Ab sofort übernimmt Jens Kusterer das Traineramt beim Bezirksliga-Tabellenführer SF Gechingen – denn Balasz Venter hat andere Pläne.
Auch ohne Schnee steht der Meisterschlitten der SF Gechingen kurz vor Weihnachten nach 16 Spielen und 32 Punkten auf Platz eins der Fußball-Bezirksliga Nordschwarzwald. Beim ehemaligen Landesligisten ist alles für eine erfolgreiche Rückrunde angerichtet, aber der Vater des Erfolgs – Trainer Balazs Venter – steigt vom Schlitten: Das Sportfreunde-Urgestein wird sich beruflich verändern und eine Führungsposition inUngarn übernehmen.
Bester Angriff der Liga
Venter, selbst ehemaliger Gechinger Landesliga-Spieler, war noch zu Landesliga-Zeiten bei den Sportfreunden eingesprungen, konnte den Abstieg jedoch nicht mehr verhindern. Er hat sich anschließend jedoch große Verdienste erworben, als er den Umbruch im Team erfolgreich begleitet hat. Inzwischen spielen die SF Gechingen wieder einen attraktiven Fußball, stellen aktuell mit 43 erzielten und 22 Gegentoren den besten Angriff und die zweitbeste Abwehr (hinter dem 1. FC Altburg) der Bezirksliga Nordschwarzwald. „Seit dem Spiel in Ottenbronn läuft es bei uns richtig rund“, zeigte sich zuletzt auch der umtriebige Betreuer Martin Roebner überaus zufrieden.
Nicht nur spielerisch, auch kämpferisch konnte Balazs Venter aus der Mannschaft eine Einheit formen, zuletzt zu sehen gegen den SV Eutingen. Der Tabellensechste aus dem Kreis Freudenstadt präsentierte sich auf dem Gechinger Kunstrasen als eine echte Herausforderung. Es hatte alles gebraucht, um dem gebürtigen Ungarn zum Abschied einen 2:1-Sieg zu schenken. Die Mannschaft wusste zu diesem Zeitpunkt schon Bescheid, auch der Nachfolger stand mit Jens Kusterer schon fest.
Hansdampf in allen Gassen
Für Kusterer – SFG-Vorstandsmitglied und aktuell Trainer der zweiten Mannschaft in der Kreisliga A – ist der Schritt eine weitere Sprosse in seiner sportlichen Entwicklung. Der Gymnasiallehrer gilt bei den Sportfreunden als Hansdampf in allen Gassen. Ein Organisationstalent, das selbst Landesliga gespielt hat, als Schiedsrichter unterwegs ist und Erfahrungen als Spielertrainer beim SV Schönbronn gesammelt hatte.
Gutes Auge für Entwicklung
Mit seinem Engagement an der Außenlinie vollzieht sich für die Gechinger Spieler eine massive Umstellung – weg vom lautstarken Motivationskünstler hin zu einem ruhigen, sachlichen Arbeiter, der mit einem guten Auge für die jeweilige Spielentwicklung ausgestattet ist. Kusterer hat in den kommenden Wochen bei zahlreichen Hallenauftritten der SFG-Kicker Gelegenheit, sich an den Kutschbock auf dem Meisterschlitten zu gewöhnen und dann die Vorbereitungsphase auf das erste Spiel nach der Winterpause (15. März in Baiersbronn) einzuleiten.