Bei der traditionellen Maskenabstaubete herrschte wieder eine tolle Stimmung. Es gab einen Teilwechsel bei den Abstaubern von Fabian Teufel zu Florin Schmitt.
Randvoll war wiederum das Narrenheim. Der Wechsel bei den Abstaubern erfolgte nahtlos während der Zeremonie. Stabiler Pfeiler bleibt aber weiterhin Mark Schweizer. So sorgte das Trio im Weitinger Narrenheim mit wohlgesetzten Versen, mit Witz, Gags und Pointen wieder für viel Frohsinn und Heiterkeit. Im Narrenflecken der Jauner und Bettschoner ist das am Dreikönigstag schon seit 45 Jahren „Fasnet, wia’s dr Brauch isch“.
Auftakt war schon am späten Nachmittag mit dem Aufwecken der Fasnet, wenn die Narrenoberen mit etlichen Gruppen in mehreren Häusern mit Sprüchle den Beginn der fünften Jahreszeit ausrufen und zum Abholen der Narren unterwegs sind, Mit großem Gefolge kehren sie dann rechtzeitig ins dann aus allen Nähten platzende Narrenheim zurück. Abgeholt wurde erneut auch Bürgermeister Markus Tideman, der gleich zum Einmarsch eine Polonaise anführen durfte.
Politik und Mitmenschen aufs Korn genommen
Der Musikverein sorgte dort gleich von Anfang für gute Stimmung. Dafür sorgen seit Jahrzehnten aber noch mehr die jeweiligen Abstauber, bei denen es zum ersten Mal den bereits erwähnten „fliegenden halben Wechsel“ gab. Zunächst einmal nahmen sie die hohe und niedere Politik und ihre Mitmenschen vor Ort aufs Korn nehmen, Fabian Teufel noch mit zuständig war.
So hieß es gleich zum Auftakt ihrer Spötteleien: „Au letzschtes Jôhr isch so viel passiert, / dr VfB hôt em Pokal brilliert. / Habemus papam, Trump die zweite, / Zollpolitik ond älle send pleite.“ Doch keiner sei geiler gewesen als „der Wa-wa-wackel-Kontakt, onser neuer Kanzler – der isch da Brüller / ond s Karriereende vom Thomas Müller.“
Da verpasste Fabian Teufel (absichtlich) seinen Einsatz und deutete durch gespielte Unkonzentriertheit bereits an, dass es für ihn höchste Zeit zum Aufhören sei. Seine vier Kinder, machten ihn platt, hielten ihn „de halb Nacht wach“ und in der Schule könne er ebenfalls nicht schlafen, weil es dort auch nicht still sei. „I brauch môl a Pause“, so das Fazit des Realschullehrers.
Dazu hatte er auch gleich einen Vorschlag: „Mei‘ G’schäft macht eatz die KI, / dia macht des schneller ond veil besser als i! / So a paar Witzle übern Flecka ond über d‘ Leut, / des schreibt die KI viel besser ond en dr halba Zeit.“ Das wollte sein Co-Abstauber aber nicht gelten lassen, denn die Fasnet brauche echte Leut‘ und Originale, denn: „Onser Weidenger Fasnet lebt von Herz ond Verstand, / des gebe mir Bettschoner et aus der Hand!“ Da waren sich beide einig und präsentierten als Nachfolger mit Florin Schmitt „gleich einen Hit“.
Dieser durfte sich, nachdem der „Fabse“ mit frenetischem Beifall und Präsent verabschiedet wurde, gleich versuchen und das mit Erfolg. Nun kamen etliche „staubige Brüder und Schwestern“ mit ihren Missgeschicken an die Reihe. So der Musiker, der von einem Ausflug mit Brauereibesuch ohne Hose zurückkehrte, oder der Narr, dem „auf Malle“ der Geldbeutel samt Ausweis geklaut wurde. Da war der Weg zur Kommunalpolitik nicht mehr weit: „Au der leere Geldbeidel vom Schultes macht aos des Leba schwer, / wo brenge mr denn eatz des Geld nao her?“ Nicvht infrage komme aber der geplante Verkauf des Schul- und des Rathauses.
Mit brillanten Lob- und Spottversen
Dann ging es zur „eigentlichen langsam Sach“, nämlich ans Abstauben und Ausklopfen der Narrenoberen sowie der Masken, dem Häs und der Utensilien der einzelnen Narrenfiguren mit brillanten Lob- und Spottversen. Danach wurde nochmals inbrünstig der Narrenmarsch gesungen. Nach einer großen Polonaise und fetzigen Hits des Musikvereins bebte das Narrenheim und die „Bettschoner“ waren wieder „außer Rand und Band im Jaunerland“.