Burg Hohenzollern und dann lange nichts? Auf keinen Fall, betont Silke Leibold, Geschäftsführerin der WFG für den Zollernalbkreis, bezüglich des touristischen Angebots in Hechingen.
Hechingen für Einheimische attraktiv und als Anziehungsmagnet für Touristen gestalten: Dieser Weg führt ohne Wirtschafts- und Tourismusförderung sowie Standortmarketing nicht zum Ziel. Im Zollernalbkreis verfolgt dieses die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) für den Kreis. Deren Geschäftsführerin Silke Leibold stattete den Hechinger Gemeinderäten in deren jüngster Sitzung einen Besuch ab und berichtete von den vielfältigen Aktivitäten ihres Hauses.
Angeregt hatte die Einladung Leibolds die Fraktion der Freien Wähler, die bekanntermaßen das Thema attraktive Innenstadt weit oben auf ihrer Agenda stehen hat. Fraktionsvorsitzender Werner Beck gab Leibold daher anschließend überspitzt mit: „Nehmen Sie Hechingen in ihr Herz auf, der Landkreis besteht nicht nur aus der Burg Hohenzollern.“
Der These, dass den Hechinger Tourismus lediglich das Wahrzeichen auf dem Zollerberg, das gar auf Gemarkung Zimmern steht, ausmache, widersprach Leibold: „Hechingen braucht sich mit seinen Angeboten nicht zu verstecken. In den vergangenen zehn Jahren ist viel passiert.“ Als Beispiele nannte sie die Kindererlebnis-Touren rund um den Walderlebnispfad Waldy, den Schaukelweg häppy oder den Märchenpfad, die gezielt den Nachwuchs ansprechen.
CDU-Stadtrat Ronny Stengel wollte von Leibold wissen, wo sie noch touristisches Potenzial in Hechingen sehe. Die WFG-Geschäftsführerin erläuterte, dass die Burg Hohenzollern tatsächlich der größte Frequenzbringer – auch hinsichtlich der Gäste aus dem Ausland – sei. Dazu natürlich der Albtrauf mit seinen zahlreichen Wander- und Radwegen.
Aber auch in diesem Punkt habe Hechingen einiges zu bieten. Das Wanderparadies mit seinen acht Touren locke zahlreiche Wanderer an. Die Herausforderung sei es jedoch, diese Touristen in die Innenstädte zu bringen, so Leibold weiter.
Hipp: „Können selbstbewusst auftreten“
Stengels Fraktionskollege Stefan Hipp gab Leibold recht: „Unsere Region gibt einiges her. Wir können selbstbewusst auftreten und müssen uns nicht verstecken.“ Hipp fragte Leibold, wie sich denn die Übernachtungszahlen in den Beherbergungsbetrieben im Landkreis entwickeln. Diese waren, bedingt durch die coronabedingten Einschränkungen, zwischenzeitlich eingebrochen. Leibold informierte, dass die Covid-Talsohle inzwischen durchschritten sei; die Übernachtungszahlen von vor der Pandemie erreicht. Sie sprach von rund 340 000 Übernachtungen pro Jahr im Kreis, die Dunkelziffer sei jedoch hoch, da das Statistische Landesamt nur Betriebe mit über zehn Betten erfasse. Kleinere Betriebe und Privatzimmer, derer es im Kreis viele gebe, würden in die Statistik nicht miteinberechnet.
Hohe Dunkelziffer bei Übernachtungszahlen
Grundsätzlich sagt sie: „Ferienwohnungen boomen, der Geschäftsreisenmarkt ist weiter schwierig.“ Viele Unternehmen würden Teams-Meetings persönlichen Treffen, die mit Übernachtungen verbunden sind, vorziehen.
Leibold kündigte zudem an, den Tourismusstandort Hechingen über die Auftritte der WFG weiter bekannt gemacht werde. Beispielsweise auf Messen wie der CMT in Stuttgart oder auf den Social-Media-Kanälen. Letztere werden, informierte Leibold weiter, besonders für Freizeittipps von den verschiedensten Zielgruppen in Anspruch genommen.
Wie die weiteren 24 Kommunen im Kreis ist auch die Stadt Hechingen Gesellschafterin der WFG. Die Struktur beruht auf gegenseitigem Geben und Nehmen. Die Kommunen profitieren von der Reichweite der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, gleichzeitig unterstützen die Städte und Gemeinden das lediglich 3,8 Stellen umfassende Team der WFG mit eigenem Fachpersonal – beispielsweise auf Messen.