktiv nach einem neuen Verein umsieht.