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Traditionshaus in Rottweil Hotel "Zum goldenen Sternen" wird zwangsversteigert

Von
Foto: Siegmeier

Spekuliert, gebangt und gehofft wurde in den vergangenen Monaten reichlich um die Zukunft des traditionsreichen Hotels "Zum goldenen Sternen". Jetzt der Paukenschlag: Das gut 800 Jahre alte Traditionshaus wird zwangsversteigert.

Rottweil - 2014 schloss erst das Restaurant, Ende vergangenen Jahres auch der Hotelbetrieb des "Goldenen Sternen", der zuletzt als Garni geführt wurde. Seit Samstag gibt es Gewissheit: Das Hotel "Zum goldenen Sternen" kommt unter den Hammer. Die Zwangsversteigerung ist für Dienstag, 19. Januar, angesetzt. Das traurige Ende des Traditionshauses also, das zu den ältesten Rottweiler Häusern gehört?! "Hoffentlich nicht", sagen Rottweiler Bürger, die inständig darauf hoffen, dass die geschichtsreiche Hoteltradition auch nach der Zwangsversteigerung fortgesetzt werden kann.

"Jakob Wirt, der seit 1382 an der Spitze der Stadt stand, wohnte mit Sicherheit im späteren ›Sternen‹", wie der Historiker Winfried Hecht in der Ausgabe fünf der Rottweiler Heimatblätter aus dem Jahr 1978 schreibt. Die Familie Wirt zählte "zu den bedeutendsten Sippen des Rottweiler Patriziats", so Hecht weiter.

Viele bekannte Stars beherbergt

"Sonderräte" hätten sich hier zu heimlichen Vorberatungen getroffen und so manche städtischen Probleme außerhalb des großen Rates gelöst.

In jüngster Geschichte hatte das Romantikhotel, besonders zu Jazzfest- und Ferienzauberzeiten, viele bekannte Stars und Sternchen der Musik-, Comedy-, Film- und Schauspielszene beherbergt, denkt man dabei nur an Maceo Parker, Mike Krüger, Robert Weippert, André Eisermann, Doris Kunstmann, Howard Johnson, Mundstuhl oder gar Bill Ramsey. Doch nun sind die Pforten geschlossen.

Aber auch so mancher Rottweiler dürfte jetzt wehmütig auf schöne Stunden in dem Traditionshaus zurückblicken, sei es bei Familienfeiern, netten Abenden mit Freunden oder mit dem Verein. An den hohen Tagen der Fasnet war der "Sternen" ebenfalls eine beliebte Adresse.

Doch freilich dürfte solch ein betagtes Haus auch eine Bürde sein: Investitionen, Heizkosten, Sanierungen hier und da – bei einem Bauwerk, das komplett unter Denkmalschutz steht, kommt schon einiges zusammen. Denn was um 1300 modern war, das dürfte im Jahr 2020 schon etwas in die Jahre gekommen sein, zumindest für die Behörden, die bei Brandschutz und dergleichen genau hinschauen.

Haus braucht dringend neuen Eigentümer

Dass die historisch eingerichteten Zimmer auch bei den Gästen bestens ankamen, verrät ein Blick in die Bewertungslisten. Die Betreiber also dürfen sich, was die Gästezufriedenheit betrifft, durchaus auf die Schultern klopfen. Und dennoch hat alles nicht gereicht: Das Haus, das bereits auf der Pürschgerichtskarte des David Rötlin aus dem Jahr 1564 mit seinem Rundbogen-Portal verewigt ist, braucht nun dringend einen neuen Eigentümer. Im besten Fall natürlich einen Hotelier mit Gespür für Geschichte, Tradition und Gegenwart – so die Hoffnung vieler. Dem "Sternen" wäre es zu gönnen.

Am Dienstag, 19. Januar, ab 14.30 Uhr wird coronabedingt in der Turn- und Festhalle Villingendorf bei der öffentlichen Zwangsversteigerung über die Zukunft des Haues entschieden. Man kann also nur abwarten und weiter hoffen.

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