Nagold investiert im Jahr 2025 kräftig. Mit 19,1 Millionen Euro ist der Bauhaushalt so groß wie schon lange nicht mehr. Wir blicken auf die zehn größten kommunalen Projekte in diesem Jahr.
Was sind die Schwerpunkte im Nagolder Bauhaushalt? Wann beginnen die Arbeiten, und wie lange werden sie voraussichtlich dauern?
In unserer Top 10 zu den Nagolder Investitionen schauen wir ganz genau hin. Die Palette der Projekte reicht von der Großbaustelle Zellerschule bis zu einem neuen Radweg.
Platz 1: Sanierung und Neubau Zellerschule
Die Sanierung und der Neubau der Zellerschule läuft in vollen Zügen. Insgesamt sollen laut Stadtverwaltung 35 Millionen Euro in die „neue“ Zellerschule fließen. Dabei ist vom alten Schulgebäude der Grund- und Gemeinschaftsschule nicht mehr viel zu sehen. Zwei der drei Bautrakte wurden in den vergangenen Monaten abgerissen. Auf dieser Fläche entsteht nun der Neubau. Mit dessen Fertigstellung wird im nächsten Jahr gerechnet – im Optimalfall zu Beginn des Schuljahres 2026/2027. Die Sanierung des Altbaus steht erst im Jahr 2027 an. Die in den Sommerferien 2024 begonnene Maßnahme wird gefördert. In diesem Jahr sind im Haushalt der Stadt Nagold elf Millionen Euro für das Projekt eingeplant.
Platz 2: Eisberghalle
Auch der zweite Platz der Top-Investitionen kommt zumindest in Teilen Schülern zu gute. Mit Schuljahresbeginn 2024 haben die Vorbereitungen für die Sanierung der Eisberghalle begonnen. Schulen und Vereinen steht die Halle seitdem nicht mehr zur Verfügung. Offizieller Baubeginn ist nach Angaben der Stadt aber erst im Frühjahr 2025. Das Baugesuch ist mittlerweile eingereicht.
9,9 Millionen Euro soll der Umbau kosten. Nur recht vage gibt die Stadt als Dauer der Arbeiten „bis 2026/2027“ an. Bei der Eisberghalle wird die frühere einteilige Halle der Bundeswehr mit großem Aufwand in eine moderne Dreifeldhalle umgebaut. Auch bekommt die neue Halle einen 170 Quadratmeter großen Multifunktionsraum. Im Haushalt 2025 ist das Projekt mit 1,2 Millionen Euro vermerkt.
Platz 3: Feuerwehr-Gerätehaus Vollmaringen
Endlich wird es wahr: Die Abteilung Vollmaringen der Freiwilligen Feuerwehr bekommt ihr neues Gerätehaus. Die Planung läuft. Mit dem Beginn der Bauarbeiten rechnet die Stadt im April dieses Jahres. Die geplanten Kosten gibt das Rathaus mit 3,9 Millionen Euro an. In diesem Jahr sollen noch eine Million Euro fließen. Die Fertigstellung ist für „2026/2027“ anvisiert. Auch dieses Projekt wird gefördert.
Das neue Gerätehaus entsteht an der Kreuzung der Schönbuchstraße mit dem Lachenwiesenweg. Gebaut wird eine Fahrzeughalle für drei Fahrzeuge, mit Leitzentrale, Umkleiden für Damen und Herren, Toiletten, einem Schulungsraum mit Küche und Nebenräumen.
Platz 4: Kita Hasenbrunnen
Die Kita Hasenbrunnen nimmt im Jahr 2025 Platz vier der Top-Investitionen in Nagold ein. Dabei wird die eigentliche Kita gar nicht von der Stadt finanziert. Es handelt sich um eine private Baumaßnahme der Fleckenstein-Stiftung, die der Stadt Nagold die neue Kita spendiert. Die Fertigstellung der dann größten Nagolder Kindertagesstätte im Neubaugebiet Hasenbrunnen ist noch in diesem Jahr geplant. Die von der Stadt Nagold eingeplanten 500 000 Euro sind für die Gestaltung der Außenanlagen gedacht, insgesamt stehen 650 000 Euro im Haushalt bereit.
Das Bauprojekt schritt in Rekordzeit voran: Erst im Sommer 2024 war der Spatenstich. Im November 2024 wurde Richtfest gefeiert. Bereits im März 2025 soll der Bau stehen. Bis zu fünf Gruppen sollen in der Kita Hasenbrunnen Platz finden.
Platz 5: Kreisverkehre Haiterbacher Straße
Nagold bekommt zwei neue Kreisel. Damit dürften sich die Verkehrsbeziehungen in der Haiterbacher Straße und rund um das Einkaufsgebiet im Iselhäuser Tal komplett verändern. Auslöser für den Kreiselbau sind die Pläne, auf dem brachliegenden Gelände zwischen dem Unternehmen Rolf Benz und den Einkaufsmärkten, ein neues Gebäude für einen deutlich größeren Bauhaus-Markt zu erstellen. Um die jetzt schon angespannte Verkehrssituation zu entzerren, sollen zwei Kreisverkehre entstehen – einer kurz nach dem Viadukt, und ein zweiter direkt nach Rolf Benz zur Talstraße hin.
2025 ist aber noch ein Planungsjahr – dafür sind auch die eingestellten Mittel gedacht. Das Verfahren zur Findung der Planer (VGV) startet. Gebaut werden soll in den Jahren 2026/2027. „Kosten und Umfang werden noch genau ermittelt, da nicht nur Straßen, sondern auch Kanal- und Wasserleitungen erneuert werden müssen“, heißt es aus der Presseabteilung der Stadt Nagold.
Platz 6: Lärmschutzwand Posthof
400 000 Euro sind im Haushaltsplan für den Bau einer Lärmschutzwand am Posthof eingestellt. Die Fertigstellung des Projekts gibt die Stadt Nagold vage mit 2025/2026 an. Mit der Baumaßnahme wird auch der Entwicklung rund um die Alte Seminarturnhalle Rechnung getragen. Schließlich entwickelt sich der Posthof neben der Halle immer mehr zu einer beliebten Open-Air-Location. Im Sommer findet dort „Nagold Alive“ statt – ein Open-Air-Programm mit Musik, Theater und Kleinkunst. Die Lärmschutzwand soll möglichen Konflikten mit der Nachbarschaft vorbeugen.
Das genaue Aussehen ist noch nicht endgültig klar, da es von der Detailplanung abhängt. Die Lärmschutzwand wird etwa drei Meter hoch sein und entlang des Posthofs an der Bahnhofstraße zwischen der Arbeitsagentur und dem VHS-Gebäude erstellt. Die Kosten der gesamten Maßnahme werden auf 400 000 Euro geschätzt.
Platz 7: Rolltore Feuerwehrhaus Nagold
Im Haushalt eingestellt sind eigentlich 350 000 Euro für den Einbau von Rolltoren beim Feuerwehrgerätehaus Nagold. Die Planung läuft aktuell. Und es könnte günstiger werden – die Kosten gibt die Stadt nämlich mittlerweile mit 180 000 Euro an. Eine Fertigstellung ist noch in diesem Jahr vorgesehnen. Alle vorhandenen 15 Tore sollen ersetzt werden.
Platz 8: Fenster CHR
Fenster müssen an der Christiane-Herzog-Realschule in Nagold ausgetauscht werden. 300 000 Euro sind dafür im aktuellen Haushaltsplan vorgesehen. Laut Angaben der Stadtverwaltung läuft die Planung. Dort geht man mittlerweile allerdings von Kosten von 500 000 Euro aus. Fertigstellung: 2025. Betroffen sind alle Fenster im Altbau, die aus den 1980-ern stammen.
Platz 9: Pumptrack Riedbrunnen
Die Stadt Nagold bekommt 2025 eine neue Freizeitattraktion, die vor allem von Kindern und Jugendlichen sicher gerne angenommen wird. Am Viadukt, in Fortsetzung des Riedbrunnens, aber auf der anderen Seite der Brücke, entsteht ein Pumptrack. Dabei handelt es sich um ein asphaltiertes Gelände mit einer Bahn für Fahrradfahrer. Kurven und Hindernisse sorgen für Schwung und sportliche Herausforderungen. Zudem sind auch innerhalb der Bahn Einbauten vorgesehenen – für Tricks und Sprünge.
Der Pumptrack wird laut Angaben der Stadt Nagold gesponsert. Die Planung ist bereits fertig. Der Kostenanteil der Stadt entspricht den im Haushalt eingeplanten 180 000 Euro. Vor dem Baubeginn muss allerdings erst noch der Gemeinderat den Baubeschluss fassen.
Platz 10: Radweg Schietingen/Talheim
Auch Platz zehn der Top-Investitionen der Stadt Nagold in diesem Jahr ließ lange auf sich Warten. 2025 soll nun der Bau einer Radwegverbindung zwischen Schietingen und Talheim in Angriff genommen werden. Laut Angaben der Stadt Nagold soll die Ausschreibung und danach die Vergabe im April 2025 erfolgen. Dann rechnet Pressesprecherin Julia Glanzmann mit einem „zeitnahen“ Baubeginn. Die Fertigstellung erfolgt „2025/2026“. Die Kosten werden auf 600 000 Euro geschätzt. 200 000 Euro sind im aktuellen Haushaltsplan eingestellt. Die Maßnahme wird mit 60 bis 70 Prozent gefördert.