Mit dem Slogan „Innen Stadt, außen wild“ plus Logo präsentieren sich die Stadtverwaltung und Freudenstadt Tourismus. Foto: Niklas Ortmann

Touristen kommen gerne nach Freudenstadt, bleiben aber nicht lange. Daran konnte auch der Aufenthalt der dänischen Fußballer nichts ändern – der aber in anderer Hinsicht wertvoll war.

Der Geschäftsbericht 2024 der Freudenstadt Tourismus kommt elegant als Hochglanzbroschüre mit ansehnlichen Schaubildern und hochauflösenden Landschaftsfotos daher. „Komplett inhouse produziert“, ließ Tourismusdirektorin Carolin Schölzl die Stadträte wissen, von denen es nur Lob dafür gab. Aber glänzt auch der Inhalt des 51 Seiten starken Berichts?

 

„Die Zahl ist wirklich Wahnsinn“, sagte Schölzl über die zwei Millionen Tagesgäste, die Freudenstadt jährlich besuchen. Und die lassen auch ordentlich Geld in der Stadt – 46,7 Prozent des Umsatzes aus dem Tourismus (123 Millionen Euro) kommt aus Tagesreisen.

Aus dem Gesamtumsatz ergibt sich eine direkte Wertschöpfung von 59 Millionen Euro, was 7,6 Prozent des gesamten Einkommens der Stadt ausmacht. Am meisten vom Tourismus profitiert wenig überraschend das Gastgewerbe, auf das 50,8 Prozent des Umsatzes entfallen. Aber auch den Einzelhändlern (26,7 Prozent) und Dienstleistern (22,5 Prozent) bringen die Touristen Geld. Ohne den Tourismus „würde unsere Innenstadt nicht so aussehen, wie sie aussieht“, sagte Schölzl.

Tourismusdirektorin Carolin Schölzl stellt den Geschäftsbericht 2024 im Gemeinderat vor. Foto: Niklas Ortmann

Genauso viel Geld wie die Tagesreisen bringen die Übernachtungen. Aber auch wer in Freudenstadt übernachtet, bleibt in der Regel nicht besonders lange. „Der Trend geht zur Kurzreise“, erklärte Schölzl. Das zeigt sich in der Statistik: Zwar stieg die Zahl der Ankünfte gegenüber 2023 um 4,6 Prozent auf 145 800 an – zugleich gab es aber mit 404 000 Übernachtungen nur 0,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

Das liegt daran, dass sich die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 2,9 auf 2,8 Tage verringert hat. Während der Coronapandemie waren es mal 3,2 Tage, wie Schölzl auf Nachfrage von Carola Broermann (CDU) erklärte. „Nach Corona treibt es die Leute wieder ins Ausland“, sagte Schölzl.

Daran habe auch der Aufenthalt der dänischen Nationalmannschaft während der Fußball-Europameisterschaft 2024 nichts ändern können. Aber: Die Stadt habe durch die Dänen eine Medienwirksamkeit erreicht, für die sie sonst wohl eine Million Euro ins Marketing hätte stecken müssen, schätzte Schölzl.

Aufschwung durch Gartenschau

Aufmerksamkeit brachte auch die Gartenschau Tal X, wenngleich sich diese erst in den Zahlen für 2025 widerspiegeln wird. Die Gartenschau hat laut Schölzl für einen Aufschwung gesorgt, den die Touristiker ins kommende Jahr mitnehmen wollen: Dann nämlich möchten sie die Besucher des „Tal X“ als Gäste in der Hotellerie und Gastronomie wiedergewinnen.

Konzept für Kurhaus in Arbeit

Weiteren Aufschwung in 2026 verspricht sich Freudenstadt Tourismus von einem Konzept für das Kurhaus. Hierzu sollen aber noch separate Beratungen stattfinden, wie Oberbürgermeister Adrian Sonder auf Nachfrage aus dem Gremium erklärte: „Das würde den Rahmen sprengen.“ Nicht nur Stadtrat Philipp Bohnet (CDU) wünschte sich, dass das Kurhaus 2026 aus dem „Dornröschenschlaf“ erweckt wird. „Das verspreche ich“, antwortete Schölzl.