Gemüse ist nicht nur gesund und enthält wichtige Vitamine und Nährstoffe für den Körper, sondern lässt sich im Zollernalbkreis auch sehr gut anpflanzen. Egal ob Anfänger oder Profi-Hobbygärtner – das Landwirtschaftsamt gibt Tipps.
Was kochen wir heute zum Abendessen? Wahrscheinlich eine Frage, die sich die meisten Menschen ein paar Mal die Woche stellen. Doch was, wenn nichts zum Kochen zu Hause ist? Mit einem eigenen kleinen Gemüseanbau kann jeder Haushalt flexibler werden.
Unsere Redaktion erkundigte sich beim Landwirtschaftsamt Zollernalb. was beim Gemüseanbau beachtet werden muss und was im Zollernalbkreis besonders gut gedeiht.
Welche Lebensmittel lassen sich im Zollernalbkreis gut anbauen?
Wir haben im Zollernalbkreis unterschiedliche Klimazonen. Während im Albvorland fast alle Gemüsearten angebaut werden können, ist für den Frühlingsanbau in den höheren Lagen ein Gewächshaus oder Frühbeet sehr hilfreich.
Der Anbau beginnt mit Kopfsalat und Kohlrabi, Radieschen und Kräutern wie Petersilie, Schnittlauch, aber auch mit Zwiebeln. Aussaaten von Rote Bete, Karotten und Sommerblumen folgen im Laufe des Aprils. Ab Mai – spätestens nach den Eisheiligen – steht eine große Auswahl zur Verfügung: verschiedene Kohlarten, Blattgemüse wie Mangold, Wirsing und Stangensellerie, aber auch Erbsen, Kartoffeln, Tomaten und Freiland-Gurken können gepflanzt werden.
Bei Spätfrösten benötigen Tomaten und Gurken noch einen Frostschutz. Im Frühsommer folgen schließlich die im Herbst reifenden Gemüsearten wie Rosenkohl, Lauch und Grünkohl. Gewürze können sogar in einem ausreichend großen Kasten auf dem Balkon gezogen werden.
Wie viel Platz benötigt die jeweilige Pflanze – und wann kann sie geerntet werden?
Die Pflanzabstände sind sehr unterschiedlich. Während Kopfsalat, Kohlrabi und Lauch auf etwa 25 bis 30 Zentimeter Abstand gepflanzt werden, benötigen die meisten Kohlarten etwa 50 Zentimeter, Tomaten 70 Zentimeter. Die ersten Salate und Kohlrabi können bei frühem Anbau bereits Ende Mai geerntet werden. Die meisten Gemüsearten reifen erst im Laufe des Sommers. Rote Bete, Karotten und Sellerie können in einer mit Sand gefüllten Wanne bis März/April frisch gehalten werden, während Grün- und Rosenkohl über den Winter im Beet geerntet werden können.
Möchten mehr Menschen ihr Gemüse selber anpflanzen als in den Vorjahren?
Die Corona-Zeit hat eine Trendwende eingeleitet. Der eigene Anbau von Obst und Gemüse habe gerade in der jüngeren Generation neues Interesse geweckt. Es wird wieder eigenes Gemüse angebaut. Allerdings fehle es oft an Erfahrung und Vorkenntnissen, so dass mit wenig anspruchsvollen Gemüsearten wie Lauch, Zwiebeln, Sellerie und auch Tomaten begonnen werden sollte.
Wer auf dem Balkon und der Terrasse Platz für etwas größere Kübel oder ein Hochbeet hat, kann dort erfolgreich Gemüse anpflanzen. Eine gleichmäßige Bewässerung muss allerdings in Urlaubszeiten gewährleistet sein.
Worauf sollten Anfänger beim Anpflanzen achten?
Wichtigste Voraussetzung ist laut Landwirtschaftsamt ein guter, humoser und leicht durchwurzelbarer Boden. Hier hilft Kompost oder gut abgelagerter Mist, um den Boden zu verbessern. Auch eine organische Düngung darf nicht fehlen. So vorbereitet kann mit rotblättrigen und damit weniger lausanfälligen Salaten und Kohlrabi begonnen werden. Wenige Ansprüche haben Zwiebeln, Lauch, Sellerie, Brokkoli, Erbsen und Stangenbohnen. Tomaten benötigen ab Sommer eine Überdachung zur Vorbeugung vor Krautfäule.
Gibt es weitere Tipps für zukünftige und bestehende Hobbygärtner?
Mit etwas Erfahrung kann der Haushalt ganzjährig mit eigenem Gemüse versorgt werden. Rückschläge gehören dazu, helfen sie doch, immer wieder Neues zu lernen, heißt es. Bücher mit gutem Praxisbezug, aber auch anbau-erfahrene Nachbarn oder Freunde sind sehr wertvolle Hilfen.