Eine ganze Menge Idylle bringt Unterkirnach in die Waagschale, wenn es um Unterkirnach als Ferienort geht. Foto: Ulrich Schlenker

Unterkirnach setzt beim Tourismus auf Familien mit Kindern. In diesem Jahr waren die Übernachtungszahlen bislang leicht rückläufig. Künftig will das Schwarzwalddorf Soziale Medien bei der Werbung für den Ferienort stärker in den Fokus rücken.

Mit einem klaren Ziel vor Augen und dem Einsatz moderner Marketingmethoden will das Schwarzwalddorf den Tourismus voranbringen.

 

John Mohr, der neue Leiter für Tourismus, stellte im Gemeinderat seine Vorstellungen zur künftigen Tourismusförderung in Unterkirnach vor. Dabei ging er zunächst auf die Ausgangslage ein. „In diesem Jahr zählen wir bisher 56 295 Übernachtungen“, berichtete der Marketingleiter. Im letzten Jahr lag die Zahl mit 64 686 Übernachtungen etwas höher, allerdings für komplette zwölf Monate.

Familien und Senioren

Mit 42,3 Prozent Familien und 43,4 Prozent Senioren gab es innerhalb der Touristen zwei in etwa gleich große Gruppen. „70 Prozent unserer Urlaubsgäste kommen aus Deutschland und zehn Prozent aus der Schweiz“, wies Mohr auf den hohen deutschsprachigen Anteil hin. Das Durchschnittsalter lag zuletzt bei 46 Jahren.

Marketingfachmann Mohr machte deutlich, dass die Festlegung einer touristischen Zielgruppe der Schlüssel für erfolgreiche Maßnahmen der Tourismusförderung sei. Dabei stellt er Familien mit ein bis drei Kindern in den Vordergrund, die für einen Aufenthalt von zwei bis sechs Nächten meist von nicht sehr weit anreisen. Sparsamkeit und Unternehmungslust vor allem in der Natur sieht Mohr als persönliche Präferenzen dieser Urlauber von morgen.

Soziale Medien sollen stärker in den Fokus rücken

Soziale Medien sollen bei der Umwerbung dieser Zielgruppe eine größere Rolle als bisher spielen. „Mehr Menschen als früher entscheiden sich hierüber für einen Urlaub“, weiß der Leiter des Tourismusbüros. Kurzvideos sind mein Herzensthema, verriet er. „Hätten wir die Spielscheune nicht, wäre das touristisch ein Desaster“, machte Mohr aber auch deutlich.

Susanne Ciampa fragte nach einem möglichen Zusammenhang zwischen den zuletzt rückläufigen Übernachtungen und der Touristenwerbung. „Wir müssen den Köder schmackhafter machen, nicht mehr Angeln reinwerfen“, antwortete John Mohr mit einem bildlichen Vergleich. Auf die Frage von Sabine Wagner nach Qualitätsansprüchen an die Unterkünfte vertrat er die Meinung, dass man hier nicht aufrüsten müsse. „Bestehende Angebote besser an die Zielgruppe anpassen“, nannte er als einen Ansatz. Als Beispiel erwähnte Mohr kinderfreundliche Führungen.

Hapimag ist eine wichtige Anlaufstelle

Michael Klafki erfuhr, dass gut 71 Prozent der Unterkirnacher Touristen im Hapimag übernachten. Patrick Seng sprach eine mögliche Zusammenarbeit bei der Suche nach einem neuen Pächter für den Fohrenhof an. „Wir haben ein Video gemacht. Das wird auch Hapimag hochladen“, ließ Mohr wissen. Er informierte, im engen Kontakt mit Hapimag Unterkirnach zu stehen. „Marketingtechnisch sind wir in einem anderen Niveau angekommen“, zeigte sich Bürgermeister Andreas Braun über die Tourismus-Präsentation erfreut.