Ungewohnte Bilder: Die Zuschauer auf dem Sportgelände des FC Holzhausen sahen einen Helikopter. Die schwere Verletzung des Esslinger Spielers zog eine längere Spielunterbrechung nach sich. Die Partie endete 0:0. Foto: Wagner

Im Spiel zwischen Holzhausen und Esslingen kam es zu einer üblen Szene, die mit einem Helikoptereinsatz endete. Ein Esslinger Angreifer brach sich nämlich das Schien- und Wadenbein.

Die Zuschauer des Panoramastadions werden Holzhausens 15. Ligaduell in der Verbandsliga 2025/26 lange in unangenehmer Erinnerung behalten. Und das nicht nur, weil die Mannschaft von Daniel Seemann zu Hause gegen den FC Esslingen nicht über ein 0:0 hinauskam.

 

Hauser hat seinen Gegenspieler „weggestempelt“

Zwischen der 5. und 6. Spielminute lag nämlich über eine halbe Stunde, denn Gästespieler Muhsin Alper Kocas verletzte sich schwer, musste lange behandelt werden und wurde anschließend mit einem Helikopter ins BG-Klinikum nach Tübingen gebracht.

Ein harmloser Rückpass brachte das Drama wortwörtlich ins Rollen: Holzhausens Adrian Müller spielte seinen Schlussmann Julian Hauser mit einem alltäglichen Rückpass an, doch die Kugel kam auf dem unebenen Rasen ins Hüpfen. Kocas sah aufgrund des missglückten Passes seine Chance dazwischenzufunken, doch der herausgestürmte Hauser erwischte Kocas mit voller Wucht beim Pressschlag.

Zwei verlorene Punkte für die Seemänner

„Ich habe den Ball von Adrian zugespielt bekommen und wollte ihn wegschießen, aber dann ist der Gegenspieler dazwischengekommen, und ich habe ihn beim Versuch, die Kugel zu treffen, mit voller Wucht gestempelt“, blickt Hauser im Gespräch mit unserer Redaktion auf die Szene zurück. Der FC Esslingen gab auf Instagram bekannt, dass sich Kocas das Schien- und Wadenbein gebrochen hat. Er wird in dieser Saison wohl nicht mehr zum Einsatz kommen. „Wir stehen hinter dir! Komm stärker zurück – wir glauben an dich“, so der FCE.

Aus spielerischer Sicht hätte sich Hauser einen Sieg gewünscht: „In der Verbandsliga muss unser Anspruch sein, so ein Spiel zu gewinnen, zum Beispiel durch ein frühes Tor nach einem Standard.“ Auch Seemann war unzufrieden, da seine Mannschaft „Sand im Getriebe“ hatte. Vor allem in der ersten Halbzeit habe ihm die „Struktur und Kommunikation“ nicht gefallen. „In der zweiten Hälfte hat dann auch die Intensität gefehlt. Esslingen hat sich stabilisiert und einen Punkt mitgenommen, für uns sind es aber zwei verlorene Punkte“, resümierte er.

A-Junioren bereiten Holzhausen Kopfschmerzen

Gästecoach Dominik Eitel ist dagegen mehr als zufrieden mit dem Punktgewinn seiner Mannschaft. Vor allem, da Holzhausens Stürmerstar Janik Michel diesmal ohne eigenen Torjubel blieb: „Holzhausen ist mehr als die Nummer zehn. Sie haben richtig gute Spieler. Deshalb sind wir natürlich sehr froh, dass wir heute so gut gespielt haben. Vor allem in dezimierter Form mit einigen A-Jugendspielern, die heute ihr erstes Spiel im Herrenbereich gemacht haben.“

Die Distanz wächst

Für Esslingen war es Punkt Nummer 14, womit die Eitel-Truppe den vorletzten Tabellenrang an den TSV Waiblingen abgegeben hat. Holzhausen steht wiederum mit 33 Punkten weiterhin auf Platz zwei – fünf Zähler hinter den Young Boys Reutlingen, die einen Tag nach dem Helikopter-Drama mit 1:0 gegen den TSV Weilimdorf gewonnen haben. Lange trauern darf das Team aus dem Sulzer Teilort aber nicht, denn am Freitagabend (18.30 Uhr) reist Holzhausen zum Flutlichtspiel nach Tübingen, um gegen die heimische TSG drei Punkte einzufahren.