Es hätte der entscheidende Moment im Derby zwischen Seedorf und Bösingen werden können: SVS-Keeper Marcel Bender bekommt aber kurz vor Schluss gerade noch die Hand an den Versuch von Torsten Müller. Foto: Kara

Es waren 90 intensive Derbyminuten zwischen dem SV Seedorf und VfB Bösingen. Die beiden Trainer erklären, wieso Torchancen am Ende aber Mangelware blieben.

600 Zuschauer und fast schon sommerliche Temperaturen – die äußeren Bedingungen für den Lokalschlager zwischen dem SV Seedorf und VfB Bösingen waren ideal. Das fußballerische Niveau konnte auf dem zugegeben sehr schwer bespielbaren Platz dann nicht mit den Rahmenbedingungen standhalten.

 

In Summe gab es nur wenige Torraumszenen zu bestaunen, und diese fast ausschließlich auf Initiative des VfB Bösingen. Seedorf-Coach Emanuele Ingrao war mit dem 0:0 zufrieden und erklärte: „Ich hatte nur zwei Einwechseloptionen, das ist bei so einem Spiel dann schon brutal. Die Jungs haben heute alles gegeben und reingeschmissen. Den Punkt nehmen wir mit. Fertig, Aus, Ende.“ So sei einer der auf dem Spielbericht als Ersatzspieler aufgeführten Akteure nicht fit gewesen, der andere älter als 23 und für das Spiel der 2. Mannschaft am Sonntag eingeplant.

Wenig Betrieb über die Flügel

Da im Abstiegskampf jeder Punkt von entscheidender Bedeutung sein kann, ist der Defensivfokus der Seedorfer durchaus nachvollziehbar. VfB-Trainer Peter Leopold fand ebenfalls Gründe für den torlosen Ausgang: „Wir waren zwar bemüht, aber haben insgesamt zu pomadig agiert. Unsere Flügelspieler – das hatten wir in der Pause nochmals angesprochen – haben wir nicht ins Spiel bekommen, die linke Seite fast gar nicht bespielt. Auch unsere Strafraumbesetzung war oft nicht gegeben.“

Nach der Einwechslung von Torsten Müller entwickelte der VfB in der Schlussphase mächtig Druck, ein Treffer blieb aber aus. Stark war, wie SVS-Keeper Marcel Bender einen Flachschuss vom angesprochenen Müller parierte. Ingrao merkte an: „Keiner kann sagen, dass wir hier auf 0:0 gespielt haben. Wir wollten am Ende aber kein Risiko eingehen und diszipliniert bleiben.“ Sein Pendant sah das etwas anders und meinte: „Meiner Meinung nach haben sie nicht auf Sieg gespielt.“

Wenig harte Fouls

So oder so steht am Ende ein 0:0 zu Buche – und unter dem Strich auch ein sehr faires Derby. Jannis Roth holte sich in der 1. Halbzeit für ein hartes Foul an Marius Müller die Gelbe Karte, nach dem Seitenwechsel brachte Bösingens Kapitän Jannik Botzenhart zwischenzeitlich ordentlich Feuer ins Spiel und wurde ebenfalls verwarnt. Ansonsten blieb es recht ruhig.

SSC Tübingen zieht wieder vorbei

Im Tabellenkeller ist der SV Seedorf nach dem 5:3-Erfolg des SSC Tübingen über Albstadt wieder einen Platz nach hinten gerutscht. Beide Teams sind jedoch punktgleich, und das Ingrao-Team hat den Klassenverbleib in den restlichen sechs Partien selbst in der Hand. Sehr wichtig wird die Begegnung am Wochenende beim TSV Harthausen/Scher, der seinerseits mit Erfolgen am Mittwoch gegen Nehren sowie am Wochenende nochmals Hoffnung schöpfen könnte.