Bei einem Kurzurlaub in Bad Wildbad entdeckte Mettlachs Hauptamtsleiter Wolfgang Kohn 2014 den Baumwipfelpfad. Zurück im Saarland strebte er den Bau in seiner Heimat an.
Der Baumwipfelpfad „Saarschleife“ besteht 2026 seit zehn Jahren, und der Wildbader Gipfelweg mit Turm ist praktisch dessen Pate.
Die Idee im Mettlacher Ortsteil Orscholz ein solches Ausflugsziel zu errichten, hat nämlich der Hauptamtsleiter der saarländischen Gemeinde, Wolfgang Kohn, aus dem Schwarzwald mitgenommen.
Er weilte zu einem Kurzurlaub im Oktober 2014 in der Bäderstadt und lernte mit seiner Frau Margit Weber die Anlage wenige Wochen nach der Eröffnung kennen. Wie das so geht bei Patenkindern: Der Turm mit Blick tief hinunter bis zur namengebenden Haarnadelkurve der Saar übertrifft mit 42 Metern den von Bad Wildbad um zwei Meter.
Rund 1,2 Kilometer Weglänge durch sowie über die Baumwipfel und ein weiter Blick in die Landschaft bleiben als Gemeinsamkeiten. Dies gilt auch für das Baumaterial von jeweils rund 1000 Kubikmetern Douglasien- und Lärchenholz, die stählerne Tragkonstruktion und über 100 000 Schrauben oder die gleichmäßige Steigung von sechs Prozent auf dem barrierefreien hölzernen Weg zur Aussichtsplattform des Turms.
Rückblick zur Entstehung
Für das Kreis-Heimatbuch des Landkreises Merzig-Wandern, in dem das mit Bad Wildbad ungefähr gleich große Mettlach mit seinen zehn Ortsteilen liegt, haben anlässlich des zehnjährigen Bestehens „ihres“ Baumwipfelpfades Wolfgang Kohn und Margit Weber einen Rückblick zur Entstehung verfasst.
Den Entwurf erhielt der Autor über den Wildbader Gemeinderat Jochen Borg. So entstand Kontakt zu Kohn.
Der Überschrift, „10 Jahre Baumwipfelpfad Saarschleife“, folgt die Unterzeile: „Wie aus einer ‚kleinen‘ Entdeckungsreise ‚Großes‘ entstand“.
Begeisterung und Ausblick
Kaum in Wildbad angekommen, heißt es in dem Beitrag, habe Hotelchefin Cornelia Munde vom „Sonnenhof“ den Besuch der neuen Attraktion der Bäderstadt empfohlen. Trotz etwas trüben Wetters wurde ihr Vorschlag befolgt und dies am Ende nicht bereut.
„Schon nach den ersten Metern auf dem noch sehr frisch aussehenden und entsprechend nach Holz riechenden Steg wächst unsere Begeisterung“, heißt es in dem mehrseitigen, als Buchsatz gefertigtem Manuskript. „Erst jetzt, beim Aufstieg durch den spiralförmigen Turm wird uns bewusst, dass der gesamte Weg ohne Stufen verläuft. Als wir oben ankommen, erschließt sich uns ein unbeschreiblicher Ausblick in alle Himmelsrichtungen.“
Kaum in Mettlach zurück, sandte Kohn am 18. Oktober 2014 eine E-Mail an den Bauherrn Erlebnisakademie (EAK), in der unter anderem Folgendes zu lesen war: „Das Waldareal oberhalb der Saarschleife von den Saarsteilhängen über Kurpark bis hin zum Ortsrand würde sich nach meiner Einschätzung hervorragend für ein ähnliches Projekt wie von Ihnen zuletzt in Bad Wildbad realisiert eignen. […] Eine mit Bad Wildbad vergleichbare Turmanlage würde je nach Positionierung eine Aussicht auf die Saarschleife ermöglichen, wie man sie bislang nur von Flugzeugaufnahmen kennt.“
Die EAK war rasch überzeugt, dass auch der heilklimatische Kurort mit rund 200 000 Übernachtungen nahe Luxemburg und Frankreich und dem Sitz des Weltunternehmens Villeroy & Boch ein guter Standort ist. Kaum zwei Jahre später stand der Baumwipfelpfad Saarschleife.
Vier Monate Bauzeit
Als Hauptamtsleiter und stellvertretender Geschäftsführer der Eigengesellschaft Saarschleife-Touristik begleitete Wolfgang Kohn das Vorhaben – dem der Mettlacher Bauausschusses schon am 27. November 2014 zustimmte – und forcierte Genehmigungen und Zuschüsse.
Als alles unter Dach war, stand das durch den Besuch in Bad Wildbad angestoßene Projekt nach viermonatiger Bauzeit.
Im März 2017 besuchten Vertreter aus der Bäderstadt zusammen mit dem damaligen Bürgermeister und heutigen CDU-Bundestagsabgeordneten Klaus Mack den Turm, der 250 Kilometer entfernt ähnlichen Wald- und Landschaftsgenuss verheißt, wie sein Muster auf dem Sommerberg.