Für mehr als 20 Millionen Euro entsteht in Zavelstein eine Erweiterung des Hotels Kronelamm. Der gute Zusammenhalt in der Familie mache das Projekt erst möglich.
Mehr als 20 Millionen Euro investiert die Familie Berlin in die Erweiterung ihres Hotels Kronelamm in Zavelstein. Das ist nicht nur, wie Rolf Berlin anlässlich des Spatenstichs sagte, die bislang größte Erweiterung in der Geschichte des Hauses; vielmehr dürfte es die die größte Investition der Branche im gesamten Schwarzwald sein.
Wie Roland Berlin bei der Präsentation des Projekts sagte, entstehen ein Parkhaus mit 100 Plätzen sowie 29 neue Zimmer und Suiten, die teilweise über eine private Sauna oder einen Whirlpool verfügen. Deren Zahl steigt dadurch um mehr als ein Drittel.
Staatssekretär Patrick Rapp spricht von Leuchtturm fürs Land
Zudem wird der derzeit 1600 Quadratmeter große Spa-Bereich erweitert, es gibt neue Pools, und auch Sauna und Ruheräume werden vergrößert. Die Gourmetküche wandert von der Krone ins Lamm und wird dort mit der Hotelküche kombiniert. Die Eltern Gudrun und Rolf Berlin hätten ihm und seinen Geschwistern Elisabeth und Franz einen nahezu schuldenfreien Betrieb übergeben. Der soll nun nach Beschluss des Familienrats mit der Erweiterung erfolgreich in die Zukunft geführt werden.
Alle Redner lobten beim Spatenstich den Mut der Familie, in unsicheren Zeiten eine so große Investition zu wagen. Von einem Leuchtturm für Baden-Württemberg sprach Patrick Rapp. Die Familie zeige in einer Zeit, in der unwidersprochen über die Einführung einer Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich diskutiert werde, dass sie Geld in die Hand nehme und Spaß an der Arbeit mit ihren Gästen habe, so der Staatssekretär im baden-württembergischen Wirtschaftsministerium.
Bürgermeister kritisiert „Bürokratiemonster“
Helmut Riegger sprach von einer Erfolgsgeschichte. Von solchen Perlen profitiere auch die Tourismusgesellschaft nördlicher Schwarzwald des Landkreises. „Der Kreis wird Sie, wo es geht immer geht, unterstützen“, so der Landrat.
Mit dem Baurecht setzte sich Markus Wendel auseinander. Mehr als vier Jahre habe es gedauert, bis die einzelnen Verfahrensschritte durchgeführt waren. Der Bürgermeister von Bad Teinach-Zavelstein sprach von einem „Bürokratiemonster“. Für immer mehr Vorschriften möge es gute Gründe geben, was Sicherheit und Kontrolle anbelangt. Aber es werden auch Vorhaben verhindert. Man dürfe sich dann über das Abwandern von Unternehmen nicht wundern. Vorschriften müssten ein auf normales Maß zurückgeführt werden.
Dehoga-Chef Engelhardt drängt auf geplante Mehrwertsteuersenkung
Solche Spatenstiche seien nur möglich, wenn es zu einer Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie von 19 auf sieben Prozent kommt. So stehe es im Koalitionsvertrag der Bundesregierung und soll zum 1. Januar 2026 umgesetzt werden, sagte Fritz Engelhardt. Dafür werde der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) weiter kämpfen.
Die Branche, die der Vorsitzende des Dehoga Baden-Württemberg als Leitökonomie bezeichnete, brauche diese Steuersenkung. Denn die Gastronomie habe nicht nur unter der verschlechterten Konjunktur und der Inflation gelitten, sondern auch unter der Wiederanhebung der Mehrwertsteuer nach der Corona-Pandemie.
Rolf Berlin, der zugleich Dehoga-Kreisvorsitzender ist, wies daraufhin, dass es bei der Umsetzung des Projekts viel Geduld und Fingerspitzengefühl gebraucht habe. Mit fünf Grundstückseigentümern habe verhandelt werden müssen. Bürgermeister Wendel habe sich beim Landratsamt mit großer Beharrlichkeit für die Umsetzung stark gemacht.
Das Calwer Büro „Krieg + Wolf“ werde die Hanglage architektonisch nutzen, um eines der schönsten Hotels im Schwarzwald zu schaffen. Berlin verwies auf den Zusammenhalt in seiner Familie, der von Respekt und Rücksichtnahme geprägt gewesen sei und so die Investition möglich gemacht habe.