Südlich der Kastellhalle sollen am bisherigen Standort weitere Wohnmobil-Stellplätze angelegt werden. Damit entschied sich der Ortschaftsrat gegen den Vorschlag der Verwaltung, die einen Standort östlich der Halle favorisierte. Foto: Herzog

Wie zuvor in Tennenbronn waren im Ortschaftsrat Waldmössingen sowie im Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) potenzielle neue Stellplätze für Wohnmobile im Stadtgebiet Thema.

Schramberg-Waldmössingen - An der Kastellhalle sollen am bisherigen Standort weitere Wohnmobil-Stellplätze hergestellt werden. Vor allem für Familien wäre dies touristisch attraktiv, weil sich in direkter Umgebung Abenteuerspielplatz, Römerkastell und Erlebnisbauernhof befinden.

Veronika Schneider von der Abteilung Stadtplanung stellte das "Dauerbrenner-Thema" potenzielle Wohnmobil-Stellplätze im Stadtgebiet vor. Nachdem vier Transitplätze in der Talstadt errichtet worden seien, bestünde weiterhin der Wunsch nach langfristig nachhaltigen und touristisch eingebundenen Stellplätzen. Deshalb sei eine "Wohnmobil-Matrix" ausgearbeitet worden, schilderte Schneider.

Synergieeffekte nutzen

Für Waldmössingen betreffend seien drei Transitplätze auf dem Parkplatz südlich der Kastellhalle vorhanden, die gut angenommen und von den Nutzern gelobt würden. Für weitere sechs Plätze favorisierte die Stadt einen Standort östlich der Halle. Dafür müsse dann ein Bebauungsplan aufgestellt und der Flächennutzungsplan (FNP) geändert werden. Laut der Campingplatz-Verordnung (CPIVO) des Landes müsse bei mehr als drei Plätzen ein Sanitärgebäude errichtet werden.

Dabei könnten, wie beim Wittum-Parkplatz in Sulgen, Synergieeffekte mit dem Umfeld überprüft werden. Eventuell reiche der Erlass einer straßenrechtlichen Sondernutzungssatzung aus, wodurch auf die Vorschriften der CPIVO verzichtet werden könne. Eine rechtliche Einschätzung hierzu stehe noch aus, so die Stadtplanerin.

An gleiche Stelle, bitte

Rat Ralf Kopp begrüßte den vorgeschlagenen Standort. Er wundere sich jedoch, weil er wiederholt darauf gedrängt habe, weitere Parkplätze genau an jener Stelle anzulegen und dies von der Verwaltung abgelehnt worden sei. "Das stimmt", räumte Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr ein, "weil es eine Änderung im FNP erforderlich macht und auch ein Bebauungsplan aufgestellt werden muss". Auch für Wohnmobil-Stellplätze müsse Baurecht geschaffen werden, fügte Ortsvorsteher Reiner Ullrich hinzu.

Annette Jauch forderte, die Zufahrt zu den neuen Plätzen müsse vom Parkplatz aus erfolgen, um weiteren zunehmenden Verkehr in der Weiherwasenstraße zu vermeiden. Sabine Munz wollte wissen, ob sich der Ortschaftsrat auf diesen Standort festlege, wenn er gemäß der Beratungsvorlage den Beschluss so fasse. Sie könne sich gut vorstellen, dass bei Veranstaltungen in der Kastellhalle Camper dort nicht einfach zum Duschen reinkönnen.

Weiherwasenstraße verbreitern?

Angesichts dieser Umstände forderte Bernd Katz, neue Stellplätze am bisherigen Standort anzulegen. "Wir verzetteln uns sonst. Der von der Verwaltung vorgeschlagene Bereich lässt später keine Erweiterung zu", urteilte er. Ähnlich äußerten sich weitere Räte, die zudem darauf bestanden, dass wegen neuer Stellplätze keine Parkplätze geopfert werden dürfen.

Tiefbau-Abteilungsleiter Konrad Ginter gab zu Bedenken, bei der Verlegung des Standorts an die Kläranlage wäre die Weiherwasenstraße als Zufahrtsstraße zu schmal und müsste auf 5,50 Meter Breite ausgebaut werden. Jürgen Kaupp stellte nüchtern fest: "Wir befinden uns mal wieder in einer Beratung über dieses Gelände, wo der Ortschaftsrat schon lange ein Gesamtkonzept fordert, aber noch nicht hat.".

Sondernutzungssatzung prüfen

Mit einer Enthaltung beschloss der Rat, weitere Wohnmobil-Stellplätze am bisherigen Standort südlich der Kastellhalle herzustellen, ohne dass bestehende Auto-Parkplätze wegfallen.

Über den veränderten Beschluss aus Waldmössingen informierte Schneider Tage später im AUT. Dort verwies Kaupp (CDU) auf erwähnte straßenrechtliche Sondernutzungssatzung und das mit dieser möglicherweise unkompliziert Erfolge erzielt werden könnten. Die CDU habe bei der Freien Liste vorgefühlt – er schlug nun vor, dieses Mittel in einer Arbeitsgruppe aus Verwaltung und je einem Fraktionsvertreter zu prüfen, bevor man über weitere Stellplätze rede. Möglicherweise könne dies auch andernorts angewandt werden.

Danach zu Potte kommen

Schneider sagte, man würde mit der Anwendung dieser Satzung einen Präzedenzfall schaffen, was mit einer gewissen Unsicherheit verbunden sei. Fachbereichsleiter Matthias Rehfuß ergänzte: "Im Gesetz steht, mal sollte das nicht anwenden. Es hat halt noch niemand dagegen geklagt."

Weil in der anstehenden Gemeinderatssitzung am 26. Januar die Fraktionssprecher ihre Haushaltsreden halten, wolle sie ohnehin die Tagesordnung knapp halten, so Eisenlohr. Daher würde über das Thema Wohnmoobil-Stellplätze erst am 2. März entschieden und es gebe Zeit für dieses Arbeitsgruppen-Treffen. Oskar Rapp (Freie Liste) sprach den Anwesenden aus der Seele, als er darum bat, die Ergebnisse aus diesem Treffen bald zu kommunizieren, dass am 2. März auch endlich mal etwas zu diesem Thema entschieden werden könne.