Noch ist das Floßholz eingelagert. Das aber ändern Friedrich Pfaff (von links), Thomas Kipp, Otto Schinle, Friedrich Trautwein, Hartmut Brückner, Erwin Wolber und Klaus Maier in den kommenden Tagen. Auf dem Foto fehlen Bernd Jehle und Heide Pfaff, die auf dem Rhein ebenfalls dabei sind. Foto: Sum

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Das haben die Flößer im Sommer 2021 zur abgesagten Rheinfloßfahrt gesagt. Und sie halten Wort: In nicht einmal zwei Wochen geht es los.

Schiltach - "Eigentlich hat sich nicht viel geändert", sagt Floßmeister Thomas Kipp zur Rheinfloßfahrt. Die Truppe sei nach wie vor hoch motiviert, die Beweggründe dieselben. Mit der Aktion soll "auf die große wirtschaftliche Bedeutung des Holztransports" hingewiesen werden, sagt Kipp. Schließlich sei jahrhundertelang Holz vom Schwarzwald über den Rhein geflößt worden, um dort die Städte zu versorgen.

Unfall sorgt für Absage

Geplant war die Fahrt bekanntlich schon im vergangenen Sommer. Wegen eines Unfalls von Thomas Kipp wenige Tage vor dem Start wurde das Ganze abgesagt. Das Floß wurde auseinandergebaut, eingelagert und hatte nun Zeit, noch etwas mehr zu trocknen. Seit einigen Wochen laufen nun die Vorbereitungen für den zweiten Versuch.

Neuer Stopp in Königswinter

Unterwegs sein wird Kipp mit einigen Mitgliedern des Schiltacher Flößervereins – Erwin Wolber, Hartmut Brückner, Otto Schinle, Bernd Jehle und Friedrich Trautwein sind wieder mit von der Partie. Auch Heide und Friedrich Pfaff aus Schramberg, die beide das Schifferpatent und damit den "Bootsführerschein" haben, kommen mit auf die Fahrt. Neu dazugestoßen ist Klaus Maier aus Ortenberg, der "voller Begeisterung dabei" ist. Und auch eine kleine Änderung gibt es im Reiseplan: Auf Etappe 6 von insgesamt 7 machen die Flößer ihre Mittagsrast in Königswinter, "wo es ein sehr schönes Museum zur Flößerei gibt", erzählt Kipp. Die Einladung sei im Sommer zu kurzfristig gekommen, jetzt habe die Gruppe sie aber annehmen können, freut er sich.

Kommende Woche wollen sich die Flößer ihr Gefährt zusammenbauen, ehe es dann am Mittwoch, 20. April, für den Transport verladen wird. Einen Tag später fahren die Flößer nach Steinmauern, wo die Murg in den Rhein fließt. Dort brechen sie am Freitag, 22. April, dann zu ihrer großen Fahrt auf. Eine Woche später, am Freitag, 29. April, wollen sie in Leverkusen-Hitdorf in den Zielhafen einfahren.

Etappen zwischen 43 und 64 Kilometer

Zwischen 43 und 64 Kilometer möchten die Flößer täglich auf dem Rhein zurücklegen. Es gibt einen genauen Einsatzplan, wer auf welcher Etappe was zu tun hat. "Immer sechs von uns sind auf dem Floß", erklärt Kipp. Die anderen fahren in den Begleitfahrzeugen mit. "Die müssen sich dann ums Essen in der Mittagspause kümmern", sagt Kipp und lacht. Bei den Aufgaben werde immer mal abgewechselt. Fest steht: Von Thomas Kipp, Heide und Friedrich Pfaff muss immer mindestens einer "an Bord" sein, weil nur sie ein Schifferpatent haben.

Niedrigwasser muss die Truppe wohl nicht befürchten, aber auch mit Hochwasser rechnet Kipp nicht. "Es könnte allerdings etwas kühl werden", sagt er mit einem Lächeln. Aber auch kalte Temperaturen und Regen "halten uns nicht auf".