Eine häufige Szene zu Beginn des Spiels zwischen Wittendorf und Rutesheim. Rutesheims Keeper Kerim Redzepovic war oftmals als letzter Mann rechtzeitig zur Stelle – hier gegen Christian Braun. Foto: Wagner

Tore satt sahen die knapp 300 Zuschauer an der Wittendorfer langen Furche. Dabei schien die Partie zur Halbzeit bei einem 0:4 Rückstand schon entschieden, als die Platzherren aber noch mal auf 3:4 heran kamen schnupperte man plötzlich wieder an einer faustdicken Pokalüberraschung.

SV Wittendorf - SKV Rutesheim 3:6 (0:4) - Doch von Beginn an. Die Elf vom Stefan Jäckle und Christian Braun begann gegen sichtlich überraschte Gäste wie die Feuerwehr, einziges Manko, man verpasste trotz zahlreicher Einschussmöglichkeiten, zumindest ein bis zwei mögliche Treffer zu erzielen.

Nach acht Minuten kam Sando Mihic bei einer scharfen Hereingabe von links nur einen Schritt zu spät. Danach konnte der zweimal sich gründlich verschätzende Gästekeeper Kerim Redzepovic mit einer Fußabwehr gerade noch einen Schuss von Mihic parieren, genauso wie nach der folgenden Ecke einen Kopfball von Christian Braun. Als dann nach einem weiteren Braun-Abschluss die Kugel im Tor lag, ging eine Abseitsstellung voraus.

Mit den ersten beiden Torschüssen der klassenhöheren Gäste, nach einer Viertelstunde, dann die kalte Dusche für die bis dahin sehr gut agierenden Wittendorfer, Valentyn Podolsky netzte binnen einer Minute sehr effizient zweimal ein, wobei beim 0:2 Keeper Marvin Kaupp nicht zu glücklich aussah. Zwar hatte im Anschluss Christian Braun noch eine gute Chance, doch die Gäste hatten nun die Partie weitgehend im Griff, erst recht als Michael Schürg und Tim Rudolf ganz abgezockt noch vor dem Wechsel auf 0:4 nachlegten.

Nach der Pause verwalteten die Rutesheimer mit wenig Aufwand den scheinbar sicheren Vorsprung. Nach knapp einer Stunde eroberte Robert Ruoff den Ball im Mittelfeld, schickte mit einem blitzgescheiten Pass Christian Braun auf die Reise, der überlegt zum 1:4 einschob. Noch sahen dies viele als Schönheitsfehler an. Als jedoch wiederum binnen einer Minute die Eingewechselten – Lucas Haug und Nico Schillinger –, beide Male nach tollen Kombinationen über die rechte Außenbahnen, den Anschluss schafften, geriet der Verbandligist gehörig ins Schwimmen. In diesem Durcheinander der SKV-Abwehr hatte Lucas Haug die Riesenmöglichkeit zum Ausgleich. Stattdessen wurden die Wittendorfer für ihr gutes Spiel nicht belohnt, sondern in der Schlussphase gleich zweimal klassisch ausgekontert, sodass Tom Gebbert und Laurin Stütz den Deckel drauf machten.

Trainerstimmen

Stefan Jäckle (SV Wittendorf): "Wir begannen wie schon in Oberwolfach die ersten 15 Minuten sehr gut, müssen aber, um die angestrebte Überraschung zu schaffen, in dieser Phase zwei Tore erzielen. Rutesheim erzielt mit den ersten beiden Schüssen auf unser Kasten die Treffer, das machte den Unterschied. Wir waren dann weg, kommen wieder, das war gut, doch im Fußball entscheiden halt die Tore. Ich sah keinen Klassenunterschied, da war mehr drin, das ist schade."

Ken Geiger (SKV Rutesheim): "Ich wusste, dass wir auf einen robusten Gegner treffen würden, kamen auch schwer in die Partie, hatten die Begegnung aber bis in die zweite Halbzeit hinein in unserer Hand. Was mir nicht gefallen hat, war, dass wir zwischendurch schon fast arrogant aufgetreten sind."

SV Wittendorf: Marvin Kaupp, Robin Schillinger , Cedric Wälde, Simon Spissinger, Sandro Mihic, Christian Braun (Nico Schillinger), Robert Ruoff, Tobias Armbruster, Dennus Schneider, Kai Totzl (Jakob Schmid), Patrick Möhrle (62. Lucas Haug)

SKV Rutesheim: Kerim Redzepovic, Joshua Trefz, Jan Frederic Kogel, Tobias Gebbert, Michael Schürg (78. Markus Wellert) Gianluca Gamuzza (41, Laurin Stütz), Valentyn Podolsky, (81. Dennis Schwenker) Benhafsa Moussaref, (67. Lukas Feigl), Christoffer Baake, Tim Rudolf, Joshua Schneiderr

Schiedrichter: Burak Kurvban, Assistenten: Rainer Friedrich, Christos Tzelepis

Tore: 0:1, 0:2 (14. 15.) Valentyn Podolsky, 0:3 (36.) Michael Schürg, 0:4 (40.) Tim Rudolf, 1:4 59. Christian Braun, 2:4 (78.) Lucas Hug, 3:4 (79.) Nico Schillinger, 3:5 (85.) Tim Gebbert, 3:6 (87.) Laurin Stütz

Zuschauer: 300

Besondere Vorkommnisse: keine

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