Für Ortsvorsteher Reiner Ullrich ist das Römerkastell das bestbesuchte Museum der Stadt. Foto: Herzog

Der Erlebnisbauernhof, Römerkastell und Freizeitgelände in Waldmössingen weisen hohe Besucherzahlen aus. Sie spielen aber im Tourismus der Stadt kaum eine Rolle.

Im Ortschaftsrat stellte Andrea Müller vom Fachbereich Kultur und Soziales jüngst den Tourismus- und Marketingbericht 2022 vor.

 

Müller zufolge wurde bei den Übernachtungszahlen nach zwei pandemiebedingt harten Jahren fast wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht. 2022 gab es 108 530 Übernachtungen, was ein deutliches Plus von 41 Prozent zum Jahr davor (77069) bedeutete. Außerdem gab es 25 791 Ankünfte, die gegenüber 2021 (17076) um 51 Prozent stiegen. 46 Prozent der Gäste übernachteten in Tennenbronn, 40 Prozent in Sulgen und nur 10,8 Prozent in der Talstadt. Sie kamen zu 79 Prozent aus Deutschland, davon wiederum 36 Prozent aus Baden-Württemberg und elf Prozent aus Nordrhein-Westfalen. Bei den ausländischen Urlaubern rangierte die Niederlade mit 31 Prozent an erster Stelle vor der Schweiz (13) und Polen (sechs).

Einige Veranstaltungen

Angeboten wurden Pilzexkursionen, Burg- und Parkführungen, zudem Veranstaltungen wie ein Konzert mit dem Museum Erfinderzeiten, jahreszeitliche Rallyes durch die Innenstadt, Burgensommer, Ginwanderung, Summerland und Weihnachtsmarkt. Der Wirtschaftsfaktor Tourismus generiere in Schramberg 400 direkte Vollzeitarbeitsplätze und 1200 anteilig beschäftigte Personen sowie circa 14 Millionen Euro netto Wertschöpfung, führte Müller aus.

Roland Weißer vermisste stattgefundene Sportveranstaltungen wie den Megatrail. Auch da würden Sportler mit dem Wohnmobil anreisen. Er wollte wissen, ob es eine Erhebung über Wohnmobil-Übernachtungen gebe. Dies verneinte Müller, „weil die sich bei uns nicht anmelden“.

Wie spielt man eine Rolle?

Ralf Kopp erinnerte an das im September von Steffi Knebel vom Büro studiostadtlandschaft vorgestellte Konzept des Weiherwasengeländes. Da habe Knebel betont, dass Erlebnisbauernhof, Römerkastell und Sport- und Freizeitgelände für den Tourismus der Stadt keine Rolle spielten. „Das verstehe ich nicht ganz“, räumte Kopp ein. Müller erklärte dies mit fehlenden Übernachtungsmöglichkeiten in Waldmössingen. Die Touristen würden deshalb in der Stadt und anderen Stadtteilen übernachten. „Dann spielt das Weiherwasengelände also doch eine Rolle im Tourismus“, folgerte Kopp.

„Meistbesuchtes Museum der Stadt“

Nach Darstellung von Ortsvorsteher Reiner Ullrich habe der Stadtteil mit dem Römerkastellturm ein Highlight, bei dem es sich um das bestbesuchte Museum der Stadt handle. Knebel habe in ihrem Vortrag hervorgehoben, dass man auf dem Weiherwasengelände mehrere Freizeitangebote hintereinander nutzen könne.

„Wenn wir jetzt noch eine Übernachtungsstruktur in Waldmössingen hätten, würde der Stadtteil in dem Tourismusbericht ganz anders vorkommen“, war sich der Ortsvorsteher sicher. Für Jürgen Kaupp war es unstrittig, dass das Weiherwasengelände die meist besuchte Freizeiteinrichtung der Stadt ist.