Am Mittwochnachmittag wurde in einem Feldgebiet in der Nähe des Sinsheimer Stadtteils Eschelbach ein 13-Jähriger tot aufgefunden. (Symbolbild) Foto: dpa/Hendrik Schmidt

Bestürzung nach dem Tod eines 13-Jährigen in Sinsheim: Ein wenig älterer Jugendlicher soll ihn umgebracht haben. Der ist kein unbeschriebenes Blatt.

Sinsheim - Nach dem gewaltsamen Tod eines 13-Jährigen in Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis) wird ein wegen eines früheren Messerangriffs polizeibekannter 14-Jähriger verdächtigt. Er sollte am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt werden. Eine Obduktion soll die genaue Todesursache des Jungen klären. Die Ermittlungsbehörden und die Stadt kündigten für den Donnerstagnachmittag eine Pressekonferenz an, um über erste Erkenntnisse nach den Ermittlungen im sozialen Umfeld von Opfer und mutmaßlichem Täter zu berichten. Die Beamten gehen davon aus, dass sich die beiden Jugendlichen kannten. Dass eine weitere Person in den Fall involviert war, wurde weder bestätigt noch dementiert.

Der Sinsheimer Oberbürgermeister Jörg Albrecht (parteilos) zeigte sich bestürzt über die Tat. „Die Betroffenheit ist groß, das trifft einen Ort ins Mark“, sagte der Rathauschef. In seinen neun Jahren an der Stadtspitze habe er so etwas Schlimmes nicht erlebt.

Der Verdächtige sei bereits mehrfach in Erscheinung getreten

Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um denselben Jungen, der an einer Realschule im vergangenen November in Östringen (Kreis Karlsruhe) einen damals 13-Jährigen mit einem Messer schwer verletzt hat. Der Angreifer kam nach der Pause in das Klassenzimmer seines Opfers und fügte ihm mehrere Stichverletzungen am Oberkörper zu. Der schwer verletzte Schüler wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Hintergrund soll ein monatelanger Streit der damaligen Siebtklässler gewesen sein. Zu diesem Zeitpunkt war der Angreifer aber noch nicht strafmündig. Nach deutschem Recht sind Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren nur „bedingt strafmündig“.

Auch im Stadtteil Eschelbach, wo der Tatort liegt, saß der Schock tief: Ortsvorsteher Wolfgang Maier sagte, dass sein Telefon nicht stillgestanden habe. „Die Leute machen sich Sorgen, aber ich konnte sie entschärfen.“ Er fügte hinzu: „Wir sind ein kleines Dorf, es ist harmonisch, so soll es bleiben.“ Auch Albrecht gab mit Blick auf etwaige Befürchtungen von Eltern von Schülern oder Kita-Kindern Entwarnung: „Es gibt keinen Anlass, in Panik zu geraten.“

Toter wurde auf Feld gefunden

Der tote Jugendliche war am Mittwochnachmittag in einem Feldgebiet gefunden worden. Der 14-Jährige wurde in unmittelbarer Nähe des Fundorts festgenommen.  Auch wenn derartige Gewaltausbrüche selten vorkommen, erregen sie immer wieder Aufsehen: In Duisburg gestand ein damals 14-Jähriger im vergangenen Oktober, seine gleichaltrige Freundin getötet zu haben. Und im April vergangenen Jahres soll ein 17-Jähriger bei einem Streit an einer Bushaltestelle in Essen einen 14-Jährigen umgebracht haben - Tatwaffe war erneut ein Messer.

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