Ein häufiger Neujahrsvorsatz ist, mehr Sport zu machen. Daher melden sich viele Menschen in Fitnessstudios an – auch in Villingen-Schwenningen. (Symbolbild) Foto: VadimGuzhva - stock.adobe.com

In Villingen-Schwenningen steigt der Andrang auf Laufband und Hantelbank. Doch was steckt hinter dem Fitness-Boom – und wie bewerten Studios den Vorsatz „Mehr Sport“ selbst?

Es gibt die verschiedensten Neujahrsvorsätze – weniger Alkohol trinken oder sich gesünder ernähren. Einer der häufigesten Vorsätze ist allerdings, Sport zu machen. Daher melden sich viele zum neuen Jahr in Fitnessstudios an – auch in Villingen-Schwenningen. Doch wie lange halten die guten und vor allem sportlichen Vorsätze an – wir haben nachgefragt.

 

Das Neujahr sei ein willkommener Neustart, um es im nächsten Jahr endlich besser zu machen, erklärt der Geschäftsführer des Fitnessstudios VS in Schwenningen, Adrian Sardar, die Motivation hinter dem Neujahrsvorsatz, ein Fitnessstudio zu besuchen.

Grundsätzlich sei in der gesamten Branche zu sehen, dass der Januar einer der stärksten, wenn nicht sogar der stärkste Monat in Bezug auf Neuanmeldungen sei, ergänzt der Geschäftsführer. Auch im Fitnessstudio VS habe es einen Zuwachs gegeben, der aber aufgrund eingeschränkter Werbemaßnahmen im Januar eher klein ausgefallen sei.

Die Geschäftsführerin Sandra Kullrich des Izumi in Villingen hat ähnliche Erfahrungen gemacht: „Zu Jahresbeginn merken wir in der Regel ein deutlich erhöhtes Interesse – sowohl bei Neuanmeldungen als auch bei Anfragen und Beratungsterminen.“ Den Folgemonat – Februar – rechnet sie bei den stärksten Monaten noch hinzu.

Gründe, um ins Fitnessstudio zu gehen

Gründe für diesen speziellen Neujahrsvorsatz sieht Kullrich unter anderem in dem Wunsch, mehr für die eigene Gesundheit zu tun, in der Gewichtsreduktion, der besseren Fitness, in der Hoffnung mehr Struktur und Routine in den Alltag zu bringen und vor allem im „Neustart“-Gefühl durch den Jahreswechsel.

Doch häufig ist es mit den guten Neujahrsvorsätzen schnell vorbei, anstatt auf Süßigkeiten zu verzichten, greift man wieder zum Schokoriegel. Auch in den Fitnessstudios sieht es ähnlich aus und der Wunsch, mehr für die Gesundheit und die körperliche Fitness zu tun, wird vom Alltag verdrängt.

Oftmals erfolge die Aufgabe der guten Vorsätze in den ersten Wochen nach der Anmeldung, meint Kullrich. „Manche kommen nur zwei bis drei Mal, andere halten bis zum Februar durch.“

Eine sehr hohe Anfangsmotivation

Verschiedene Gründe seien dafür ausschlaggebend: zu hohe Erwartungen in zu kurzer Zeit, Überforderung oder falsche Trainingsintensität, fehlende Routine, Zeitmangel oder zu wenig Betreuung und Feedback mit dem Resultat, dass man sich „allein gelassen“ fühle, erläutert sie.

Sardar sieht das Hauptproblem zur Aufgabe der Fitnessvorsätze darin, dass die Denkweise noch nicht stimme. „Um langfristig Verhaltensweisen zu ändern, braucht es eine sehr hohe Anfangsmotivation. Ein Jahreswechsel allein reicht dafür meistens nicht aus.“

Fitnessstudio-Konzepte

Um einem vorzeitigen Trainingsabbruch entgegenzuwirken, versucht das Izumi-Team die Motivation hochzuhalten, das Training bei Bedarf neu einzustellen, Ziele realistisch zu setzen und in erster Linie Fortschritte sichtbar zu machen – unter anderem durch InBody-Messungen, bei denen sich Veränderungen objektiv nachvollziehen lassen, so Kullrich.

Ein ähnliches Konzept verfolgt auch das Fitness Studio VS. Neben den Fortschrittsanalysen sei ebenfalls ein adäquater Ernährungsplan ein fester Bestandteil des Trainingsplans, erklärt Sardar. Zudem setze das Studio auf eine Eins-zu-eins-Betreuung, das sei bisher aber fast nur deshalb möglich, weil der Kundenstamm noch klein sei. „So wird auch gut und gerne mal ein Mitglied angerufen, wenn es länger nicht im Studio war“, fügt er schmunzelnd hinzu.

Fitnessstudio als Neujahrsvorsatz?

Aber ist es nun wirklich sinnvoll, zu Neujahr mit Fitness zu beginnen? Da gehen die Meinungen auseinander.

„Neujahrsvorsätze sind aus unserer Sicht grundsätzlich eine gute Sache, weil der Jahreswechsel vielen Menschen dabei hilft, sich neu auszurichten und bewusst Gewohnheiten zu verändern,“ erklärt die Geschäftsführerin des Izumis.

Sardar sieht das etwas anders, er beschreibt sich selbst als „keinen großen Fan“ von Neujahrsvorsätzen. „Ich begrüße selbstverständlich die Entscheidung, sein Leben ins Positive zu verändern, jedoch sollte man sowas nicht an die Jahreszahl knüpfen.“

Einig sind sich beide jedoch in einem: Trainingsziele sollten realistisch gesetzt werden mit festen Trainingsterminen, damit Fortschritte ersichtlich werden und man langfristig dranbleibt.