Geht hinaus: Oberbürgermeister Erik Pauly steht am 3. Januar 2025 mit den Sternsingern vor dem Donaueschinger Rathaus. (Archivfoto) Foto: Stadtverwaltung

Ehrenamtliche springen in die Bresche und organisieren die Aktion. Doch bislang ist die Resonanz auf den Besuch der Gruppen verhalten.

Goldene Kronen, bunte Umhänge und ein Stern: Dieses Bild, umrahmt von Weihrauchduft, präsentiert sich vielen Familien in den ersten Januartagen, wenn sie die Tür öffnen.

 

„Wir sind die Sternsinger“, kündigen sich die Kinder und Jugendlichen an, zitieren Gedichte und singen. Die einen sind angesichts der Besucher überrascht und überfordert – die anderen freuen sich Wochen im Voraus auf den Besuch.

Was nur wenige wissen: Die Organisation des Sternsinger-Besuches ist schwieriger geworden, nachdem die Pastoralreferentin Diana Shimoail im Juli 2025 die katholische Kirchengemeinde Donaueschingen verlassen hat. Neben anderen Tätigkeiten war sie auch die Hauptverantwortliche für die Sternsingeraktion. Nun springen Ehrenamtliche ein, denn die Stelle bleibe voraussichtlich weiter unbesetzt, sagt Frank-Peter Nickel.

Er ist bei der Betreuung der Sternsingeraktion schon seit rund 15 Jahren mit dabei. Unterstützt wird er von Anna Schröder und Jenny Oschmann. Die beiden sind Anfang 20 und waren selbst schon als Kinder als Sternsinger unterwegs, dann als Leiterinnen – und inzwischen als Organisatorinnen.

Im Oktober geht es los

Schon Anfang Oktober beginnt die Vorbereitung der Sternsingeraktion mit der Anmeldung. Mitmachen dürfen alle Kinder, die Lust haben. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht mehr. In der Kernstadt sind 18 Kinder, in Aufen 20 Kinder und in Allmendshofen 13 Kinder als Sternsinger angemeldet. Die Organisatoren sind an den Lauftagen für die Sternsinger erreichbar, doch die Kinder und Jugendlichen sind autonom unterwegs. Nickel stellt anhand der angemeldeten Haushalte den Laufplan auf. In welcher Weise sie diesen abarbeiten, bleibt den Sternsingern selbst überlassen.

„Ich durfte nie Sternsinger sein“, sagt Frank-Peter Nickel, Betreuer der Donaueschinger Sternsinger Foto: Frank-Peter Nickel

Die Sternsinger laufen in der Kernstadt am 3. und 4. Januar von 13 bis 18 Uhr. „In der Kernstadt variieren die Kinder jährlich. Auf den Dörfern sind es eher die gleichen Kinder. „Dort besteht mehr Verbundenheit“, erzählt Nickel. Am Dreikönigstag, am 6. Januar, gibt es nach dem feierlichen Gottesdienst ein gemeinsames Mittagessen, das Gemeindemitglieder vorbereitet haben.

Von Haus zu Haus, das ist nicht mehr leistbar

„Früher sind die Donaueschinger Sternsinger noch von Haus zu Haus zu gelaufen, doch das ist nicht mehr stemmbar. „Die Anzahl der angemeldeten Kinder hat über die Jahre stark abgenommen, doch die Stadt ist gewachsen“, so Nickel.

Seit der Pandemie wurde die Aktion auf die Anmeldung umgestellt. So könne man sicherstellen, dass alle besucht werden, die sich wirklich auf die Sternsinger freuen. Das bedeute allerdings mehr bürokratischen Aufwand, sagt Nickel. In den Jahren zuvor waren es 120 bis 150 Anmeldungen. Doch bisher haben sich nur 40 Haushalte angemeldet.

Die Anmeldung ist noch bis Montag, 15. Dezember, 13 Uhr, unter Telefon 0771/89 78 20 im Pfarrbüro, oder bis Montag, spätabends, per E-Mail an sternsinger-ds@gmx.de oder über ein Formular auf der Pfarrhomepage möglich.

Für ihn ein Herzensprojekt

„Ich durfte nie Sternsinger sein“, erzählt Nickel. In seiner Kindheit musste man im Vorsingen überzeugen, um bei den Sternsingern dabei zu sein, berichtet er. Für ihn ist die Sternsingeraktion ein Herzensprojekt. „Kinder helfen Kindern“ ist das Grundmotto und diese Begeisterung sei auch bei den Kindern spürbar.

Gegen Kinderarbeit

Das Thema
Jedes Jahr stehen ein Thema und Beispielprojekte aus einer Region exemplarisch im Mittelpunkt der Aktion Dreikönigssingen. 2026 steht unter dem Motto „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“ mit dem Beispielland Bangladesch. Partnerorganisationen der Sternsinger setzen sich in vielen Ländern dafür ein, Kinder aus der Arbeit zu befreien und ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen. Sie organisieren Förderkurse, um Kinder wieder einzuschulen und zu verhindern, dass sie die Schule abbrechen.