In die Adenauerstraße 8 ist ein neuer Laden eingezogen: die „Goldstube Epfendorf“. Inhaber Leonardo Goldberg erklärt, was es mit seinem Geschäft auf sich hat.
Das Schild über der Eingangstür lässt bereits erahnen, was sich dahinter verbirgt – ein Ankaufladen. Wir haben den Inhaber Leonardo Goldberg besucht und einen Blick in das neue Geschäft geworfen.
Goldberg empfängt uns in seinem Laden im ehemaligen „Zoolädle Schortz Heimtierbedarf“. Der Standort in Epfendorf ist einer von mittlerweile sechs Filialen seines Unternehmens, weitere liegen unter anderem in Tuttlingen und Trossingen. Warum also nun Epfendorf?
„Ich habe etwas im Landkreis Rottweil gesucht“, erklärt er. Wichtig sei eine ausreichend große Immobilie gewesen, denn „wir brauchen viel Platz für die Ware“. Rottweil selbst sei ihm aber zu nah an Trossingen, da seine Standorte Menschen aus dem ganzen Landkreis ansprechen sollen. Epfendorf liege ideal zwischen Rottweil und Oberndorf. Im Spätsommer hat er hier eröffnet.
„Angefangen hat alles mit Flohmärkten“
Die „Goldstube“ sei ein Familienbetrieb in dritter Generation. „Mein Großvater kam in den 1960er-Jahren aus Lübeck in den Süden. Angefangen hat alles mit Flohmärkten“, erzählt Goldberg. Er selbst sei im Geschäft groß geworden, und schon früh sei klar gewesen, dass er es eines Tages übernehmen würde. Heute führt er den Laden in Epfendorf gemeinsam mit seinem Bruder und einem Mitarbeiter.
Viele seiner Kunden seien junge Menschen, die etwas geerbt haben. „Oft wissen sie gar nicht, wie viel ein Stück wert ist“, sagt Goldberg. Dafür bietet er eine kostenlose Beratung an. Er schätze die Gegenstände – und gebe auch ehrlich Auskunft darüber, ob ein Verkauf in einer größeren Stadt eventuell lukrativer wäre.
Ein Großteil seiner angekauften Stücke gehe an internationale Großhändler, hauptsächlich aus Düsseldorf und London, sagt er. Etwa einmal im Monat kämen diese nach Epfendorf und in seine anderen Filialen, um die aktuelle Ware zu begutachten. Andere Stücke verkauft Goldberg selbst weiter. Zudem arbeitet er an einem Online-Shop. Stücke, für die sich partout kein Käufer finde, würden eingeschmolzen.
Schmuck, Münzen, Teppiche oder Vasen
Und was können Kunden vorbeibringen? Grundsätzlich kauft Goldberg „alles, was aus Metall besteht“. Angeschaut werde aber alles – auch Schmuck, Teppiche, Vasen oder andere Gegenstände. „Manchmal muss ich aber auch ablehnen, wenn es offensichtliche Ladenhüter sind“, sagt er.
Die „Goldstube“ hat nicht täglich geöffnet. Goldberg arbeitet mit monatlichen Aktionstagen, über die er im Schwarzwälder Boten per Flyer informiert. An fünf Tagen im Monat, über die er öffentlich informiert, können Kunden vorbeikommen.
Nächste Aktion ist im Dezember
Wird etwas angekauft, erhalten die Kunden ihr Geld sofort vor Ort, wie wir bei unserem Besuch im Laden mitverfolgen können. Nur wer sehr viele Stücke mitbringt, sollte etwas Geduld mitbringen, sagt der Inhaber – ein Limit gebe es jedoch nicht. Die nächsten Aktionstage finden vom 2. bis 6. Dezember statt.
Abschließend noch die Frage: Heißt er tatsächlich Goldberg? „Ja, das ist wirklich mein Name – mir wurde der Beruf gewissermaßen in die Wiege gelegt“, erklärt er schmunzelnd und zeigt uns seinen Ausweis.