Der Stausee bei Schömberg ist das Herzstück des Oberen Schlichemtals und vor allem im Sommer gut besucht. Foto: Visel

Mit dem künftigen Tourismuskonzept für das Obere Schlichemtal hat sich der Verwaltungsrat des Verwaltungsverband befasst. Der Schömberger Gastronom und Hotelier Heiko Baier stellte in der Sitzung einige Überlegungen vor.

Dotternhausen - Heiko Baier, er war vom Verbandsvorsitzenden Karl-Josef Sprenger zur Sitzung eingeladen worden, stellte aus der Sicht eines Gastronomen einige Ideen vor, wie der Tourismus im Oberen Schlichemtal neu belebt werden könnte. Unter anderem sprach er sich für eine zentrale Anlaufstelle aus, um Werbekonzepte und anderes zu koordinieren. Es gehe darum, die Region gemeinschaftlich zu stärken. "Es bringt nichts, wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht", sagte er auf Anfrage. Als Beispiel führte er ins Feld, dass sich kürzlich die Rottweiler Gastronomen getroffen hätten, um gemeinsam etwas in die Wege zu leiten. Der Verband müsse sich kümmern, dazu aber brauche man einen Touristiker, der "die Werkzeuge, die ja vorhanden sind, aufgreift, die Angebote überregional vernetzt und so für Synergieeffekte sorgt". Baier: "Jemand, der einen Urlaub auf der Schwäbischen Alb verbringen will, muss bei der Internetsuche auch auf uns im Oberen Schlichemtal stoßen."

Früher hatte sich um solche Dinge der Verein Touristikgemeinschaft gekümmert, der aber vor einiger Zeit aufgelöst wurde. Der Verwaltungsverband hatte diese Aufgaben zwischenzeitlich übernommen.

Professionelles Personal

Im Verwaltungsrat waren jedoch alle Teilnehmer der Meinung, dass die Geschäftsstelle des Verbands diese Aufgaben nicht im nötigen Umfang leisten könne. Diese müssten professionell angegangen werden, was bedeute, dass dafür auch entsprechend ausgebildetes Personal nötig sei. "Zum Nulltarif wird es das alles nicht geben", hieß es. Allerdings, dies betonte der Geschäftsführer des Verbands, Stephan Reuß, im Gespräch mit unserer Redaktion, seien dem GVV dafür finanzielle Grenzen gesetzt.

Region zu klein

Zudem wurde in der Sitzung darauf hingewiesen, dass das Obere Schlichemtal für sich genommen zu klein sei, um nur für die Region ein attraktives Konzept zu erstellen. So müsse man sich an größere Einheiten anschließen – etwa den Verein Schwäbische Alb Tourismus.

Letztlich will der Verband mit den Gastronomen im Oberen Schlichemtal im Kontakt bleiben. Im Frühjahr oder Sommer 2022 soll es weitere Abstimmungsgespräche geben. Das Problem dabei sei, dass es in der Region keine organisierte Gastronomie, etwa einen Ableger des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), gebe.

Strukturen schaffen

Dass der Tourismus weiter eine Aufgabe des Verbands bleiben soll, war in diesem Zusammenhang unstrittig. Nur müssten dann die entsprechenden Strukturen geschaffen werden. Als Beispiel wurde die Gemeinde Dormettingen genannt, die das SchieferErlebnis in eigener Regie vermarktet, dazu aber ebenfalls professionelle Hilfe in Anspruch nimmt.

Stephan Reuß fasste die Ergebnisse der Aussprache so zusammen: "Es reicht nicht aus, nur eine Homepage zu haben, um für den Tourismus zu werben." Daher sollen nun Ideen gesammelt werden, um dann zu schauen, "was überhaupt finanziell machbar ist".

Potenzial vorhanden

Dass das Obere Schlichemtal durchaus Tourismus-Potenzial hat, ist dabei unstrittig. So wird seit Jahren mit Erlebniswanderungen (Stichwort ist unter anderem der Schlichemwanderweg) und Radtouren geworben. Des Weiteren gibt es zwischen Dautmergen und Hausen am Tann eine vielfältige Gastronomie und zahlreiche Unterkünfte. Und auch zu sehen gibt es einiges: angefangen von den barocken Kirchen wie den Palmbühl über den Schörzinger Erlebnistreff Oberhohenberg und den Schömberger Stausee bis hin zum Holcim-Fossilienmuseum und eben das SchieferErlebnis mit Fossilien­klopf- und Erlebnisspielplatz samt Gastronomie.