Beim Fürstenberg-Neujahrsempfang geht es um sinkenden Bierkonsum, neue Trends – und ein klares Bekenntnis zu Region, Bierkultur und Donaueschingen.
Der Neujahrsempfang der Fürstenberg-Brauerei in Donaueschingen stand ganz im Zeichen des Dialogs über wirtschaftliche Herausforderungen, regionale Verbundenheit und die Zukunft der Bierkultur. In traditionellem Rahmen brachte die Brauerei Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Gastronomie und Gesellschaft zusammen und unterstrich damit einmal mehr ihre Rolle als fest verwurzelter Akteur im Schwarzwald-Baar-Kreis.
Neben vielen persönlichen Gesprächen nutzte die Fürstenberg-Brauerei den Abend, um sich als moderner Betrieb mit tiefen Wurzeln in Tradition und Handwerk zu präsentieren. Der Blick auf den Biermarkt im Jahr 2025 zeigt dabei ein Umfeld, das alles andere als einfach, aber zugleich spannend und herausfordernd ist.
Der Bierkonsum pro Kopf in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken – von rund 99 Litern im Jahr 2018 auf etwa 88 Liter in den Jahren 2024/2025. Zum Vergleich: In den 1970er-Jahren lagen die Spitzenwerte noch bei über 140 Litern. Zwar variieren die Zahlen leicht, der Abwärtstrend ist jedoch eindeutig und hält bereits seit den 1990er-Jahren an. Vor allem jüngere Generationen trinken weniger Bier.
Vollbiere verlieren an Bedeutung
Klassische Vollbiere verlieren an Bedeutung, während alkoholfreie Biere, Biermischgetränke und Spezialitäten zulegen, was auch ein zunehmender Markt für die Donauschinger Brauerei wird.
Hinzu kommen steigende Kosten für Energie, Rohstoffe und Logistik, die die gesamte Branche belasten und den Wettbewerbsdruck erhöhen – insbesondere für mittelständische Brauereien, wie Brauereichef Georg Schwende ausführte.
Trend zu bewusstem Konsum
Verstärkt wird diese Entwicklung durch gesellschaftliche Trends wie „Dry January“, „Sober October“ oder „No-vember“, die Teil eines breiteren Trends zu bewussterem Konsum sind und sich auch in den Bilanzen der Brauereien niederschlagen.
Gleichzeitig mahnte Schwende vor rund 300 geladenen Gästen zur Differenzierung. Ein generelles Verteufeln von Alkohol oder eine Null-Toleranz-Haltung gegenüber Bier halte er für überzogen, schließlich stehe Bier für eine jahrhundertealte Tradition und echtes Handwerk. Gerade vor diesem Hintergrund positioniere sich die Fürstenberg Brauerei bewusst als starke regionale Marke.
Die enge Verbundenheit mit der Region, langjährige Partnerschaften mit Gastronomie und Handel, Engagement im Sponsoring und bei Festen sowie ein klares Bekenntnis zu Qualität und Herkunft würden sich als wichtige Stabilitätsfaktoren erweisen.
Zeitgemäße Markenführung
Ergänzt werde dies durch eine zeitgemäße Markenführung mit regionalem Bezug sowie durch Erlebnis- und Eventformate, die Nähe schaffen und Emotionen wecken würden. Ganz nebenbei konnte sich Schwende einen augenzwinkernden Seitenhieb Richtung Furtwangen nicht verkneifen: „Fürstenberg ist Bierkultur vom Ursprung der Donau.“
Ob bei Veranstaltungen, öffentlichen Festen oder im Sportsponsoring – etwa bei den Eishockey-Cracks der Schwenninger Wild Wings – werde Bierkultur erlebbar gemacht. Ein besonderer Dank ging dabei an die Belegschaft: „Danke an das gesamte Team der Fürstenberger – die machen hier ganz einfach einen geilen Job.“
Der Blick in die Zukunft
Der Blick richtet sich nun auf 2026 und die kommenden Jahre. Als Teil der Paulaner Gruppe sieht Schwende darin einen echten Glücksfall. Die Paulaner Gruppe ist 2025 stark gewachsen und verfolgt das Ziel, sich vom reinen Bierhersteller zum führenden Getränkeproduzenten zu entwickeln.
Bereits zum 1. März 2026 soll mit Paulaner Cola ein koffeinhaltiges Getränk auf den Markt kommen. Gleichzeitig bekennt sich Fürstenberg klar zum Standort Donaueschingen – sowohl zur Bierproduktion als auch zur Nutzung von Synergien innerhalb des Netzwerks, etwa bei der Abfüllung von Paulaner Spezi in der kleinen Baarmetropole.
Regionaler Marktführer
Georg Schwende
bilanzierte beim Neujahrsempfang, dass die Fürstenberg-Brauerei, Stand November 2025, Marktführer in Absatz und Umsatz in Baden-Württemberg Süd ist, nicht zuletzt dank ihres Flaggschiffs, dem Pilsener. Mit einem leichten Absatzminus zum Vorjahr, das nicht genannt wurde, entwickelt sich die Fürstenberg-Brauerei deutlich besser als der baden-württembergische (minus sechs Prozent) beziehungsweise der gesamtdeutsche (minus 6,2 Prozent) Biermarkt. Das Hauptprodukt Pilsener sowie die alkoholfreien Produkte konnten zum Vorjahr 2024 sogar etwas zulegen.