Schon zum zweiten Mal hat ein Schäfer in Rottweil gemeldet, dass wohl ein Wolf Tiere gerissen habe. Im ersten Fall hatte sich das nicht bestätigt. Jetzt gibt es erneut ein Ergebnis.
Einen wirklichen Nachweis, dass ein Wolf im Kreis Rottweil umherstreift, gibt es bislang nicht. Dennoch: Schäfer Matthias Meerwarth geht davon aus, dass ein Wolf eines seiner Tiere im Eschachtal gerissen hat. Er hatte ein totes Schaf mit Verletzungen vorgefunden - und den Verdacht auf einen Riss bam 10. Mai an die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg in Freiburg (FVA) gemeldet.
Mitarbeitende der FVA hatten daraufhin die Situation vor Ort dokumentiert und genetische Abstrichproben genommen, wie Johanna Fritz, Wolfs-Expertin am FVA-Wildtierinstitut, unserer Redaktion auf Nachfrage berichtete. Das tote Tier wurde zur Untersuchung an das Chemische- und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg (CVUA) übergeben.
Die große Frage: Sind an dem Schaf tatsächlich Spuren eines Wolfs zu finden? Wie wir auf erneute Nachfrage beim FVA in Freiburg erfahren, liegt das Ergebnis der Untersuchung jetzt tatsächlich vor. Und das ist eindeutig: „Unsere Wolfsexperten melden, dass wir in diesem Verdachtsfall die Beteiligung eines Wolfes ausschließen können“, teilt FVA-Sprecherin Tatjana Brenner unmissverständlich mit.
Die zweite Entwarnung
Das ist damit schon die zweite Wolfs-Entwarnung für Schäfer Matthias Meerwarth. Vor einem Jahr hatte das CVUA ebenfalls eine Probe aus Rottweil untersucht, nachdem Meerwarth zehn Tiere seiner Damwild-Herde tot aufgefunden hatte und vermutete, ein Wolf habe diese auf dem Gewissen.
Wie die Untersuchungen allerdings ergaben, war kein Wolf beteiligt, vielmehr kamen die Fraßspuren erst nach dem Tod der - laut der Behörde schon vorher geschwächten Tiere - zustande, vermutlich durch Füchse und Waschbären.
Wie genau das Schaf von Matthias Meerwarth im Eschachtal nun zu Tode kam, das geht aus dem Untersuchungsergebnis nicht hervor. Klar ist nur: Ein Wolf war es nicht.