Ulrich Döbereiner ist seit einem Jahr Leiter der Touristik und Kur (TuK) Schömberg. Im Interview zieht er eine erste Bilanz und blickt auf kommende Aufgaben. So viel ist klar: Der Himmelsglück-Turm wird ihn weiterhin beschäftigen.
Am 1. Februar 2023 hat Ulrich Döbereiner seinen Posten als Schömberger Touristik-Chef angetreten. Zeit zur Einarbeitung blieb kaum, es sei gleich richtig losgegangen. Über seinen Start im Nordschwarzwald sagt der 50-Jährige: „Das Jahr ist schnell herumgegangen.“
Herr Döbereiner, wie glücklich sind Sie nach einem Jahr in der Glücksgemeinde?
Ich bin ja ein Vollbluttouristiker: Meine Arbeit ist sehr vielseitig und macht Spaß. Man hat es mit den verschiedensten Dingen zu tun, und Schömberg hat viele Facetten. Und das TuK-Team ist gut. Das macht Spaß.
Welche Bilanz ziehen Sie für sich: Was haben Sie in ihrem ersten Jahr bewegt?
Die erste Zeit ist immer geprägt vom Kennenlernen. Die wichtigsten Personen kennt man jetzt, man weiß wie und was. Auch im Team zusammenzuarbeiten ist eine ganz wichtige Sache. Gerade hinsichtlich des Himmelsglück-Turms und des Waldflugs versuchen wir uns zu überlegen: Was kann man noch besser machen? So haben wir einige Veranstaltungen am Turm gemacht, zum Beispiel eine After-Work-Party – was wir in diesem Jahr fortsetzen. Gerade sind wir dabei, uns ein Marketingkonzept zu überlegen, um in den umliegenden Zentren wie Pforzheim, Karlsruhe oder Stuttgart bekannter zu werden.
Wo liegt das größte Potenzial Schömbergs?
Ich sehe Schömberg als Naturerlebnisziel: Die Landschaft, das Klima, man kann hier wunderbar wandern. Man hat den Turm mit dem Waldflug. Zusammen ist dies das Hauptpotenzial. Jetzt gibt es Überlegungen, wie sich die einzelnen Attraktionen gemeinsam vermarkten lassen. Dass die Besucher auf den Turm gehen, aber auch Minigolf spielen, einen Kaffee trinken und einkaufen gehen in Schömberg, das ist unser Wunsch.
Welches Potenzial bietet das Label „Glücksgemeinde“?
Es ist ein Alleinstellungsmerkmal. Der Begriff ist ja geschützt. Wir können darauf aufbauen und versuchen, mit dem Thema Glück zu spielen: etwa „Himmelsglück“ oder die „Glücksmomente“, unsere Veranstaltungsreihe. Wir arbeiten damit und werden auch so wahrgenommen und angesprochen: „Schömberg? Ihr seid doch die Glücksgemeinde!“
Was sind die Herausforderungen für einen kleinen Ort im Nordschwarzwald, der möglichst viele Touristen anziehen möchte?
Die begrenzten finanziellen Mittel. Die werden auch nicht mehr werden, gerade wenn die Ausgaben der Gemeinde in verschiedenen Bereichen steigen. Mit den Mitteln, die man hat, muss man effizient arbeiten. Das ist schon eine der größten Herausforderungen. Und die verkehrliche Anbindung ist eine Herausforderung. Wenn wir einen Bahnhof hätten, wäre sie noch besser.
Mit dem Himmelsglück-Turm, Flying Fox und Flyline hat Schömberg eigentlich echte Besuchermagnete. Warum bleiben diese trotzdem hinter den Erwartungen zurück?
Wir versuchen ja, das Angebot bekannter zu machen. Dafür arbeiten wir mit Busreiseveranstaltern zusammen. Wir wollen auch Vereine und Organisationen anschreiben wegen möglicher Ausflüge zum Turm. Und wir wollen dort, wie gesagt, mehr Events machen. Sicherlich müssen wir auch an der Sichtbarkeit des Turms im Ort arbeiten. Da wollen wir mit den Einzelhändlern und der Hotellerie sprechen, welche Möglichkeiten es gibt. Davon abgesehen sind diese Attraktionen natürlich sehr wetterabhängig.
Welches Projekt möchten Sie als nächstes anpacken?
Gerade läuft ja noch ein großes Projekt: der Kur- und Heilwald, der im Frühjahr fertig wird. Da haben wir stark mit der Reha-Klinik zusammengearbeitet. Der Wald ist ein Bereich im Eulenbachtal, unter anderem mit einem Glücks- und einem Entschleunigungsweg. Und es gibt einen Motorikpark, genauso wie Hängematten zum Entspannen. Der Kur- und Heilwald soll am 27. April eröffnet werden. Und dann müssen wir die Augenblick-Runde noch fertigkriegen. Alles andere sind Überlegungen, die vom Gemeinderat noch beschlossen werden müssen – so würden wir gerne die Kugelbahn am Fuße des Himmelsglück-Turms erweitern. Auch die Aufenthaltsqualität dort soll verbessert werden, und wir wollen mehr Veranstaltungen anbieten. Beim Kurhaus soll zudem ein Food-Truck-Festival stattfinden.
Wo in Schömberg fühlen Sie sich am glücklichsten?
Ich bin gerne im Kurpark unterwegs, da sitze ich auch gerne auf der Terrasse am Kurhaus. Und ich war jetzt ein paar Mal im Eulenbachtal, das ist eine wunderschöne Ecke. Auf dem Turm oben ist es natürlich auch schön.