Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat vor dem Landgericht Rottweil am Dienstag der Prozess gegen einen jungen Mann begonnen, der seine Mutter ermordet haben soll.
Großer Andrang herrscht am Dienstagmorgen am Landgericht Rottweil: Der Prozess gegen einen zum Tatzeitpunkt 20-Jährigen aus Schramberg beginnt. Er soll laut Anklage seine eigene Mutter getötet und deren Leiche anschließend in einer Dachbox versteckt haben.
Bereits vor Prozessbeginn finden sich zahlreiche Menschen vor dem Gerichtsgebäude ein, darunter Schulkameraden des Angeklagten und Schramberger, die die Getötete gekannt haben.
Im großen Saal des Landgerichts herrscht kurz vor 9 Uhr angespannte Stimmung. Der Gerichtssaal ist voll. Sicherheitskräfte kontrollieren vor dem Eingang. Es müssen zusätzlich Tische und Stühle in den Raum getragen werden, damit alle Nebenkläger und Pressevertreter Platz finden.
Der Angeklagte wartet in der Zelle neben Saal 201, bis die Verhandlung beginnt. Bewaffnete Justizbeamte bewachen den Eingang. Zahlreiche Verfahrensbeteiligte, darunter Sachverständige und Nebenklagevertreter, nehmen Platz. Erwartet werden an diesem ersten Verhandlungstag die Verlesung der Anklage und erste Stellungnahmen der Verteidigung. Ob der Angeklagte sich äußern wird, ist noch offen.
Der Fall, der nun verhandelt wird, hatte für große Bestürzung in der Region und darüber hinaus gesorgt. Insgesamt 17 Zeugen und zwei Sachverständige sind geladen. Dem Verfahren unter dem Vorsitz des Vorsitzenden Richters Karlheinz Münzer haben sich vier Verwandte der Toten als Nebenkläger angeschlossen.
Anklage: Tötung mit Werkzeug – Leiche in Dachbox versteckt
Dem Angeklagten wird vorgeworfen, im Februar diesen Jahres im Streit auf seine Mutter eingeschlagen und sie mit mehreren Schlägen durch ein Werkzeug tödlich verletzt zu haben. Anschließend soll er die Leiche in eine Pkw-Dachbox gelegt und in den Kellerabgang transportiert haben. Dort wurde die Tote von der Polizei entdeckt.
Weitere Vorwürfe: Besitz jugendpornografischer Dateien
Neben dem Tötungsdelikt steht der Mann auch wegen des Besitzes jugendpornografischer Inhalte vor Gericht. Laut Anklage soll er Ende 2023 im Besitz einer Videodatei und mehrerer Bilddateien gewesen sein, die dem Bereich der Jugendpornografie zugeordnet werden.
Der Prozess ist auf mehrere Verhandlungstage angesetzt.