Der Jahresabschluss 2024 weist einen Verlust in Millionenhöhe aus – bei der Vorstellung des Ergebnisses der Baiersbronn Touristik standen aber nicht nur nackte Zahlen im Mittelpunkt.
Zahlreiche Aufgaben würden auf die Zahlen drücken, so Kämmerer Jochen Veit, der für das Jahr 2024 einen Verlust des Eigenbetriebs von rund 1,8 Millionen Euro darlegen musste. Immerhin sei das Minus noch 372 000 Euro unter dem Ansatz geblieben, doch am Ende muss der Kämmereihaushalt den Verlust ausgleichen.
Der Lagebericht gab einen Einblick in ein Jahr, in dem die Haushaltssperre auch die Touristik betraf und so einige Projekte verschoben werden mussten. „Der Verlust liegt etwa auf dem Niveau des Vorjahres, gestiegene Kosten, weniger Einnahmen und die ausgesprochene Haushaltsperre haben zu diesen Zahlen geführt“, sagte Veit.
Die Kurtaxe sei auch im vergangenen Jahr die wichtigste Einnahmequelle gewesen und hat einen Anteil von 47,5 Prozent an den Gesamterträgen. Das Open Air hatte einen Verlust von rund 132 000 Euro eingebracht, die Baiersbronn Classic schloss entgegen den Planungen mit einem Gewinn von rund 15 000 Euro ab.
„Insgesamt hat die Baiersbronn Touristik im Jahr 2024 eindrucksvoll gezeigt, dass sie ihre Rolle als wirtschaftlich orientierter Dienstleister mit vielfältigen Aufgaben erfolgreich erfüllt – und das in einem Umfeld, in dem die finanziellen Spielräume enger werden“, fasste es Veit abschließend zusammen.
760 000 Übernachtungen
Tourismusdirektorin Christina Palma Diaz ging auf die vielfältigen Aufgaben des vergangenen Jahres ein und betonte, dass der Fokus auf der Optimierung von Organisationsstrukturen und der Entwicklung von Strategien lag. „Wir freuen uns, dass Baiersbronn 2024 mit 760 000 Übernachtungen unter den Top fünf im Schwarzwald Tourismus liegt.“
Sie betonte, dass die Touristik eine Vielzahl von Aufgabe zu erfüllen habe, unter anderem der große Bereich der Unterhaltung der Kur- und Fremdenverkehrseinrichtungen, die einen Großteil der Aufwendungen ausmachten.
Gaiser wünscht sich mehr Aktivitäten im Social-Media-Bereich
Gemeinderat Gerhard Gaiser (SPD) sprach von einem guten Weg, die Weichen für die Zukunft seien richtig gestellt. Er fragte, ob auch auf ausländischen Messen Werbung gemacht werde und wünschte sich noch mehr Aktivitäten im Social-Media-Bereich.
„Die großen Hotels sind sehr auf dem ausländischen Markt präsent, wir haben unsere Messeauftritte reduziert und auch unsere Anzeigen aufgrund der Gartenschauwerbung zurückgefahren“, erklärte Palma Diaz.
Im Bereich Social Media sei man hingegen sehr aktiv, auch die neue Homepage diene dazu, an viele Detailinformationen zu kommen. „Das laufende Jahr sieht sehr gut aus, bisher konnten wir sechs Prozent mehr Ankünfte verzeichnen und rund fünf Prozent mehr Übernachtungen, da hat auch die Gartenschau einen großen Anteil daran“, sagte sie.
Fehlbetrag wird aus Gemeindehaushalt gedeckt
Einstimmig stimmte der Gemeinderat dem vorgelegten Jahresabschluss für 2024 zu. Dabei standen die Erträge in Höhe von rund 3,23 Millionen Euro den Aufwendungen mit rund 5,04 Millionen Euro gegeben über. Der Fehlbetrag in Höhe von 1,8 Millionen Euro wird wie auch in den vergangenen Jahren aus dem Haushalt der Gemeinde gedeckt.