Ob rasante Abfahrten im Bad Wildbader Bikepark in diesem Jahr möglich sind, ist noch unklar. Foto: Winkler

Einst sorgte der Bikepark in Bad Wildbad für einen Tourismusaufschwung. Jetzt ist der weitere Betrieb gefährdet. Zudem macht der marode Skilift Probleme. Wie geht es weiter?

Der Bikepark auf dem Bad Wildbader Sommerberg steht für den touristischen Aufschwung der Stadt nach der Gesundheitsreform des damaligen Bundesgesundheitsministers Horst Seehofer Mitte der 1990er-Jahre.

 

Weil Kuren immer weniger bewilligt wurden und dann auch noch kürzer waren, suchte man in der Bäderstadt nach Wegen, neue Gäste anzulocken. Der damalige Bürgermeister Walter Jocher hat eine Idee – einen Bikepark auf Bad Wildbads Hausberg zu errichten. Und noch lange vor dem Baumwipfelpfad oder gar der Hängebrücke wurde dieser dann bereits im Jahr 2000 eröffnet. Damit sollte unter anderem auch die Auslastung der Sommerbergbahn erhöht werden.

Sommerbergbahn wird mit genutzt

Als die Stadt 2003 nach einem neuen Pächter suchte, bekam die gerade in Gründung befindliche Radsportakademie, ehemals eine Abteilung der Dekra im Hotel und Kongresszentrum in Altensteig-Wart, den Zuschlag. „Wir sind eingestiegen, ganz klar mit der Nutzung der Bergbahn“, sagte Geschäftsführer Heinz Betz im Jahr 2018 im Gespräch mit unserer Redaktion.

Dafür habe es auch eine klare Regelung mit der Stadt gegeben: Pro verkauftem Ticket zahlte die Akademie einen festgelegten Betrag an die Stadt für die Nutzung der Bahn. „Das sollte eine gewisse Auslastung für die Bergbahn bringen“, so Betz weiter. Und das Konzept ging auf – der Bikepark war Austragungsort von Deutschen Meisterschaften und Europacup-Rennen.

Und dann kam der Baumwipfelpfad

Das lief auch die ersten etwa zehn Jahre richtig gut. Und dann kam der Baumwipfelpfad. Irgendwann sei dann von den Stadtwerken mitgeteilt worden, „dass wir am Wochenende nicht mehr transportiert werden und wir selbst für ein Shuttle sorgen sollen“, so Betz damals. Dadurch seien die Transportkosten 20 000 Euro Beteiligung für die Bahn auf etwa 70 000 Euro für die Shuttle gestiegen.

Die Stadt sucht nach einer Lösung für den Bikepark Bad Wildbad. Foto: Winkler

Da keine gemeinsame Lösung gefunden werden konnte, klagte der Betreiber gegen die Stadt. Der Rechtsstreit dauerte lange und ging über mehrere Instanzen bis zum Bundesgerichtshof. Den gewann, in allen Instanzen, die Stadt – und kündigte wohl auch wegen des Rechtsstreits den Vertrag mit dem Pächter.

Lift bricht neuen Betreibern das Genick

Auch bei den Nachfolgern lief nicht alles rund. Heiko Rittmann und Alexander Heselschwerdt, die schon ein Fahrradgeschäft betrieben, übernahmen den Betrieb des Bikeparks 2021. Doch auch das ging nicht lange gut – die Betreiberfirma musste Insolvenz anmelden. „Der Lift hat uns das Genick gebrochen“, sagte Heselschwerdt damals im Gespräch mit unserer Redaktion. Den hatten sie dem Vorbesitzer abgekauft, aber er machte viele Probleme und fiel immer wieder aus. So mussten sie trotzdem die (hohen) Raten für den Lift bezahlen, konnten ihn aber nicht nutzen. Die Folge – inklusive Rechtsstreit: „Wir mussten mit positivem Kontostand Insolvenz anmelden“, erklärt Heselschwerdt.

Doch sie gründeten eine neue GmbH, übernahmen Park und Fahrradgeschäft und starteten 2024 noch einmal neu durch. Mit einem Investor, der Stuttgarter BVA-Gruppe um Geschäftsführer Volker Gairing, der unter anderem in Bad Wildbad auch ein Familienhotel bauen will. Doch der zog Ende des vergangenen Jahres den Stecker.

Diese Entscheidung wurde nicht von uns getroffen und kam für uns ebenso unerwartet wie für viele Menschen in der Region“, erklärten Rittmann und Heselschwerdt im Dezember. „Wir hätten weitermachen wollen“, bekräftigen Heselschwerdt und Rittmann in ihrer Mitteilung. Die Entscheidung habe jedoch der Investor getroffen. Dies sei für beide überraschend gekommen.

Zudem macht der marode Skilift immer noch Probleme. Wegen eines durchhängenden Stahlseils bestand Gefahr, etwa für die Schlittenfahrer. Ein Teil des Skihangs musste abgesperrt werden, das hätte auch das Fassdaubenrennen beeinträchtigt.

Skilift soll instandgesetzt werden

Was mit dem Bikepark – und dem Skilift – weiter passiert, ist aktuell unklar. „Wir sind im Moment in der Klärung, wie es mit dem Bikepark weitergehen kann“, teilt der Bad Wildbader Bürgermeister auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Zunächst führe man dazu Gespräche mit dem bisherigen Betreiber, der für die Sicherheit der Anlage zuständig ist, so Gauger, der weiter ausführt: „Zum Skilift haben wir die Rückmeldung bekommen, dass die Instandsetzung vorgenommen werden soll, sobald die Wetterlage es zulässt. Dann stünde nach einer entsprechenden Abnahme einer künftigen Nutzung nichts entgegen.“

Für die Stadt sei es natürlich eine zentrale Voraussetzung, dass alle vertraglichen Auflagen für die Pacht und den Betrieb erfüllt werden können. „Das allgemeine Interesse am Bikepark ist groß, sowohl von Gästeseite aus als auch für potenzielle Betreiber“ so Gauger weiter. Gespräche – auch mit weiteren Kandidaten – laufen dem Vernehmen nach. Ob es allerdings mit einer Eröffnung im Frühjahr klappt, das könne Gauger nicht versprechen.

Eines ist jedenfalls schon klar: Die Mountainbike-Veranstaltung „Enduro One“ wurde wegen der „aktuellen wirtschaftlichen Situation des Betreibers“ vom Veranstalter abgesagt: „Die Rahmenbedingungen vor Ort lassen eine verlässliche und sichere Durchführung der Veranstaltung zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu.“