Die Trachtenkapelle Brandenberg feiert ihr 100-jähriges Bestehen mit einem dreitägigen Fest. Der Vorverkauf für die Konzerte am Jubiläumswochenende ist nun gestartet. Foto: zVg/Trachtenkapelle Brandenberg

100 Jahre Trachtenkapelle Brandenberg wird vom 17. bis 19. Juli ganz groß gefeiert – mit dabei ist als Höhepunkt die berühmte Formation „Innsbrucker Böhmische“.

Die Trachtenkapelle Brandenberg blickt in diesem Jahr auf ihr 100-jähriges Bestehen zurück und feiert dies groß mit einem dreitägigen Fest. Mit dabei ist auch die siebenköpfige Formation „Innsbrucker Böhmische“, die Blasmusik auf allerhöchstem Niveau präsentiert.

 

Das Jubiläum ist die Gelegenheit auf die Geschichte des Musikvereins zu blicken. Ungewöhnlich scheint dabei schon die Entstehung: Denn als Wiege des heutigen Vereins gilt der Radfahrverein „Radlerlust“, der sich bereits 1923 gegründet hatte. Den Radlern kam im Jahr 1924 der Gedanke auf, eine eigene Blechtanzmusik zu gründen. Schon ein Jahr später beschloss eine Abteilung sich vom Radfahrverein zu trennen und sich Musikverein Brandenberg „Echo vom Feldberg“ zu nennen. Am 21. März 1926 war es dann soweit und der Verein wurde in seine Unabhängigkeit entlassen. Dies gilt auch als das eigentliche Gründungsdatum.

Holzeinschlagen für Uniformen

Ein Meilenstein war die Wiederbelebung des Vereins nach dem zweiten Weltkrieg im Jahr 1948. Gleichzeitig wurde eine Theatergruppe gebildet. Aber auch die Anschaffung neuer Uniformen im Jahr 1952 war kein leichtes Unterfangen für die Musiker. Sie trugen bisher die abgetragenen Uniformen der Feuerwehr.

Mit dem Einschlagen von 40 Festmetern Holz auf dem Feldberg konnten sie sich die neue Kleidung überhaupt erst finanzieren. 1966 wechselten sie dann in die Schwarzwälder Tracht. Ab 1970 konnten auch Frauen in den Verein aufgenommen werden, wie Petra Walleser, die seit 2020 Vorsitzende ist, heute schmunzelnd erzählt. Die Bedingung: Sie mussten im Umkreis von acht Kilometern wohnen.

Seit 1989 nennt sich der Verein „Trachtenkapelle Brandenberg“.

Nur fünf Dirigenten in hundert Jahren

„Eine weitere Besonderheit in der Geschichte unseres Vereins ist die geringe Anzahl an Dirigenten“, wie Walleser betont. Denn in hundert Jahren waren es nur fünf. Der erste, Eduard Thoma, war zwei Mal im Amt und das insgesamt 38 Jahre. Fünf Jahre führte Erich Hertweck den Taktstock. Willi Beckert war mit 33 Jahren ebenfalls ewig Dirigent und Kurt Wagner führte von 1991 bis 2025, also ganze 34 Jahre den Taktstock und wurde dann von Axel Friedrich abgelöst.

Damals wie heute präsentieren sich die Musiker an 40 bis 50 Auftritten pro Jahr. Die Besonderheit: Nicht nur mit Blasmusik, sondern auch mit Gesang, unterhalten sie das Publikum.

Die Musiker haben auch schon drei eigene Tonträger aufgenommen und treten nicht nur in der Region auf, sondern auch auf Konzertreisen, so auch schon mal in den USA.

Gut aufgestellt an Mitgliedern sei man aktuell, freut sich Walleser. Dafür sei auch die Jugendausbildung ein wichtiger Baustein in der Vereinsarbeit. Aktuell werden drei Zöglinge ausgebildet, im September beginnt einer neuer Kurs.

Ganz besonders stolz ist der Verein auf die nun erhaltene Auszeichnung: Die Trachtenkapelle wird „für eine jahrhundertealte musikalische Tradition“ mit der Pro-Musica-Plakette geehrt. Die vom Bundespräsidenten gestiftete Auszeichnung gilt als die höchste Ehrung für instrumentale Amateurmusik in Deutschland.

Das Jubiläumsfest

Drei Tage lang
wird das Jubiläum gefeiert am Wochenende vom 17. bis 19. Juli beim Festplatz im Dorfkern. „Das Programm ist vielversprechend und es ist für jeden etwas dabei“, verspricht Walleser.

Den Auftakt
macht der Festakt am Freitag, 17. Juli, zu dem die Trachtenkapelle Brandenberg selbst aufspielt sowie die „Bradlberg Musig“ aus Österreich, sechs Vollblutmusiker, die der Vorarlberger Tanzmusik frischen Wind verleihen.

Am Samstag, 18. Juli,
steigt unter dem Motto „Blasmusik der Extraklasse“ ein Konzertabend mit dem absoluten Höhepunkt, der „Innsbrucker Böhmische“. Die sieben hochrangig ausgezeichneten Musiker konnten sich in 30 Jahren in viele Herzen von Musikliebhabern spielen. Mit dabei Matthias Rauch als Komponist der bekannten Polka „Böhmischen Liebe“. Zunächst aber unterhält die Formation „Blasmusikfieber“ aus dem Wiesental.

Der Sonntag, 19. Juli,
steht unter dem Motto: „Das Finale für unsere Freunde“ mit Blasmusiken aus Nah und Fern sowie der heimischen Formation „Blächforest“.

Der Vorverkauf:
Karten für 8 Euro für Freitag und für 28 Euro für Samstag gibt es seit Montag, 2. März, bei Mode Asal sowie der Avia-Tankstelle in Todtnau. Ein Kombiticket für beide Tage gibt es für 33 Euro. Für den Festsonntag braucht es keine Tickets.

Die Chronik:
Die komplette Historie des Vereins kann jeder in einer neu aufgelegten Chronik nachlesen. Eine kleine limitieret Ausgabe hochwertig als gebundenes Buch gedruckt wird am Jubiläum verkauft.