Fritz Weißer (Mitte), hier mit seiner Ehefrau Renate (links), wird für seine jahrzehntelangen ehrenamtlichen Verdienste vom Alpenverein-Sektionsvorsitzenden Peter Müller zum Ehrenmitglied ernannt. Foto: Zimmermann

Fritz Weißer von der Bergsteigergruppe St. Georgen beendete zum Jahresende 2019 nach 33 Jahren sein Amt als Tourenführer und wurde jetzt auf der Jahreshauptversammlung der Sektion Schwarzwald des Deutschen Alpenvereins (DAV) in Villingen zum Ehrenmitglied ernannt.

VS-Villingen/St. Georgen - Die Bezeichnung Tourenwart gebe nicht im Ansatz das wieder, was er für die Bergsteigergruppe St. Georgen geleistet hat, erklärte der Vorsitzende Peter Müller in seiner Laudatio. 1998 hatte er auch die Familiengruppe initiiert und bis 2006 organisiert und geleitet. Nachdem 2008 der damalige Gruppenleiter Karl Schulitz sein Amt niedergelegte und kein Nachfolger gefunden werden konnte, ging auch dieses Amt und die damit verbundene Arbeit sozusagen "versehentlich" auf Fritz Weißer über.

So ganz nebenbei hat er im Laufe der Jahre mehrere Kletterwände konstruiert und gebaut. Angefangen mit der mobilen, über mehrere Stockwerke der Robert-Gerwig-Schule reichenden Wand, die alljährlich zum St. Georgener Stadtfest aufgebaut wurde. Als das nach der Fassadenrenovierung nicht mehr genehmigt wurde, entstand unter seiner Federführung nach mehreren Zwischenlösungen eine freistehende, an mehreren Seiten bekletterbare mobile Boulderwand.

Zu seinen Bautätigkeiten gehörte auch die Planung und Umsetzung eines Boulder-Trainings-Raumes im Haus der Vereine. Eine der Herausforderungen hierbei bestand darin, dass die Bausubstanz des Gebäudes nicht benutzt oder beschädigt werden durfte und die gesamte Konstruktion somit sich selbsttragend ausgeführt werden musste. In diesem Zusammenhang wurde er mit seinem unermüdlichen Einsatz auch schon mal als "Sektionswunderwaffe", bezeichnet und der Raum bekam als Anerkennung für ihn den Namen "Fritzbox".

Irgendwie haben sich bei ihm nach und nach alle Tätigkeiten innerhalb der Bergsteigergruppen angesammelt, für die sich nach anfänglicher Arbeitsteilung keine Nachfolge gefunden hatten, stellte Müller fest. Manchmal habe man bei ihm aber auch ein bisschen Resignation auf unerwiderte Aufrufe zur Mithilfe verspürt.

Das Tätigkeitsprofil "Tourenwart", das Amt, das er eigentlich innehatte, war und ist seine Passion, das Organisieren und Durchführen von Touren, egal ob im Mittelgebirge oder im gesamten Alpenraum. Fritz Weißer macht sich darüber hinaus immer stark für das Beibehalten gemeinsamer Sektions-Bus-Touren.

Beim Durchgehen der Teilnehmerlisten der von ihm geführten Touren falle auf, so der Vorsitzende Peter Müller, dass manche Teilnehmer das Ziel nicht unbedingt nach dem Gipfel, sondern nach dem Organisator ausgewählt haben. Müller freut sich, dass Fritz Weißer sich auch künftig noch an der Planung und Durchführung der Sektionsunternehmungen beteiligen möchte und in dieser Funktion auch weiterhin im Beirat mitarbeitet.