Ein buchstäblich feucht-fröhlicher Fasnetauftakt am Schmotzigen: Stimmige Atmosphäre im Stüble von Neckarquelle/Schwarzwälder Bote.
Gleich zum Auftakt zog lautstark der Fanfarenzug der Narrenzunft Schwenningen ein ins Stüble von Neckarquelle/Schwarzwälder Bote im Burenhaus am Marktplatz.
Da war gleich Stimmung garantiert, und die Narren bekamen eins auf die Ohren. Die knapp 40 Musikerinnen und Musiker waren bereits seit dem frühen Morgen im Einsatz und hatten ein straffes Fasnetprogramm vor sich. Kraftvoll und fröhlich ließen sie keinen Zweifel daran, wem die Stadt in der heißen Phase der Narretei gehört.
Unüberhörbar und seit dem frühen Morgen unterwegs auch die Männer der Weckerlinie 1. „Unsere historischen Feuerwehruniformen sind wasserabweisend“, sagten sie. Da hätten sie gegenüber manch anderem Narren im Häs einen Riesenvorteil angesichts des Dauerregens. Ihr Rezept angesichts des widrigen Wetters: „Wir haben einen höhere Taktung und einen schnelleren Schritt trainiert“. Als letzter Ausweg blieb ein Schluck Neckarbrand – „Jahrgang 1989 von einer Streuobstwiese bei Tübingen“. Hält nicht nur innerlich warm, sondern ist auch noch nachhaltig.
Hohe Taktung
Als Mitglieder der hiesigen Feuerwehr rührten sie die Werbetrommel für das Narrenstüble im Ölhäusle an der alten Feuerwache (heute Gartenschule) ab elf Uhr am Fasnetsonntag. „Wir scheuen keine Kosten und Mühen, es gibt hausgemachte Gulaschsuppe, Bier vom Fass und eine Schirmbar.“
Die nächste Feier nach der Fasnet ist auch schon klar: Die alte Magirus-Leiter der Schwenninger Wehr gibt es seit 100 Jahren. Liebevoll „Oma“ genannt, wird ihr Geburtstag vor Ort gefeiert. „Sie hat viele Menschenleben gerettet.“ Mit lautem Trommelschlag machten außerdem die Heckäbrunzer vom Schillerhof auf sich aufmerksam. 2027 können sie auf das 15-jährige Bestehen blicken. Sie sind eine der vielen Gruppen, die das Besondere der Fasnet ausmachen und im Stüble von Neckarquelle/Schwarzwälder Bote für Stimmung sorgten. „Sie freuen sich so, denn jetzt geht’s wieder los, getrunken wird nicht wenig, aber jeder Trommler kann’s.“ Na denn Prost und ein dreifaches „Narri, Narro“.
Die beiden Ehrenzunftmeister der Narrenzunft Schwenningen, Jürgen Wangler und Ralf Prätzas, sind ein eingespieltes Team nicht nur auf der Bühne der Neckarhalle. Mit Blick auch den reichlichen Niederschlag frotzelte Ralf Prätzas: „Das ist Wangler-Wetter“. Florian Schütze, Zunftmeister der Narrenzunft Schwenningen, brachte den Rathausschlüssel mit ins Stüble. Bei der Fasnet 2026 in Schwenningen setzt die Narrenzunft einige Neuerungen in die Tat um. „Den Auftakt finde ich gelungen“, sagte er. Für das Wetter kann auch die Narrenzunft nichts. Da wird sich so mancher am Morgen überlegt haben, ob er auf die Gass’ geht. Wie sagte eine Moosmulle: „Fasnet bei gutem Wetter kann jeder“.