Johannes Bitter spielt bisher ein starkes olympisches Handball-Turnier. Nun sind seine Paraden auch im Viertelfinale gegen Ägypten wichtig.
Tokio - Der Sport lebt auch von seinen Weisheiten. Eine im Handball lautet: Der Angriff gewinnt Spiele, die Abwehr Titel. Oder, im Falle von Olympischen Spielen: Medaillen. Insofern ist die deutsche Mannschaft in Tokio ziemlich gut aufgestellt. Auch wegen Johannes Bitter.
Der Torwart, der vergangene Saison noch für Bundesligist TVB Stuttgart zwischen den Pfosten stand und nun zu Aufsteiger HSV Hamburg zurückkehrt, spielt bisher ein ganz starkes Turnier. Im Verbund mit Andreas Wolff hatte er großen Anteil an den Siegen gegen Norwegen (28:23) und Brasilien (29:25), mit denen die Mannschaft Rang drei in ihrer Vorrundengruppe und den Einzug ins Viertelfinale an diesem Dienstag (13.45 Uhr/MESZ) gegen Ägypten sicherte. „Die Leistung unserer Torhüter in den letzten zwei Spielen war herausragend“, lobt Sportdirektor Axel Kromer (Mössingen), „ihre Paraden geben die Sicherheit, die wir brauchen, um im Angriff etwas vom Druck befreit zu sein. Wie das Duo harmoniert, ist Gold wert.“
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Ob es dazu wirklich reicht, wird man sehen. Aber auch Bitter wähnt sich und sein Team auf einem guten Weg. „Bisher haben wir einen top Job gemacht“, sagt er, „mit der geringen Zahl an Gegentoren und der Quote an gehaltenen Bällen können wir zufrieden sein. Immer derjenige, der von uns beiden gespielt hat, konnte Akzente setzen.“ Im Zusammenspiel mit dem Innenblock. „Wir sind hier, weil wir die besten Handballer Deutschlands sind. Deshalb steht die Abwehr natürlich besser als ich es aus Stuttgart gewohnt bin“, sagt Bitter, der Weltmeister von 2007, „wir Torhüter bekommen eine super Hilfe vom Block, da fällt es leichter, die gegnerischen Würfe zu lesen.“
Schwierige Aufgabe
Fakt ist aber auch, dass nun im Viertelfinale die nächste schwierige Aufgabe wartet. Ägypten hat sich zu einem Topteam entwickelt, in der Vorrunde Vize-Weltmeister Schweden geschlagen. Legendär war das WM-Viertelfinale im Januar, das die Nordafrikaner gegen den späteren Weltmeister Dänemark erst nach zweimaliger Verlängerung und Siebenmeterwerfen verloren. „Da kommt einiges auf uns zu“, meint Johannes Bitter, „wir müssen mindestens so stark spielen wie gegen Norwegen.“ Da hilft es, den Kopf frei zu haben.
Seine Zelte in Stuttgart hat Bitter deshalb bereits abgebrochen, der Umzug nach Hamburg ist abgehakt. „Das wollte ich vor Olympia erledigen“, sagt der Nationaltorhüter. Nun ruht der Fokus allein darauf, auch noch den nächsten Gegner zu packen.