Seit Oktober ist Jens Walter Geschäftsführer der Bäderbetriebe. Doch damit nicht genug. Seit Januar hat der Bäderchef noch eine weitere Aufgabe.
Seit Oktober 2025 haben die Bäderbetriebe einen eigenen Geschäftsführer. Jens Walter wechselte von den Stadtwerken Tübingen nach Bad Herrenalb. Dort war er zuvor sechs Jahre, erst als Sachgebietsleiter, später als Abteilungsleiter Bäder.
Erfahrungen mit Bädersanierungen hat er schon in seiner früheren Station gesammelt, denn in Haigerloch begleitete er den ersten Abschnitt der Freibadsanierung und war bei der Planung des zweiten Abschnitts dabei.
Ein Schwerpunkt in Bad Herrenalb ist ebenfalls die Sanierung, die äußerst umfangreiche und teure der Siebentäler Therme nämlich.
Doch jetzt kommt noch eine ganz neue Aufgabe auf ihn zu. Denn seit Januar ist Walter nicht nur Geschäftsführer der Bäder – er verantwortet nun zudem noch den Bereich Touristik.
„Der Eigenbetrieb Tourismus und Stadtmarketing Bad Herrenalb wurde seit dem Weggang der vorherigen Leiterin von Bürgermeister Hoffmann geführt“, erklärt Christian Siebje, bei der Stadtverwaltung zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, auf Nachfrage unserer Redaktion.„Herr Hoffmann hatte jedoch schon frühzeitig den Gemeinderat darauf hingewiesen, dass bei einer positiven Entscheidung für die Thermensanierung die Bereiche Bäderbetriebe und Eigenbetrieb Tourismus zusammen von einem neuen Geschäftsführer geleitet werden sollten. Der Gemeinderat hat sich dieser Ansicht angeschlossen“, so Siebje weiter.
Mehr Möglichkeiten durch gemeinsames Marketing
Was erhoffen sich Verwaltung und Gemeinderat davon, dass Walter künftig beide Positionen bekleidet? „Der Tourismus ist der größte Wirtschaftszweig in Bad Herrenalb und die Therme das bekannteste Aushängeschild der Stadt“, sagt Siebje dazu.
Ein gemeinsames Marketing biete „deutlich mehr Möglichkeiten für eine positive Entwicklung der Therme und des gesamten Tourismus in Bad Herrenalb“.
Ist diese Entscheidung auch eine Möglichkeit, Geld zu sparen? Denn wenn Walter nun auch Tourismus-Geschäftsführer ist, wird vermutlich auch ein Teil seines Gehalts aus dem Tourismustopf bezahlt. So könnte auch die Bädersparte entlastet werden.
Schließlich hat der Gemeinderat den Verlustausgleich der Stadt bei der Therme auf 500 000 Euro gedeckelt. Dem aber widerspricht Siebje: „Nein, es geht um Synergien, darum, die touristische Vermarktung von Stadt und Therme zu optimieren.“
Zusätzlich zu den Mitarbeitern der Bäderbetriebe ist Walter nun also auch Chef von den sechs Mitarbeiterinnen in der Touristik.
Zusatzaufgabe von Anfang an klar besprochen
Dass Walter diese zusätzliche Aufgabe mit übernehmen würde, sei ihm übrigens von Anfang an klar gewesen, bekräftigt Siebje: „Ja, das wurde in den Bewerbungsgesprächen deutlich gemacht. Herr Walter hatte jedoch darum gebeten, nicht sofort zu seinem Amtsantritt im Oktober 2025 die Leitung des Eigenbetriebs zu übernehmen, sondern erst ab Januar 2026, weil er sich intensiv in die Sanierung der Therme einarbeiten wollte.“
„Das Projekt reizt mich wahnsinnig“, erzählte Walter im Übrigen im Gespräch mit unserer Redaktion bereits im August des vergangenen Jahres – und er sei der festen Überzeugung, „dass die Therme ein wahnsinniges Potenzial hat“. Nach der Sanierung müsse man es dann schaffen, „weiterhin attraktiv zu bleiben“.
Laut Bürgermeister Hoffmann hat Walter dabei zwei Aufgaben: „die Baustelle zeitgerecht und in den Kosten abarbeiten und danach schauen, dass der Betrieb im Kostenrahmen bleibt“.
Dazu gehöre auch ein Konzept für den Betrieb und die Vermarktung der Therme. Immerhin: Diese Aufgabe kann er jetzt auch mit seinem neuen, zusätzlichen Job verknüpfen – und so nicht nur die Therme allein, sondern in einem passenden Tourismuskonzept mit der gesamten Stadt zu vermarkten.