Die Teilnehmer am Kampfkunst-Lehrgang in Oberwolfach gedachten jenem Geist, der Heinz Köhnen dem Sport mit seinem Stil verliehen hat. Foto: Ohkami-Dojo

In Oberwolfach kamen zahlreiche Aktive zu einem Kampfkunst-Lehrgang zusammen. Gedacht wurde dabei dem 2024 verstorbenen Oberhaupt.

Ein Kampfkunst-Lehrgang im Gedenken an den 2024 verstorbenen Soke (Oberhaupt) Heinz Köhnen hat am Samstag stattgefunden, teilt das Ohkami-Dojo, die Karate-Sektion des Sportvereins Oberwolfach, mit. Noch zu Lebzeiten hatte Köhnen seine Meisterschüler Hanshi Michael Franki (Großmeister, 10. Dan) und Kyoshi Albert Schneider (Meister, 7. Dan) zu seinen Nachfolgern bestimmt.

 

Um Köhnen als Stilbegründer, Lehrer und Freund zu ehren, lud das Ohkami-Dojo unter Leitung von Michael Franki befreundete Kampfkünstler ein. Aus Elzach reisten Vertreter des Phönix-Dojo mit ihrem Leiter Albert Schneider an, aus Rottenburg/Hailfingen Teilnehmer des Taikido-Dojo mit Trainer Matthias Wellhäußer (4. Dan). Ebenfalls vertreten waren Frank Ruf (4. Dan) und seine Schüler aus Aichhalden. Auch längere Anfahrten wurden auf sich genommen: Hanshi Herbert E. Forster (10. Dan) kam mit seinen Schülern aus der Schweiz. Die weiteste Reise hatte Dominik Lübben (4. Dan) mit seiner Gruppe aus Berlin.

Besuch am Grab bildet besondere Momente

Traditionell begann der Lehrgang mit einem Besuch am Grab von Heinz Köhnen in Oberwolfach – ein stiller Moment des Gedenkens, der besonders jene verbindet, die ihn persönlich kannten. Nach einer intensiven Aufwärmeinheit leitete Dominik Lübben den ersten Trainingsblock.

Im Mittelpunkt standen Techniken zur Selbstverteidigung sowie Elemente des Kempo, eines vielseitigen Kampfsystems. Frank Ruf knüpfte daran an und vertiefte die Inhalte. Anschließend widmete sich Michael Franki der Verbindung verschiedener Kampfkünste wie Kempo, Karate und Jiu-Jitsu – eine Kombination, die bereits für Heinz Köhnen eine wichtige Rolle spielte. Nach einer Pause verlagerte sich der Schwerpunkt auf sogenannte innere und energetische Aspekte der Kampfkunst.

Hanshi Herbert E. Forster erklärte unter anderem den Einsatz von Kiai (Kampfschrei zur Bündelung der Energie), Kime (gezieltes Fokussieren von Kraft im Moment der Technik) und Kyusho-Jitsu (Techniken gegen empfindliche Körperpunkte). Igor Reitman vom Ohkami-Dojo ergänzte dies mit medizinisch erklärten Schlag- und Drucktechniken (Atemi).

Essen beschließt den gemeinsamen Lehrgang

Zum Abschluss erhielten die Teilnehmer Einblicke in Kenjutsu (Schwertkampf) und Aikijutsu (Techniken zur Kraftumlenkung und Kontrolle des Gegners), vermittelt von Nico Maier (Phönix-Dojo), Frank Ruf sowie Manfred Bleile und Mathias Jehle (beide Ohkami-Dojo).

Den Lehrgang rundete ein gemeinsames Abendessen im Gasthaus „Drei König“ in Wolfach ab, bei dem auch Erinnerungen an Heinz Köhnen ausgetauscht wurden. Der Gedächtnislehrgang hat auch für die International Okinawa Budo Federation (IOBF) besondere Bedeutung.

Ziel des Verbandes

Der Gedächtnislehrgang hat auch für die International Okinawa Budo Federation (IOBF) Bedeutung. Ziel des Verbandes ist es, verschiedene Kampfkünste, Schulen und Perspektiven miteinander zu verbinden. „Entsprechend wichtig sind Veranstaltungen wie diese, bei denen sich Teilnehmer austauschen und voneinander lernen“, so die Mitteilung.