Die Trachtenkapelle Spielberg hatte sich monatelang auf ihr Jahreskonzert vorbereitet. Foto: Jürgen Weiß

Seit Wochen und Monaten hatte die Trachtenkapelle Spielberg auf diesen Tag hin gefiebert. Endlich war es so weit, und die Türen der Bömbachhalle öffneten sich zum Jahreskonzert.

Um mehr Sitzplätze zur Verfügung stellen zu können, wurde das Catering-Team ins Foyer der Halle verlegt. So konnten rund 320 Stühle gestellt werden, die die Besucher nach und nach in Beschlag nahmen.

Die Jugend, unterstützt von einigen aktiven jung gebliebenen Musikern, eröffnete das Konzert mit drei abwechslungsreichen Stücken. Die musikalische Leitung hatte Dirigent Dominik Schmitt, dem die Jugend ebenso sehr am Herzen liegt wie Jugendleiter Stefan Lehmann, der in seiner kurzen Ansprache die personellen Nachwuchssorgen des Vereins nicht unerwähnt ließ.

Nach einer kurzen Umbaupause nahm das mit Gastmusikern aus Iselshausen, Besenfeld, Oberschwandorf, Egenhausen und Talheim verstärkte etwa 35-köpfige Orchester auf der Bühne Platz.

Lust und Energie von Beginn an spürbar

Von Beginn an wurde deutlich, wie viel Lust und Energie die Musiker versprühten. Mit dem ersten Stück „Along the Santa Fe Trail“, einem Werk des Komponisten Rob Romeyn, wird das Land und Leben entlang der historischen Transportroute quer durch den Südwesten Nordamerikas im 19. Jahrhundert dargestellt.

Weiter ging es mit „Conquest of Paradise“, einem Lied des griechischen Komponisten Vangelis. Es stammt aus dem Jahr 1992 und erlangte große Bekanntheit als Einmarschlied von Boxlegende Henry Maske. Bei diesem Stück wirkten die Kirchenchöre Spielberg und Egenhausen unter der Leitung von Simone Kirn mit, und sorgten für manchen Gänsehautmoment.

Mit „Captain Ahab“ auf Waljagd

Die Erleichterung war nicht nur bei Dominik Schmitt deutlich hörbar, auch das bis in die Haarspitzen angespannte Orchester atmete erleichtert auf, als der Schlusston der imposanten Konzertversion von „Moby Dick“ verklang. Komponist Michael Geisler beschreibt damit die schicksalhafte Fahrt eines Walfangschiffes, dessen Kapitän Ahab mit blindem Hass den weißen Wal Moby Dick jagt, der ihm ein Bein abgerissen hat, in fünf Teilen: „Ouverture“, „Captain Ahab“, „Deep Blue Sea“, „The White Wale“, und „Hymn to the Sea“.

Mit dem Medley „The Eagles in Concert“ von Rob Sebregts, das gekonnt zu einem klangvollen Ganzen verwoben wurde, verabschiedete sich die Kapelle in die Pause.

Chöre wirken mit

Für alle Volksmusikliebhaber ging es anschließend mit dem „Rainer Marsch“ von Hans Schmid schwungvoll weiter. Der Marsch wurde während des Ersten Weltkrieges komponiert und als zweite Landeshymne über Salzburgs Grenzen hinaus bekannt.

Beim nachfolgenden Programmpunkt nahmen abermals die Chöre aus Spielberg und Egenhausen ihre Positionen vor der Bühne ein und begleiteten, ebenso wie Benedikt Schweikhardt am schwarzen Flügel die Kapelle bei „Thank you for the Music“ der Schwedischen Popgruppe ABBA mit kraftvoller und überzeugender Intensität.

Medley mischt Schlager und Oldies

Das Arrangement von Kurt Gäble „Spirit of ’69“ präsentierte das Orchester als lockeres Medley mit einer sehr gelungenen Mischung aus beliebten Schlagern und Oldies, wie „Country Roads“, „I’m a Believer“ und „Massachusetts“.

Mit dem Polka-Potpourri „Mährische Spezialitäten“ von Freek Mestrini und der abschließenden „Weinkeller Polka“ – mit Ohrwurmcharakter und einer unvergesslichen Triomelodie – entstanden aus der Zusammenkunft einer Gruppe junger, sympathischer Musiker aus dem Salzburger Land mit dem Namen „Die stürmische Böhmische“ bewegte sich die Trachtenkapelle Spielberg wieder auf vertrautem Terrain.

„Fliegermarsch“ setzt den Schlusspunkt

Als Zugabe, die vom Publikum lautstark gefordert wurde, präsentierte die Kapelle „Viva la Vida“ der bekannten Popband Coldplay, wobei die beiden Chöre einmal mehr als besonderes Highlight mit einstimmten.

Mit dem „Fliegermarsch“, komponiert von dem Österreicher Hermann Dostal, bei dem die Zuhörer kräftig mitklatschen konnten, verabschiedete sich das Orchester endgültig von der Bühne. Durchs Programm geführt hatten Manuela und Milena Rist.

Bohnet erhält Gold mit Diamant

Bevor Doris Schmitt vom Kreisblasmusikverband Calw bereits vor der Pause langjährige und verdiente Mitglieder der Trachtenkapelle ehrte, hatte das Orchester das Publikum mit der ruhigen, lyrischen Komposition „Yellow Mountain“ von Jacob de Haan auf diesen Teil der Veranstaltung eingestimmt. Schmitt überreichte Dennis Macht für zehnjähriges Musizieren in der Trachtenkapelle die Ehrennadel in Bronze, für 20 Jahre erhielt Karin Lehmann die Ehrennadel in Silber. Die Ehrennadel in Gold mit Diamant erhielt der Vorsitzenden, Karl-Heinz Bohnet, für seine 60-jährige Tätigkeit in der Kapelle. Für Stefan Lehrmann, der seit zehn Jahren als Jugendleiter wirkt, und Schriftführerin Bärbel Bauer gab es die Fördernadel in Bronze. Seit 30 Jahren ist Hannelore Kirn Kassiererin. Sie erhielt die Fördermedaille in Gold, ebenso wie Dieter Krauss, der sich seit drei Jahrzehnten als Jugend- und Vizedirigent, Notenwart und kommissarischer Jugendleiter engagiert, und Wilfried Lehmann. Letzterer betätigte sich 35 Jahre lang als Jugendleiter und zweiter Vorsitzender.