Der Nachtumzug in Schuttern gehört zu einem der größten in der Region. 70 Zünfte machten den Friesenheimer Ortsteil am Freitagabend unsicher.
70 Zünfte und Gruppen mit gut 1900 Hästrägern machen Schuttern zum Narrendorf. Musik, Trommelwirbel, ausgelassene und tanzende Hästräger küren das ehemalige Klosterdorf zur Partymeile. Schuttern bringt in der Beständigkeit einen der größten Nachtumzüge der Region in einen Ort, der gerade einmal gut 1700 Einwohner zählt. Die mystische Atmosphäre ist mit der Klosterkirche im Hintergrund für einen Fackelumzug einzigartig.
Mit 130 Aktiven und ganz schön vielen Helfern kann ein jährlicher Umzug dieser Größenordnung gelingen. Wieder einmal zeigte sich die Narrenzunft als exzellenter Gastgeber, der es versteht, ein Dorf und die Gäste hinter sich zu stellen und zu begeistern. „Ein Nachtumzug ist bei vielen Zünften so begehrt, dass wir leider wieder Zünften absagen mussten“, bestätigt Zunftmeisterin Caroline Wimmeroth gegenüber der Lahrer Zeitung.
Viele Zünfte werden auf das kommende Jahr vertröstet. Aber in Schuttern wird auf die jährliche Vielfalt wert gelegt. Beim Umzug bleibt der Dorfbott eine feste Größe. Unter der Maske ist das langjährige und verdiente Mitglied Alois Braun, der es versteht, die Glocke im Takt zu läuten.
Der Dorfbott hat früher die Menschen zusammengetrommelt
In früheren Tagen war der Dorfbott, jene Persönlichkeit, die mit Schelle und vor allem eindringlicher Stimme, die Neuigkeiten bekanntgegeben hat. Sicher waren es eher die kommunalen Belange, aber der Dorfbote, trommelte mit seiner Glocke die Menschen auf der Straße zusammen. Jung und alt sind damals gekommen.
Ganz so wie eben zum Fackelumzug in Schuttern, bei dem die Tradition eines Umzugs seit 73 Jahren gewahrt bleibt. Die Fastnacht wird in Schuttern hoch gehalten und gefühlt macht das ganze Dorf mit.
Auch aus Titisee kamen Zünfte zum Nachtumzug
Unterstützung erfährt die Narrenzunft dabei nicht nur von der Gemeinde, auch die Feuerwehr fühlt sich eingebunden und die Polizei zählt ebenfalls mit dem DRK zu den Einsatzkräften vor Ort. Fest in ihren Kalender eingetragen haben ihre Teilnahme auch Zünfte aus der Nachbarschaft.
Aus Kürzell kamen die „Ridd´l Schdägge“ und die Vollmerwald-Hexen und „Krabbe-Schenkel“ machten sich aus Oberweier auf den Weg. Aus Friesenheim war die Höllenbrut mit ihrer schaurig-schönen Maske dabei und die Heiligenzeller Feuerhexen wissen auch um die gute Busverbindung der Linie 106. Einen der weitesten Wege nahmen die Seeräuber aus Titisee und die Mühliraideufel aus Grenzach-Whylen auf sich, um nach Schuttern zu kommen.
Natürlich gehört seit vielen Jahren auch eine übergroße Ehrentribüne, erbaut von Zimmermeister Roland Herzog, zum Umzug. War es in früheren Jahren ein Schiff, wurde dieses vor gut fünf Jahren durch eine riesige Burg ersetzt. Sie beherbergte auch einige französischen Freunde aus der Partnergemeinde in Herbsheim.
In der Offohalle ging die Feier weiter
Dämonen, Hexen, Teufel, Wölfe lehrten so manchen Narren das Fürchten. Ein wildes Geschrei machte sich breit, wenn nach einigen Zaungästen gegriffen wurde und diese in Wägen verschwanden oder einfach nur im Tanz mitgeschleppt wurden. Diesen Nervenkitzel der besonderen Art traf mehrheitlich die weiblichen Zaungäste. Wen die Häsgruppen im Visier hatten, dem blieb meist kein Entkommen.
Nach dem Umzug ging es zu Tanz und Unterhaltung in die närrisch geschmückte Offohalle. Gefeiert wurde in Schuttern bis in die Morgenstunden.
Die Kruttstumpe
Die Narrenzunft Kruttstumpe in Schuttern ist eine der ältesten Zünfte in der Region und die älteste Zunft in der Gemeinde Friesenheim. In diesem Jahr feiert sie ihr 73. Bestehen