Die Arbeiten an der Siebentäler Therme gehen weiter – die Fertigstellung verzögert sich aber erneut. Foto: Stadtwerke Bad Herrenalb GmbH

Die Wiedereröffnung der Siebentäler Therme verschiebt sich immer weiter. Hieß es zuletzt, dass die Therme im November öffnen soll, dauert es jetzt einige Monate länger.

Die Arbeiten zur Revitalisierung der Siebentäler Therme in Bad Herrenalb seien in den vergangenen Monaten kontinuierlich vorangeschritten, teilt die Stadt Bad Herrenalb mit. Zahlreiche Gewerke arbeiteten aktuell parallel an der Umsetzung. Im Zuge der Bauausführung hätten sich dennoch Anpassungen im Terminplan ergeben: „Nach derzeitigem Stand wird sich die Wiedereröffnung der Therme auf das Frühjahr 2027 verschieben“, sagt Jens Walter, Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Herrenalb GmbH.

 

Ursächlich für den Verzug sei, „dass sich die Herstellung der Dichtheit der Gebäudehülle verzögert hat“, was die Voraussetzung sei für zahlreiche nachfolgende Arbeiten im Innenbereich ist, wie beispielsweise Estrich-, Putz- und weitere Ausbauarbeiten.

Seit Anfang dieser Woche laufe die Montage der Fassade, sodass der letzte Schritt zur Schließung der Gebäudehülle erreicht werde. „Gleichwohl lässt sich die Abfolge der Gewerke in wesentlichen Teilen nicht vollständig entkoppeln, sodass sich im weiteren Bauablauf Verschiebungen ergeben haben“, so Walter weiter.

Kapazitäten in der Bauleitung werden verstärkt

Um den Baufortschritt dennoch bestmöglich aufrechtzuerhalten, sei in den vergangenen Monaten in Teilbereichen mit provisorischen Lösungen gearbeitet worden.

Diese Maßnahmen hätten dazu beigetragen, einzelne Arbeiten weiter ausführen zu können und den Gesamtverzug zu begrenzen.

Aus der geplanten Wiedereröffnung der Therme im Jahr 2026 wird jetzt doch nichts. Foto: Dietmar Glaser

Zudem würden gezielt die Kapazitäten in der Bauleitung verstärkt, so Walter weiter. „Um die Abläufe auf der Baustelle weiter zu stabilisieren und bei Bedarf entsprechend gegensteuern zu können, wurde durch den Architekten die Personalressource der Bauleitung aufgestockt.“ Parallel dazu erfolge eine kontinuierliche Steuerung und Überprüfung der Projektkosten, so der Geschäftsführer. „Unser Ziel ist es nach wie vor, die Therme qualitativ hochwertig und wirtschaftlich verantwortungsvoll fertigzustellen.“

Nicht die erste Verzögerung

Bereits in der Februar-Sitzung des Gemeinderats hatte Walter eine Verzögerung bekanntgegeben. Eigentlich sollte laut Plan die Außensauna am 1. Oktober eröffnen und das Außenbecken am 5. Oktober. „Die Eröffnung ist um einen Monat nach hinten gerutscht“, so Walter damals. Als Termin nannte er da den 2. November 2026, eine Abweichung um etwa einen Monat also. Im Januar 2024 war von einer Eröffnung Ende 2025 die Rede, der Saunabereich sollte sogar möglicherweise früher öffnen.

Nun gibt es also eine weitere Verschiebung. Im Februar hatte er gesagt, dass für verschiedene Tätigkeiten bestimmte Mindesttemperaturen zwingend erforderlich seien. Zusätzlich zu den Temperaturen spiele auch der Niederschlag eine bedeutende Rolle. „Das Ausmaß war nicht bekannt“, so Walter zu der erneuten Verschiebung des Eröffnungstermins.

Sanierung wird auch deutlich teurer

Die prognostizierten Baukosten sind ebenfalls weiter gestiegen: um 3,57 Prozent von 16,8 Millionen Euro auf rund 17,4 Millionen Euro. „Diese Entwicklung ist maßgeblich auf Vergabeergebnisse sowie auf im Bauverlauf notwendig gewordene Nachträge zurückzuführen“, so der Geschäftsführer weiter. Die erste Kostenschätzung der Planer hatte sich im Übrigen auf 14,4 Millionen Euro belaufen.

Eine Anpassung der Prognosen im Zuge des neuen Zeitplans finde derzeit statt und werde in den kommenden Wirtschaftsplan der Stadtwerke sowie in den städtischen Haushalt 2027 einfließen. Einen vollständigen Bericht zum aktuellen Stand der Thermensanierung will Walter in der kommenden Gemeinderatssitzung am 29. April geben.

Die Verzögerung bedeutet auch weitere Unsicherheiten für die bisherigen Mitarbeiter, auch wenn Walter hier „Stand heute“ kein Problem sieht: „Natürlich muss man hier sehr agil sein und auf die Individuellen Themen eingehen.“ Teilweise würden die Therme-Mitarbeiter in anderen Bereichen der Stadtwerke eingesetzt, teilweise in anderen Unternehmen, teilweise hätten sie sich für ein neues Arbeitsumfeld entschieden.

„Ich denke nicht, dass es hier ‚Probleme‘ geben wird, aber sicherlich auch Themen, welche man lösen darf“, so Walter. Die Mitarbeiter seien über den aktualisierten Bauzeitenplan informiert worden.

Bürgermeister: „Schlag ins Kontor“

Der Bad Herrenalber Bürgermeister Klaus Hoffmann ist von der neuen Entwicklung nicht begeistert: „Die Informationen zur Verzögerung der Wiedereröffnung haben auch mich überrascht“, teilt er auf Anfrage unserer Redaktion mit. „Wir hätten gerne in diesem Jahr wieder Gäste in der Therme begrüßt und nun fallen uns vier bis fünf umsatzstarke Monate im Winter weg. Das ist natürlich ein Schlag ins Kontor“, so der Bürgermeister weiter.

Wie genau sich das auf den städtischen Haushalt auswirke, könne er derzeit noch nicht sagen, da man noch auf Berechnungen der Stadtwerke warten. Hoffmann abschließend: „Ich bin mit dieser Entwicklung alles andere als glücklich, aber jammern hilft uns nicht. Wir müssen nun alles daransetzen, die Therme so schnell wie möglich wieder zu öffnen.“ Wann auch immer das sein mag.