Niko Skarlatoudis gibt Einblick in die Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Tourismus. Foto: Eyckeler

Niko Skarlatoudis leitet die Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Tourismus in Balingen. Er spricht über Erfolge und anstehende Herausforderungen.

Zu sechst stemmen Niko Skarlatoudis und seine Kollegen die Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Tourismus in Balingen. Das Team steht Unternehmen zur Seite, die in Balingen ansässig sind oder sich niederlassen wollen, kümmert sich um schnelle Nachfolgelösungen bei Leerständen und sorgt für eine gute Präsentation und Außendarstellung der Eyachstadt.

 

Diese drei Themenfelder zusammengefasst in einer Stabsstelle komme in der Art nicht häufig vor, meint Skarlatoudis, Leiter der Stabsstelle, die direkt dem OB untergeordnet ist. „Wir fahren sehr gut mit dieser Struktur. Letztlich hängen die Bereiche alle in irgendeiner Form zusammen, Abstrahleffekte gibt es immer“, so der 49-Jährige.

Skarlatoudis kam vor sechs Jahren nach Balingen. Zu Beginn füllte er die Stelle des Bereichsleiters Gartenschau aus, kümmerte sich um Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und managte die Veranstaltungen auf der Gartenschau.

Aktuell liegt der Fokus auf dem Bereich Wohnen

Im Jahr 2021 löste er den damaligen Wirtschaftsförderer Jürgen Martin ab. Seitdem wuchs die Stabsstelle über die Jahre peu à peu. Hinzu kamen der Bereich Marketing, der zuvor vom Verein Balingen aktiv betreut wurde, sowie der Tourismus.

„Aktuell liegt ein Fokus vor allem auf dem Bereich Wohnen. Konkret suchen wir aktuell nach Ansätzen, um Mitarbeiterwohnungen zu realisieren“, sagt Skarlatoudis. Die Stadt sei in Gesprächen mit Unternehmen und zeige Anreize und Fördermöglichkeiten vom Land auf. „Und die gibt es in großzügiger Form.“

Skarlatoudis und seinem Team liegen zudem die Nachwuchskräfte am Herzen. „Deswegen starten wir am 19. März wieder die Lehrstellenrallye.“ Hier haben Schüler die Chance, in verschiedenen Betriebe in Balingen reinzuschnuppern.

Zudem erarbeite der Marketing-Experte aktuell ein Format, das Jugendliche frühzeitig an die Wirtschaftspraxis heranführt. „Was sind Steuern? Wieso brauche ich Versicherungen? Diese Fragen wollen wir dort beantworten“, so Skarlatoudis. Noch etwas weiter entfernt, ist die Vision der Wirtschaftsförderer, in den nächsten Jahren aus der Eyachstadt einen Wissensstandort zu machen. Verschiedene Branchen sollen hier forschen und Innovationen vorantreiben.

Foto: Breisinger

Wo und wie das Projekt aussehen soll, ist offen. Skarlatoudis blickt bereits ein wenig auf das Zollernalb Klinikum, das ab 2023 in das neue Zentralklinikum umziehen soll. Das sei aber noch Zukunftsmusik. „Das Gebäude hat enormes Potenzial, aber letztlich wird man hier schauen, was gesamtstädtisch Sinn macht“, so Wellendinger. Dazu dürfe man nicht vergessen, dass das Gebäude dem Kreis gehört.

Neben dem regen Austausch mit großen Firmen, Mittelständlern und Soloselbstständigen ist die Stabsstelle zudem mit den zahlreichen Vereinen in Kontakt. „Diese versuchen wir ebenfalls so gut wie möglich zu unterstützen und einzubinden.“

Das geschieht zum Beispiel auf dem Instagram-Kanal „balingen erleben“. Die Vereine bekommen hier regelmäßig eine Plattform und können sich vorstellen. Dazu erstellen die Verantwortlichen verschiedene Inhalte. Mit den „Flecka Videos“ etwa wurde das Licht auf die Ortsteile gerichtet. Gewinnspiele und Hinweise auf Veranstaltungen werden ebenfalls gepostet.

Der Social-Media-Kanal hat sich entwickelt

„Der Social-Media-Kanal hat sich über die Jahre prächtig entwickelt“, sagt Skarlatoudis. Rund 10.000 Follower bestätigen seine Einschätzung. 500.000 monatliche Aufrufe kommen laut dem Leiter nicht selten vor.

Neben diesem Service dürfen sich die Balinger im laufenden Jahr auf einige Veranstaltungen freuen, die von der Stabstelle betreut werden. So können etwa Fußballfans auf der Plaza den deutschen Kickern bei der WM im Sommer zujubeln. Der Christkindlesmarkt wird ab sofort ebenfalls vom Marketing- und Tourismusteam der Stabsstelle organisiert. Die Vorbereitungen sollen bereits nach Ostern starten. In beiden Fällen werden Vereine integriert.

Ob Firmen, die IHK, Vereine oder Bürger – laut Skarlatoudis ist es enorm wichtig, gut vernetzt zu sein, stets Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. „Die Gartenschau stellte sich dabei als großer Glücksfall heraus und war ein regelrechter Türöffner, um ein Netzwerk aufzubauen und sich vorzustellen.“ Davon profitiert die Stabsstelle auch heute noch.