Alois Hauser Superstar: Die Ausstellung der „burladinger maler“ im Rathaus wird der internationalen Bedeutung des großen Sohnes der Stadt gerecht. Sie ist noch bis einschließlich Freitag, 23. Mai, zu sehen. Foto: Rapthel-Kieser

Die Ausstellung über den größten Künstler-Sohn der Stadt Burladingen, den Maler und Restaurator Alois Hauser, ist nur noch eine Woche zu sehen.

Und, so der Tipp unserer Redaktion, wer sie noch nicht gesehen hat, diese Edel-Präsentation voller Überraschungen und verblüffender Entdeckungen, der sollte sich beeilen. Denn was die „burladinger maler“ da über ihren fraglos größten Burladinger Kollegen und geschätzten Vorgänger zusammengetragen haben, ist bemerkenswert.

 

Wolfgang Bastian, Vorsitzender des Vereins, verriet nun in einem Gespräch, wie dynamisch der Prozess der Bildersuche war, auf was die Maler da zufällig alles noch stießen und welche unerwarteten Überraschungen es für die Organisatoren gab.

Ein echter Lenbach im Besprechungszimmer

Eröffnet wurde die Präsentation im Burladinger Rathaus zu Beginn des Monats April, zu sehen ist sie noch bis einschließlich Freitag, 23. Mai. Dass die Ausstellung dort im Rathaus stattfindet, hat längst nicht nur den Grund, dass die Rathausgalerie fast so etwas wie das Stammhaus des rührigen Künstlervereins „burladinger maler“ ist.

Nein, denn im Rathaus der Fehlastadt, im Besprechungszimmer, hängt ein Porträt von Alois Hauser. Gemalt hat es kein geringerer, als der berühmte Münchner Künstler Franz von Lenbach – ein Zeitgenosse und langjähriger Freund des gebürtigen Burladingers.

Unsere Redaktion hatte Alois Hauser, diesem Superstar der Kunstszene des 19. Jahrhunderts, schon im vergangenen Jahr eine zweiteilige Samstagsserie gewidmet. Er wurde 1831 in Burladingen geboren, starb 1909 in München. Franz von Reber, Direktor der Bayerischen Staatlichen Gemäldesammlungen hielt die Grabrede.

Bürgermeister Davide Licht stieß beim Verein der „burladinger maler“ an, diesen großen Sohn der Stadt mit einer Ausstellung zu würdigen. Der ehemalige Gemeinderat und Sparkassen-Mitarbeiter Friedemann Mutschler hatte schon zuvor einen Vortrag über Leben und Werk des Malers, Hofmalers und gefragten Restaurators ausgearbeitet.

Mit einer Reise nach München auf Hausers Spuren wandeln

„Es war ein Haufen Arbeit, das alles zusammen zu stellen“, sagt Vorsitzender Wolfgang Bastian auf unsere Nachfrage. Aber er sagt auch mit immer noch hörbarer Begeisterung: „Ich habe mich da so richtig reingesteigert.“ Denn im Verlauf der Nachforschungen des Organisationsteams ging es bald längst nicht mehr nur um die Hauser-Gemälde in der St. Georgs und der St. Fidelis Kirche.

Es meldeten sich Nachfahren von Alois Hauser und steuerten Briefe, Fotos, persönliche Habseligkeiten Hausers und Erinnerungsstücke bei, die seit Generationen als Schätze im Familienbesitz gehütet wurden. Die werden im Rathaus in einer Vitrine präsentiert. Dazu eine KI-generierte Stimme Hausers, der aus seinem Leben erzählt. Eine Finesse, die das Vereinsmitglied Janina Maichle mittels zweier kleiner Computer zur Ausstellung beisteuert.

Zahlreiche Exponate sind zu sehen. Foto: Rapthel-Kieser

Und dann kam just am Eröffnungstag noch Pfarrer Joachim Greulich und überbrachte ein Gemälde aus der St.-Fidelis-Kirche. Es wurde spontan hinzugefügt.

Wenn die Ausstellung am Samstag, 24. Mai, abgebaut ist, wird sie wohl nicht nur beim Vorsitzenden Wolfgang Bastian nachwirken. „Ich habe mit meiner Frau schon besprochen, dass wir demnächst nach München reisen und uns Grabstätte, Gemälde in der Pinakothek und das Lenbach-Haus mal vor Ort angucken“, sagt er.

Das Lenbach-Portrait von Alois Hauser gehörte zur Nazi-Beutekunst aus dem Bestand der Sammlung des jüdischen Galeristen Walter Westfeld. Der starb im Konzentrationslager. Der Landkreis Zollernalb handelte vorbildlich und hat das Gemälde schon vor Jahren von den rechtmäßigen Erben Walter Westfeld erworben und es danach der Stadt Burladingen als Leihgabe überlassen.