70 Minuten lang zeigte der SV Seedorf (dunkle Trikots) gegen Aasen eine gute Leistung, ehe dann der Gegner die Partie drehte und deutlich mit 6:2 gewann. Foto: Holger Rohde

Es war in der Hinrunde die Schwachstelle des SV Seedorf: Das Toreschießen. Emanuele Ingrao glaubt an Besserung – muss jedoch auf einen wichtigen Offensivspieler verzichten.

Emanuele Ingrao wusste es schon im Sommer: „Das wird eine brutale Runde“, sagte der Trainer des Landesligisten SV Seedorf. Ende Januar, mehr als ein halbes Jahr später und einen Monat vor dem Start in die Rückrunde lässt sich festhalten: Der Coach hatte Recht. Denn in der Landesliga-Tabelle überwintert sein Team auf Platz 13. Was dieser am Ende der Saison bedeuten würde, ist derzeit noch nicht klar und hängt von der Lage in den oberen Ligen ab.

 

„Ich fange nicht an zu rechnen“, will Ingrao den Fokus jedoch nicht auf eine mögliche Punkteanzahl legen, die am Ende reichen könnte. „Wir wissen, dass wir Punkte holen müssen – egal gegen wen“, sagt er. Der Grundstein dafür soll in der Wintervorbereitung gelegt werden. Diese läuft „aktuell richtig gut, die Jungs ziehen mit“, ist Ingrao zufrieden.

Es fehlen die Tore

Auch vom Testspiel gegen den SV Aasen spricht der Trainer deutlich positiver, als es der Endstand von 2:6 aus Seedorfer Sicht vielleicht erwarten ließe. „Mit den ersten 70 Minuten bin ich sehr zufrieden“, so Ingrao. Zu diesem Zeitpunkt habe sein Team noch mit 2:1 geführt – entgegen den Infos in fussball.de, wo der 2:2-Ausgleich bereits in der 55. Minute gefallen sein soll.

Allerdings: So einverstanden der SVS-Trainer mit den ersten 70 Minuten war, so unzufrieden äußerte er sich über die Schlussphase, in der die Seedorfer Felle davon schwammen. „Zum Glück war es nur ein Freundschaftsspiel. Aber am Ende ist’s ärgerlich“, sagt Ingrao. Doch auch im neuen Jahr zeigt sich ein altes Seedorfer Problem: „Dass wir unsere Chancen nicht nutzen.“ Nur 21 Tore aus 17 Spielen stehen aus der ersten Saisonhälfte zu Buche, nur die drei Tabellenletzten trafen noch seltener.

Nicht mit der Brechstange

Wie so oft im Fußball gibt es zur Lösung dieses Problems jedoch kein Patentrezept, die sprichwörtliche Brechstange will Ingrao nicht auspacken. Vielmehr vertraut er weiter seinem Konzept. „Irgendwann muss es Klick machen“, ist er überzeugt.

Doppelpacker Yannik Schädle als Hoffnungsträger

Hoffnung macht ihm dabei auch ein Spieler, der gegen Aasen doppelt traf: Yannik Schädle. „Das freut mich. Er ist unsere Nummer 9“, so Ingrao über den Offensivmann, auf dem in der Rückrunde wohl viele Hoffnungen ruhen. Auch, weil der SV Seedorf in der Rückrunde auf Harut Arutunjan verzichten muss. Der Offensivmann mit Erfahrungen in Regional- und Oberliga hatte schon in der Hinrunde immer wieder Probleme. Nun wurde er nach einem Bandscheibenvorfall operiert und wird Ingrao lange fehlen.

An der Lösung des Problems, dass die Seedorfer zu wenig Tore schießen, wird Arutunjan also zunächst einmal nicht mitarbeiten. Der Rest des Kaders absolviert derweil noch einige Testspiele, bevor es in einem Monat – am 28. Februar – mit dem Spiel gegen Pfullingen in der Landesliga wieder ernst wird. Bereits am Mittwoch ist ein Testkick gegen Villingendorf geplant.

Testspiel noch unsicher

Ob dieses jedoch wie geplant um 19 Uhr stattfinden kann, ist offen. „Abends ist der Kunstrasen derzeit oft vereist“, erklärt Ingrao. Daher werde man nichts riskieren und das Spiel zur Not auch kurzfristig absagen. Am Samstag wird der Ball definitiv rollen – dann tritt der SV Seedorf um 14 Uhr beim FC Pfaffenweiler an.