Der Glattener Jürgen Klopp wird Fußballchef bei Red Bull. Während einige Fußballfans enttäuscht sind, freut man sich bei seinem Ex-Verein TuS Ergenzingen, dass er wieder etwas Neues anpackt.
Während es für Jürgen Klopps Entscheidung, künftig bei Red Bull als „Global Head of Soccer“ zu arbeiten, Kritik hagelt, sieht man es bei seinem Ex-Verein TuS Ergenzingen entspannter. Herrmann Baur, der Klopp damals von Glatten nach Ergenzingen holte, ist froh, den 57-Jährigen wieder im Fußballgeschäft zu sehen. Heiko Kieferle, Abteilungsleiter Fußball und Organisator des Bitzercups, kann Klopp verstehen.
Kontakt besteht
Von 1983 bis ’86 spielte Jürgen Klopp in der Jugend des TuS Ergenzingen, danach noch ein Jahr bei den Herren. Daher ist der international gefeierte Trainer beim TuS auch heute kein Unbekannter. Zwar kennt Kieferle „Kloppo“ nicht persönlich, aber er weiß, dass der Kontakt nach Ergenzingen noch besteht. „Zu seinem 50. Geburtstag war beispielsweise die ehemalige Ergenzinger A-Junioren Mannschaft auch vor Ort. Im Frühjahr war zuletzt eine kleine Delegation beim Spiel des FC Liverpool gegen Manchester City. Die hat sich danach auch mit Klopp getroffen. Aber umso mehr Zeit vergeht, desto weniger Kontakte gibt es nach Ergenzingen. Klar, ist aber, dass es bei uns immer noch Personen gibt, die das ein oder andere über ihn wissen, das sonst keiner weiß“, erklärt Kieferle die Verbundenheit zu Klopp, der ursprünglich aus Glatten stammt.
Einer, der Jürgen Klopp kennt, ist Herrmann Baur. Er hatte zusammen mit TuS-Trainerlegende Walter Baur 1972 das Ergenzinger Jugendturnier initiiert und bis 2009 organisiert. Baur hatte vor mehr als 40 Jahren Klopps Eltern besucht, weil er damals talentierte Spieler aus dem Schwarzwald nach Ergenzingen holte. Zuletzt hatte er beim Besuch in Liverpool mit Klopp im Frühjahr gesprochen. Damals hatte der 57-Jährige in einem Gespräch zu Baur gesagt: „Ohne Ergenzingen wäre ich nicht hier in Liverpool.“
Mit Pause gerechnet
Über Klopps Entscheidung, sich Red Bull anzuschließen, sagt Baur: „Ich bin überrascht, dass er schon wieder einsteigt. Vom Gefühl her dachte ich, dass er das eine Jahr Pause macht. Für den Fußball ist es immer gut, wenn Jürgen etwas anpackt. Dann kommt immer etwas Gutes dabei raus. Wenn er das gesundheitlich packt, dann ist es super. Ich dachte nach so vielen aufreibenden Jahren braucht er eine längere Pause. Aber je früher er wieder einsteigt, desto besser. Für den Fußball ist es ein Gewinn.“
„Geld gut angelegt“
Dass er sich dem viel kritisierten Konzern Red Bull anschließt, sieht Baur nicht als Problem. „Red Bull könnte überall Geld reinstecken, da ist es toll, dass sie es im Fußball machen. Man hört immer Tradition. Irgendwann ist das auch mal Tradition. Im Fußball ist das Geld gut angelegt“, sagt der Ergenzinger.
Das sieht auch Kieferle so: „Ich freue mich für Klopp, aber auch für uns alle, dass wir ihn wieder in der Öffentlichkeit sehen. Red Bull ist im Fußball gut positioniert. Über Leipzig, aber auch international. Klopp ist einer der ganz Großen, es passt also super.“
Ob Klopp irgendwann Bundestrainer wird, denn gerüchteweise gibt es eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag, das ist für Baur nicht wichtig. „Egal, was er macht – wichtig ist, dass er was mit dem Fußball macht.“
Für die Zukunft wünscht sich Baur, dass Klopp die Ergenzinger bei ihrem Jugendturnier unterstützen wird. „Vielleicht kommt Red Bull Leipzig nach Ergenzingen“, wirft Baur einen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft.