Der Fall der toten Schlittenhunde von Dobel hatte im Sommer bundesweit Aufstehen erregt. Foto: © Eric Isselée – stock.adobe.com

Das Rätsel um die zwölf toten Schlittenhunde von Dobel ist gelöst: Das Ergebnis der toxikologischen Analyse der verscharrten Tierkörper liegen Polizei und Staatsanwaltschaft nun vor. Es soll in den kommenden Tagen veröffentlicht werden.

Dobel - Seit Monaten wird es mit Spannung erwartet, nun ist es endlich da: Polizei und Staatsanwaltschaft liegt das Ergebnis der toxikologischen Analyse der zwölf toten Schlittenhunde von Dobel vor. Das bestätigt Sprecher Frank Weber vom zuständigen Polizeipräsidium in Pforzheim, nachdem der Schwarzwälder Bote erneut nachgehakt hatte. Als Todesursache stehen Vergiftung oder Ersticken im Raum.

Tierleichen ausgegraben

Bereits Anfang September ließ die Polizei die Tierleichen auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Tübingen ausgraben, die auf einem Grundstück nahe Dobel verscharrt worden waren. Zunächst wurden die toten Hunde vom Veterinäruntersuchungsamt in Karlsruhe analysiert, um die genaue Todesursache festzustellen. Die Behörde übergab den Fall dann aber überraschend an ein Partnerinstitut in Freiburg. Damals hieß es, die Untersuchung werde "einige Wochen" dauern.

Laut Polizei-Sprecher Weber liege dem Präsidium das Ergebnis der toxikologischen Analyse "seit Kurzem" vor. Was genau in dem Papier steht, will er noch nicht sagen. Nur so viel: "In Absprache mit der Staatsanwaltschaft Tübingen, die das Gutachten als Teil des Gesamtvorgangs noch bewerten muss, werden wir im Anschluss an die Bewertung voraussichtlich in den kommenden Tagen eine entsprechende Mitteilung veröffentlichen."

Bundesweites Aufsehen

Der Fall der toten Schlittenhunde von Dobel hatte im Sommer bundesweit Aufsehen erregt. Vermutlich Ende Juli war eine in Nordrhein-Westfalen lebende Hundezüchterin und Tierärztin mit ihren 26 Huskys nach Dobel gefahren, um ihren Schwiegervater zu besuchen. Die Frau war mit dem 2019 verstorbenen Andreas Kraft verheiratet, der Weltmeister im Schlittenhunderennen war, in Dobel lebte und dort Organisator solcher Rennen war.

Am Morgen des 24. Juli soll die Frau zwölf ihrer 26 Hunde tot in ihren Boxen aufgefunden haben. Der Verband Deutscher Schlittenhundesport-Vereine veröffentlichte daraufhin eine Mitteilung im Internet und machte Giftköder für den Tod der Hunde verantwortlich.

Das für Dezember geplante Schlittenhunderennen in Dobel sagte der Verband daher vorsorglich ab – aus Sicherheitsgründen.

PETA hat eine andere Sicht

Eine andere Sicht der Dinge hat die Tierschutzorganisation PETA, die vermutet, dass die Hunde in ihren Boxen erstickt seien. Giftköder wären demnach nicht im Spiel gewesen. PETA stütze sich dabei auf Hinweise eines Informanten und erstattete im August Anzeige wegen Tierquälerei. Die Staatsanwaltschaft Tübingen führt seit dem 17. August ein Strafermittlungsverfahren in dieser Sache. Für Tierquälerei drohen bis zu drei Jahre Haft.

Die Frau selbst sprach im September mit unserer Redaktion über den Tod ihrer zwölf Hunde. "Mir war schlecht wie im ganzen Leben nicht", sagte sie damals über jenen Morgen im Juli, als sie die leblosen Huskys fand. Zur Kritik, dass sie – zumal als Tierärztin – die Hunde nicht obduzieren ließ, sondern sie stattdessen umgehend verscharrte, entgegnete sie: "Vertuschen – wozu? Ich hätte da genug Möglichkeiten gehabt."

Sie habe zunächst überlegt gehabt, alle toten Huskys vorerst einzufrieren, doch dafür habe der Platz in der Kühltruhe nicht gereicht. Freunde hätten ihr zwar geraten, einzelne Hunde in die Pathologie zu bringen, aber: "An dem Tag war das zu viel für mich. Die Vorstellung, einzelne rauspicken – das hätte ich nicht übers Herz gebracht." Sie habe daher alle Hunde einfach vergraben. Doch egal, ob nun aus sentimentalen Gründen geschehen ist oder mehr dahinter steckt: Zumindest stellt das eine Ordnungswidrigkeit dar.