Pulverfabrikant Max von Duttenhofer kann Teilnehmern der gewandeten Führung viel über Rottweils Brücken berichten. Foto: Siegmeier

Die inszenierte Brückenführung kommt bestens an. Die Touren waren am Wochenende schnell ausgebucht – trotz Zusatzterminen. Weitere Angebote sind geplant.

Im Rottweiler „Jahr der Brücken“ steht nicht nur die neue Hängebrücke im Fokus, sondern auch die anderen Bauwerke, die die Innenstadt erschließen und über den Stadtgraben und die Neckarauen hinweg wichtige Verbindungen schaffen.

 

Die Gästeführer haben unter dem Titel „Rottweiler Brücken“ dazu eigens eine gewandete Führung inszeniert, die am Wochenende Premiere feierte. Sämtliche Termine für die Touren waren im Nu ausverkauft, ebenso die spontan angebotenen Zusatztermine.

In den gut 90 Minuten können die Teilnehmer eintauchen in die Rottweiler Geschichte und erfahren von „Menschen von damals“, nicht nur viel Historie, sondern viele Infos zur jeweiligen Brücke, deren Bau und Bedeutung. So schimpfen die Wirtsleute der „Linde“ (Anke und Markus Wölfle), dass man ihnen das Viadukt einfach so vor die Nase gebaut habe. Das sei kein schöner Anblick. Aber das allein ist nicht das Problem, denn seit das Viadukt steht, kommen kaum noch Reisende den Lindenbuckel hoch und machen Rast in dem Gasthaus. Und das ist noch nicht alles, was sie zu bemängeln haben.

Ein Löwenkopf

Die Teilnehmer der Führung staunen auch nicht schlecht, als ihnen der Jesuit (Hans Aicher) erzählt, dass es in Rottweil eine Seufzerbrücke gibt. Ganz in Anlehnung an die bekannte Brücke in Venedig, aus der einst schon die Seufzer des Giacomo Casanova nach außen drangen.

Der „fabelhafteste Rottweiler“, wie sich Pulverfabrikant Max von Duttenhofer (Thomas Haßler) selbst bezeichnete, konnte eine Menge zur Hochbrücke erzählen, einer der ältesten Brücken im Land, über die heute noch der Verkehr rollt. Die Brücke sollte einst sogar mal gesprengt werden, was aber zum Glück verhindert werden konnte. Und der Löwenkopf des Hochbrücktors, ist heute noch als Wasserspeier, neben der Brücke in der Stadtmauer eingemauert, zu sehen.

Gefragte Termine

Von den Brücken insgesamt konnte der Fuhrmann Aloisius (Uwe Deiber) eine Menge berichten und der Schwarztorhüter (Jochen Egin) hatte für die interessierten Zuhörer so manche Geschichte parat aus seinem Dienst am Schwarzen Tor oder beim benachbarten Boltenbrückle, das kaum einer kennt. Helmut Kleiter übernahm als Erzähler die Überleitungen von Station zu Station .

Die nächste öffentliche Führung „Rottweils Brücken“, steht am Samstag, 20. Juni, auf dem Plan, weitere Termine sind ebenfalls zu buchen. Anmelden kann man sich über www.tourismus-rottweil.de.