Der Stuttgarter Chefcoach nimmt Stellung zur Sicherheitsdebatte im Vorfeld der Innenministerkonferenz und betont: „Ich kann beide Positionen nachvollziehen.“
Stimmungsboykotte, Plakate, Veranstaltungen – seit Wochen protestiert die aktive Fanszene in Deutschland gegen mögliche Sicherheitsverschärfungen in den Stadien, über die bei der anstehenden Innenministerkonferenz ab Mittwoch diskutiert werden soll. Im Raum stehen unter anderem personalisierte Tickets vor allem für Auswärtsfans und ein strikteres Vorgehen bei Stadionverboten bereits im Verdachtsfall.
Auch Sebastian Hoeneß hat das alles natürlich mitbekommen – nicht zuletzt mit Blick auf die Stille in den ersten zwölf Minuten, die zuletzt in etlichen Stadien herrschte. Und auch wenn der Hauptfokus des Trainers des VfB Stuttgart auf dem Sportlich liegt, betont er: „Dass es mich nichts angeht, das wäre nicht richtig.“
Sebastian Hoeneß: „Es muss einen Dialog geben“
Dabei hat der Stuttgarter Chefcoach sowohl für die Sicht der Fans als auch der Politik Verständnis. „Fakt ist“, sagt Hoeneß, „dass ich beide Positionen nachvollziehen kann.“ Auch er habe eine Familie und Kinder, die im Stadion sind. „Natürlich ist es ein Grundbedürfnis, sicher zu sein, dass das ein sicherer Ort ist.“ Hier sieht der 43-Jährige beide Seiten gar nicht meilenweit voneinander entfernt: „Ich glaube, dass das auch absolut im Sinne der Fans und der Ultras ist. Ich weiß gar nicht, ob man im Detail so weit auseinander ist.“ Der zuletzt veröffentlichte Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) kam hierbei zu dem Ergebnis, dass das Stadionerlebnis in Deutschland sicher ist.
Letztlich, so Hoeneß, komme es auf die tatsächlichen Beschlüsse an. „Da wurde jetzt viel diskutiert. Am Ende muss man schauen, was wirklich da versucht wird umzusetzen.“ Auf diesem Weg ist für den VfB-Trainer ein Miteinander unerlässlich: „Da muss es immer Gespräche und einen Dialog geben und am Ende auch Kompromisse, die für beide vertretbar sind.“ Eben diesen Austausch hat auch der VfB zuletzt nochmals angeschoben, als er in einer gemeinsamen Erklärung mit den anderen Erst- und Zweitligisten aus Baden-Württemberg betonte: „Wir werden den bestehenden Dialog mit dem Innenministerium Baden-Württemberg weiter intensivieren, um gemeinsam praktikable, faire und tragfähige Lösungen zu finden.“
Fest steht: Die Thematik wird alle Beteiligten noch eine ganze Weile beschäftigen – nur Sebastian Hoeneß kurzfristig erst einmal nicht mehr. Am Mittwoch liegt der volle Fokus auf dem Sport, wenn er mit seiner Mannschaft im Achtelfinale des DFB-Pokals (18 Uhr/Liveticker) beim VfL Bochum gastiert.