Eine Wolkenfront wälzt sich über die Landschaft bei Sulz am Neckar. Foto: Heidepriem

Gleich einer Walze schiebt sich eine Unwetterfront am Montagabend durch die Region. Sie bringt Starkregen, Hagel und Blitze mit sich. Auf einem im Freudenstädter Teilort Kniebis entstandenen Foto erkennt der Villinger Wetterexperte Wolfgang Eich sogar das Anfangsstadium eines Tornado. 

Oberndorf -  Auf einem bei in Kniebis entstandenen Foto des nahenden Unwetters erkennt der Experte eine "Rüsselbildung". Ein Phänomen, welches man vor der Entstehung eines Tornados beobachten könne. Warum sich der Tornado nicht weiterentwickelt hat? Eich tippt auf eine fehlende Rotation. Betont jedoch, dies sei auf Grundlage eines Fotos schwer einzuschätzen. Tornados seien grundsätzlich aber auch hierzulande möglich. Vorausgesetzt, es komme zu sehr hohen Temperaturunterschieden. Dazu brauche es "krasse Wetterlagen." Ähnlich schwere Tornados wie in den USA seien in Deutschland aber nicht zu erwarten.

Wolken begraben Landschaft unter sich

Ebenfalls "nicht alltäglich" ist ein weiteres Phänomen während dieses Unwetters: Eine große Wand aus Wolken schob sich wie eine Walze mit hoher Geschwindigkeit durch die Landschaft. Dicht dahinter sorgte eine Gewitterzelle für ein "markantes Unwetter", wie der Villinger es beschreibt.

Innerhalb dieser Zelle konnte man aufgrund des Regens nur auf kurze Distanz sehen. Nach kurzer Zeit rollten die Wolken aber weiter in Richtung Stuttgart. "Solche atemberaubenden Fronten kennt man sonst aus den USA", schildert der Experte seinen Eindruck von einem bei Sulz aufgenommenen Foto. 

Wetter "aus den Fugen geraten"

Grund für diese Unwetter sei laut Eich weiterhin die "eingefahrene Südwestlage", bei welcher schwüle Luftmengen aus dem Mittelmeerraum in Kombination mit Atlantikluft für Regen sorgen. Normalerweise komme in unserer Region der Wind hauptsächlich aus dem Westen und sorge für einen gemäßigten Landregen, der sich über große Flächen verteile. Das Wetter sei aber "ein bisschen aus den Fugen geraten". "In Zeiten des Klimawandels geht alles ins Extreme." Sowohl Sommer als auch Winter würden laut Experte "unwetterträchtiger".

Trockener Sommer noch möglich

Wer für seinen Urlaub trockenes Sommerwetter erwartet, könnte trotzdem noch gute Chancen haben. Laut Experte müssten sich dazu das Hochdruckgebiet über Russland und das "Azorenhoch" verbinden. Eine Chance auf Sommerwetter über Mitteleuropa sei also von Mitte bis Ende August gegeben.

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