Ex-Profi Marcel Schuon ist seit dieser Saison Trainer des VfL Nagold. Foto: Eibner-Pressefoto/Andreas Ulmer

Testspielgegner fast nur aus dem Kreis Böblingen, ein Neuzugang und zwei Rückkehrer: Der VfL Nagold wappnet sich für das Ende der Winterpause.

Ab Montag wird es wieder ernst beim Fußball-Landesligisten VfL Nagold: Das Training im Reinhold-Fleckenstein-Stadion beginnt. Sieben Testspiele hat Trainer Marcel Schuon angesetzt, ehe es ab dem 8. März für den Tabellendritten um Punkte geht.

 

Erkenntnisse aus der Halle

In den vergangenen Wochen war der VfL Nagold so oft wie kein anderer Verein aus dem Kreis Calw bei Hallenturnieren zu sehen – aber oft mit Spielern aus der zweiten Mannschaft. „Das Interesse an der Halle wird weniger“, beobachtet Schuon und verweist auf das Verletzungsrisiko. Auch könne er als Trainer nur wenige Erkenntnisse in der Halle gewinnen, die er auf den Rasen übertragen kann: „Das sind zwei Paar Schuhe, weil das Spiel in der Halle viel schneller ist.“ Sportlich erfolgreich war die kurze Hallensaison für den VfL Nagold dagegen mit mehreren Turniersiegen auf jeden Fall, auch wenn Schuon sagt: „Es waren schon mal mehr. Und gerade das eigene Turnier in Nagold möchte ich mal gewinnen. Das steht auf meiner persönlichen To-Do-Liste.“

Alte Derbys

Erster Testspielgegner am 25. Januar (14 Uhr) ist die Spvgg Holzgerlingen. Auffallend: Fünf der sieben Sparringspartner in der Vorbereitung kommen aus dem Kreis Böblingen. Das zeigt, wie tief noch die Verwurzelung im früheren Bezirk Böblingen/Calw ist, der vergangenen Sommer im Rahmen der WFV-Reform aufgelöst worden ist. „Das waren immer schöne Spiele gegen die Böblinger Vereine. Derbys, bei denen es um etwas ging. Jetzt sind es Derbys, bei denen es um die goldene Ananas geht. Ich finde es aber schön, dass wir den Kontakt in den Kreis Böblingen halten“, meint Schuon, für den die Wahl der Testspielgegner aber auch ganz praktische Gründe hatte: „Ich teste gerne gegen Mannschaften, die mindestens in der Landesliga spielen. Ich möchte aber nicht unbedingt Gegner, auf die wir dann auch in der Liga treffen. Dann orientiert man sich automatisch in Richtung Böblingen.“

Neben der Spvgg Holzgerlingen testet der VfL Nagold gegen den TSV Ehningen (1. Februar), den GSV Maichingen (8. Februar), den VfL Sindelfingen (11. Februar), den VfL Pfullingen (15. Februar), die SV Böblingen (22. Februar) und die TSG Balingen II (1. März).

Fitnesszustand im Auge

Am meisten achten werde Schuon bei den Vorbereitungsspielen auf den Fitnesszustand. „An den Schrauben werden wir drehen müssen“, kündigt der VfL-Trainer an und möchte viel ausprobieren: „Gewisse Spieler werden dann auch mal auf anderen Positionen spielen. Ich werde mal offensiver und mal defensiver spielen lassen. Die Ergebnisse sind zweitrangig, aber wir wollen uns natürlich nicht abschlachten lassen.“

Personelle Veränderungen

Mit Niklas Watzl hat der VfL Nagold in der Winterpause einen Neuzugang bekommen. Die Offensivkraft kommt vom Verbandsligisten VfB Eppingen. Den 23-Jährigen hat es beruflich nach Calw verschlagen, er wohnt nun in Emmingen. Schuon: „Ohne arrogant klingen zu wollen, aber für einen Verbandsligaspieler sind wir natürlich schon die erste Adresse. Die SF Gechingen wären auch noch eine Option gewesen und sicherlich auch ein Landesligist im Raum Böblingen, aber von Emmingen aus ist der VfL Nagold wirklich die beste Option.“

Ebenso wird Frederic Fleischle nach seinen drei Monaten in Spanien wieder zum VfL Nagold stoßen. Und auch der bislang verletzte Chris Wolfer könnte noch in dieser Saison wieder zur Verfügung stehen. „Wir hoffen, dass er richtig auf die Beine kommt“, sagt Schuon.

Das muss sich ändern

In die Rückrunde geht der Nagolder Coach optimistisch: „Jetzt kennen wir alle Gegner und wissen, was auf uns zukommt.“ Deutlich ändern sollen sich dagegen die Auftritte im eigenen Reinhold-Fleckenstein-Stadion. „Auswärts war ich bislang super-zufrieden, aber wir haben zu viele Heimspiele verloren“, spielt Schuon auf die vier Heimniederlagen an. Passenderweise endet die Winterpause für den VfL Nagold gleich mit zwei Heimspielen – am 8. März gegen den FC Albstadt und am 15. März gegen den TSV Harthausen.