Die Sängerinnen und Sänger des Liederkranzes Holzbronn und des Liederkranzes Gültlingen zeigten ihr Können. Foto: Albert M. Kraushaar

Viele Gäste kamen in den Dorfsaal von Holzbronn, um dem Liederkranz Holzbronn und dem Liederkranz Gültlingen ihre Aufwartung zu machen. Die Rathauschefs von Calw und Wildberg, Florian Kling und Ulrich Bünger, lobten das Engagement.

Eine besondere Feier hat es im Dorfsaal in Holzbronn gegeben: Zwei Chöre feierten am Freitagabend ihr jeweiliges Jubiläum gemeinsam. Der Liederkranz Holzbronn wurde 125 und der Gesangverein Gültlingen 150 Jahre.

 

Die vielen Gäste durften sich im vollen Dorfsaal über ein interessantes Programm mit kreativen Einlagen und Grußworten freuen.

Den beiden Vorsitzenden Daniela Gießner (Liederkranz Holzbronn) und Rudolf Widmaier (Gesangverein Gültlingen) gelang es, die Erwartung der Besucher zu übertreffen. Sie begrüßten die Gäste und blickten humorvoll auf die Geschichte der beiden Vereine zurück.

Musikalische Darbietungen Für den musikalischen Auftakt sorgte das Blechquintett des Musikvereins Stammheim. Die jungen Liederkranz-Spatzen sorgten für einen unterhaltsamen Auftritt. Mehr als 40 Sängerinnen und Sänger zeigten eine beeindruckende Vorstellung.

Für seine fünf Darbietungen bekam der Chor viel Applaus. Zum Schluss sang der Chor unter der Leitung von Simon Zimmermann das Lied „Schöne Isabella aus Kastilien“.

Präsident lobt schönes Dorf Der Präsident des Chorverbandes Nordschwarzwald, Andreas Felchle, war zum ersten Male in Holzbronn. Er sammelte mit dem Kompliment „Ein richtig schönes Dörfchen“ erste Sympathiepunkte.

Gemeinsinn gelobt

Felchle lobte den Gemeinsinn der Sänger, ihren kulturellen Einfluss und das gelebte Miteinander. „Wer nur an sich selbst denkt, der startet den Selbstmord der Gesellschaft“, warnte der Verbandspräsident.

Er hatte den beiden Vereinen eine jeweils von Ex-Bundespräsident Christian Wulff unterzeichnete Urkunde zum Jubiläum mitgebracht.

Geld von den Rathauschefs In der ersten Reihe hatten auch die Rathauschefs von Calw und Wildberg, Florian Kling und Ulrich Bünger, Platz genommen. Oberbürgermeister Kling ging in seinem Grußwort auf die Historie der Holzbronner Sängerinnen und Sänger ein und verband die Geschichte mit der Gegenwart. „Wenn ich mich hier umsehe, sehe ich viele Gesichter, die ich von vielen Positionen her kenne“, freute sich das Calwer Stadtoberhaupt über die große Bereitschaft in den beiden Vereinen, ehrenamtlich Verantwortung zu übernehmen. Zum Jubiläum der Holzbronner brachte Kling einen überdimensionalen Scheck mit, auf dem die Jubiläumsjahre sehr zur Freude von Daniela Gießner einfach um eine „Null“ erweitert wurden.

Von Wildbergs Bürgermeister Bünger gab es zum Jubiläum für den Gültlinger Gesangverein 750 Euro. Bünger lobte die Gemeinsamkeit zweier autonomer Vereine über die Gemeindegrenze hinweg, die seit drei Jahren als gemischter Chor gemeinsam singen würden.

Rückblick in die Geschichte Das war nicht immer so, wie anhand von diversen Zitaten zu hören war. Die Gültlinger hatten die Vorteile eines gemischten Chors schon 1959 begriffen, in Holzbronn hatte es bis 1993 gedauert. Ein erster Anlauf war 1972 an dem Argument „Des braucht mer net, wenn alle Männer in die Singstunde kommen würden“ gescheitert.

Humorvolle Einlagen

Verschiedene Blicke in die beiden Vereinsprotokolle sorgten einschließlich der vor 100 Jahren gepflegten Schreibweise für humorvolle Einlagen. Ein Schriftstück von 1908 beschrieb das Trinken von einem Fass Bier ohne den Vorsitzenden, was zu einem Eintrag ins Protokoll führte. „Das Fass Bier steht dem ganzen Verein zur Verfügung und nicht nur denen, die in der Probe waren“ was den Calwer OB zu dem Hinweis animierte: Was lernen wir daraus, immer in die Proben gehen, vielleicht gibt es Freibier“.

Grußwort des Pfarrers Mit Versen des evangelisch-lutherischen Theologen Paul Gerhardt (1607-1676) verlieh Pfarrer Philipp Rottach als Vertreter der Kirchengemeinde dem Festakt eine besondere Note.

Rede des Vereinsvertreters Markus Bukowski führte in seinem Grußwort für die Gültlinger/Holzbronner Vereine ein persönliches Erlebnis als „Täfele Bua“ ins Feld, als die Fischer- Chöre zu Gast waren.