Tourismus voranbringen, Arbeitsplätze schaffen, wirtschaftliche Impulse für Enzklösterle schaffen – das sind die Ziele der Bürgermeisterin mit der Poppelmühle. So ist der Stand.
Über viele Jahre war die Poppelmühle als Eventlocation bekannt. Seit der Corona-Pandemie hatte die Poppelmühle geschlossen und wurde dann im Juni 2022 zum Mindestgebot von 595 000 Euro – plus Nebenkosten – in Berlin versteigert. Neuer Besitzer ist Martin Roth, Immobilienentwickler aus Berlin.
Und der hat ehrgeizige Ziele und plante auf dem Gelände der ehemaligen Poppelmühle ein Hideaway Village mit Tiny-Häusern, Spa-Bereich, Naturbadeteich und Veranstaltungsräumen. Neben neuen Übernachtungsmöglichkeiten soll das historische Mühlengebäude aufwendig saniert und für exklusive Firmen- und Privatveranstaltungen genutzt werden. Neben den Tiny-Häusern sind auch Co-Working-Flächen vorgesehen.
Neue Gäste nach Enzklösterle locken
Nach den ersten Plänen war ein „Pre-Opening“ für den Jahreswechsel geplant. Auch wenn die Baugenehmigung längst erteilt ist – passiert ist bislang allerdings nichts. Doch das könnte sich jetzt ändern. Im Jahresinterview sprach Bürgermeisterin Sabine Zenker von „weiteren Planungsfortschritten“ im Projekt Poppelmühle.
„Mit Ferienhäusern, Naturbadeteich, Spa-Bereich und Veranstaltungsräumen wollen wir hier gemeinsam mit dem Investor ein Angebot schaffen, das neue Gäste anzieht und gleichzeitig Arbeitsplätze sowie wirtschaftliche Impulse vor Ort bringt“, so die Bürgermeisterin weiter.
Es gibt einen konkreten Betreiber
Auf Nachfrage unserer Redaktion gibt sie einen „aktuellen Überblick zum Projekt Poppelmühle und den derzeitigen Planungsstand“. Grundsätzlich könne sie „bestätigen, dass das Ferienhausprojekt nach wie vor geplant ist. Es gibt einen konkreten Betreiber sowie einen Projektplaner, mit denen die Gemeinde in engem Austausch steht.“ Die Investorengemeinschaft sei bereits im Gemeinderat vorstellig geworden und habe dort das Vorhaben vorgestellt.
Der Bauantrag für das Projekt sei bereits genehmigt, so Zenker, die weiter sagt: „Aktuell befinden sich die Beteiligten in der Bauausführungsplanung. Parallel dazu werden derzeit Änderungen zum bestehenden Bauantrag vorbereitet. Hintergrund ist eine Anpassung der Kubatur der geplanten Ferienhäuser.“
Konzeption für Poppelmühle bleibt unverändert
Diese Änderungen beträfen jedoch nicht „die grundsätzliche Konzeption des Projekts, sondern dienen der Weiterentwicklung und Optimierung der Planung“, erläutert die Bürgermeisterin. Sobald diese Unterlagen vorlägen, würden sie entsprechend eingereicht.
Die Konzeption bleibe weiterhin unverändert, so Zenker: „Geplant ist ein Feriendorf im Schwarzwaldstil mit kleineren, eigenständigen Ferienhäusern. Das Projekt ist auf eine schrittweise Umsetzung ausgelegt und fügt sich aus unserer Sicht gut in die landschaftliche und touristische Struktur ein.“
Arbeiten könnten im Frühjahr beginnen
Auch mit Blick auf die praktische Umsetzung seien bereits wichtige Themen berücksichtigt. Dazu zählten unter anderem der Umgang mit dem Erdaushub, die Bauabwicklung insgesamt sowie Fragen der Baustelleneinrichtung. Hierzu fänden bereits Abstimmungen statt, um einen geordneten und möglichst reibungslosen Ablauf sicherzustellen.
Der zeitliche Rahmen sei aktuell so angedacht, dass – vorbehaltlich der noch einzureichenden Anpassungen am Bauantrag – im Frühjahr mit den ersten Arbeiten begonnen werden könnte. „Ziel ist es, das Projekt dann zügig und abschnittsweise umzusetzen. Konkrete Aussagen zur vollständigen Fertigstellung sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht seriös möglich, da diese maßgeblich vom weiteren Planungs- und Bauverlauf abhängen“, so Zenker weiter.
Warten auf Rückmeldung der Investoren
Derzeit warte die Verwaltung noch auf die Rückmeldungen der Investoren sowie auf die finalen Unterlagen zu den genannten Änderungen. Eine gültige Baugenehmigung liege jedoch bereits vor, sodass das Projekt insgesamt auf einer soliden Grundlage stehe, ist sie überzeugt und sagt abschließend: „Wir freuen uns als Gemeinde sehr über dieses Vorhaben und sehen darin eine große Chance für die touristische Weiterentwicklung.“
Der Investor selbst sagt aber nach wie vor nichts zum aktuellen Projektstand. Bereits vor etwa einem Jahr hatte unsere Redaktion angefragt, aber keine Antwort erhalten.
Auch jetzt haben wir gefragt, wie der aktuelle Stand ist, ob es wirklich einen Betreiber gibt und wie die aktuellen Planungen beziehungsweise der Zeitplan aussehen und bis wann das Projekt fertig sein soll. Bis Redaktionsschluss haben wir auf unsere Fragen keine Antwort erhalten.