Nicht nur Industrie und Dienstleistungen, auch der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Schramberg.
Von rund 100 000 Übernachtungen im Jahr 2024 konnte Ralf Heinzelmann von der Wirtschaftsförderung im Verwaltungsausschuss berichten. Rund 20 000 davon waren Geschäftsreisende. Während diese um 6,6 Prozent zulegten, nahmen Privatreisende um 2,3 Prozent ab, so dass es bei den Übernachtungszahlen einen leichten Rückgang von 0,5 Prozent gab. Als Grund dafür, so Heinzelmann, habe man drei Übernachtungsbetriebe identifiziert, die 2024 zusammen 3000 Übernachtungen weniger als in den Vorjahren hatten. Rechne man diese drei heraus, ergäbe sich für Schramberg derselbe Aufwärtstrend wie sonst im Schwarzwald. „Wir gehen auf diese drei Betriebe zu und schauen, wo wir sie unterstützen können“, erklärte Heinzelmann auf eine entsprechende Anfrage unserer Redaktion dazu.
Schwerpunkt Familien
Die meisten Übernachtungen gibt es nach wie vor in Tennenbronn mit einem Anteil von 43 Prozent, gefolgt von Sulgen mit 40 Prozent und der Talstadt mit 13 Prozent. Auch die Aufenthaltsdauer ist in Tennenbronn mit 6,1 Tagen am höchsten (Durchschnitt 4,5 Tage). Hauptzielgruppe sind nach wie vor Familien mit einem Anteil von 48 Prozent, mit einem Anstieg im Vergleich zum Vorjahr 2023, als es 44 Prozent waren. 21 Prozent sind Geschäftsreisende, 19 Prozent Einzelreisende oder Paare und zwölf Prozent Sonstige (zum Beispiel Durchreisende oder Gruppen). Fast 80 Prozent der Gäste stammen aus Deutschland, davon 40 Prozent aus Baden-Württemberg. Die meisten ausländischen Gäste kommen aus den Nachbarländern Schweiz, Niederlande, Belgien und Frankreich.
Als Marketinginstrument nutze die Stadt Instagram und habe dort 2024 etwa 2400 Follower gezählt, mittlerweile seien es 3000. Das beliebteste Druckprodukt sei der Wanderführer mit einer Auflage von 5000 Stück jedes Jahr.
Wirtschaftsfaktor Tourismus
Heinzelmann referierte danach in seinem Bericht weitere wichtige Zahlen, die die Schwarzwald Tourismus GmbH berechnet hat: Mit 100 000 gemeldeten Übernachtungen und 130 000 Übernachtungen im „grauen Markt“ (touristischen Übernachtungen, die nicht in der amtlichen Beherbergungsstatistik erfasst werden) sowie geschätzten 383 000 Tagesreisen beschert der Wirtschaftsfaktor Tourismus der Stadt einen Gesamtumsatz von 24,3 Millionen Euro brutto, beziehungsweise 21,06 Millionen Euro netto. Das Steueraufkommen für Schramberg beträgt 541 000 Euro. „400 direkte Vollzeitarbeitsplätze und 1200 anteilig Beschäftigte hängen vom Tourismus ab“, hob Heinzelmann hervor.
Er verwies auf die Zusammenarbeit mit der Schwarzwald-Tourismus Kinzigtal, die zum Beispiel Weiterbildungen anbiete, den Kinzigtalsteig und Messeauftritte organisiere.
Bei den touristischen Aktivitäten in Tennenbronn dankte Heinzelmann besonders den dortigen Vereinen, die die Spiellandschaft betreiben und die Stadt „extrem unterstützen“. Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr ergänzte, dass auch der Tennenbronner Ortschaftsrat ein Wochenende bei der Spiellandschaft übernehme. Heinzelmann zählte weiter auf die Veranstaltungsreihe Summerland, die Betreuung und Bewerbung Premiumwege, die Kooperationen mit dem Ferienpark und dem Ferienprogramm (Kräuterführungen, Mühlenvorführung). Zu Waldmössingen erwähnte er den „Beitritt zur Römerstraße“ und den Erlebnisbauernhof als besonderes „Highlight“.
Als nächste Schritte bei der Arbeit am Tourismuskonzept zählte Heinzelmann schließlich noch auf: „Die gezielte Weiterentwicklung von Angeboten, zum Beispiel digitale Erlebnisse schaffen und die Entwicklung eines Familienwanderwegs.“